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Forensische Psychiatrie und Psychotherapie

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2012-3

Jack Kreutz, Heinfried Duncker & Klaus Hoffmann
Editorial

Manfred Cierpka
Gewaltkarrieren verhindern: Primäre Prävention mit "Keiner fällt durchs Netz"
Zusammenfassung | Abstract

Jürgen Hollick
Rosen versus Stacheldraht - Ein Diskussionsbeitrag zu den Forensiktagen "Sex ‘n drugs ‘n Rock ‘n Roll" der LVR-Klinik Bedburg-Hau am 08.05.2012
Zusammenfassung | Abstract

Harald Rehner
Scham - das verborgene Gefühl
Über die Verbindung von Scham, Schuld und Delinquenz
Zusammenfassung | Abstract

Eva Bastert, Detlef Schläfke, Franziska Giggel & Jörg M. Fegert
Verbesserung exekutiver Funktionen bei geistig beeinträchtigten Patienten in der Entziehungsmaßregel
Zusammenfassung | Abstract

Arne Boysen, Franziska Kupke, Kristina Wedler & Detlef Schläfke
Psychisch kranke Straftäter im Jugend- und Heranwachsendenalter - Einfluss komorbider Störungen und psychischer Belastung auf die Abbrechquote bei jugendlichen und heranwachsenden Patienten der Maßregel nach §64 StGB in Rostock
Zusammenfassung | Abstract

Anja M. Westendarp & Stefan Hollenberg
§ 67 d Satz 5 StGB - Erledigung der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt - Gedanken zum Thema
Zusammenfassung | Abstract

 


Gewaltkarrieren verhindern: Primäre Prävention mit "Keiner fällt durchs Netz"
Manfred Cierpka

Zusammenfassung
Das Aufwachsen in ungünstigen familiären Beziehungen, in denen auch gewalttätige Übergriffe der Eltern vorkommen, führt häufig zu aggressivem und gewaltbereitem Verhalten der Kinder. In diesen meist sehr belasteten Familien findet man oft a) unbefriedigende, konflikthafte Partnerschaftsbeziehungen, b) innerfamiliäre Konfliktlösemuster, in denen die Gewalt als Wahl der Problemlösung eine Rolle spielt, und c) eine Schwierigkeit im Umgang mit Grenzsetzungen. Welche Möglichkeiten haben wir, den innerfamiliären Gewaltzirkel zu durchbrechen? Wie kann es gelingen, dass in Familien die eigenen, früheren Gewalterfahrungen nicht wiederholt werden? Die Prävention von Gewaltkarrieren ist besonders in hochbelasteten Familien notwendig, da diese häufig nicht über die Ressourcen verfügen, um dem Kind eine angemessene Bindung und Beziehung anbieten zu können. Anliegen des Projekts "Keiner fällt durchs Netz" ist es, den belasteten Familien beim Übergang von der Partnerschaft zur Elternschaft eine individuell passende Hilfe und Unterstützung zu vermitteln sowie die Familien durch die sensible Phase der frühen Kindheit zu begleiten, im Sinne von "Besser vorsorgen als nachsorgen".

Schlüsselwörter
Gewalt, innerfamiliär, Familienkonflikte, frühe Hilfen, Elternprogramm, Prävention


Preventing criminal careers: "No-one slips through the net" - a primary prevention project to support families

Summary
Growing up in dysfunctional family relationships where children suffer from violent attacks perpetrated by their own parents, often leads to an aggressive behaviour of those children and makes them willing to resort to violence. These usually highly burdened families often display a) unsatisfactory and confrontational partnership relations, b) intra-familial conflict resolution patterns characterized by use of violence and c) difficulties in setting limits. What possibilities do we have to break this inner-familial cycle of violence? How can we prevent them to repeat their own experiences of violence when they set up their own family? Especially in these highly burdened families prevention of criminal careers is necessary because they often do not have competencies and resources to offer their child an adequate attachment and relationship. The aim of the project "Keiner fällt durchs Netz" ("No-one slips through the net") is to provide adequate and individual help and assistance to these families during the process of transition from partnership to parentship and to accompany them through the delicate period of early childhood - because "prevention is better than cure".

Key words
violence, inner-familial, family conflicts, early help strategy, parenting programme, prevention


Prof. Dr. med. Manfred Cierpka
Zentrum für Psychosoziale Medizin (ZPM)
Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie
Bergheimer Str. 54
69115 Heidelberg
E-Mail:
manfred.cierpka@med.uni-heidelberg.de

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Rosen versus Stacheldraht
Ein Diskussionsbeitrag zu den Forensiktagen "Sex ‘n drugs ‘n Rock ‘n Roll" der LVR-Klinik Bedburg-Hau am 8.05.2012
Jürgen Hollick

Zusammenfassung
Der Beitrag befasst sich mit dem Anteil, den die Pflege in einer Zeit intensivierter Behandlung psychisch kranker Rechtsbrecher in den Behandlungsprozess einbringen kann. Vor dem Hintergrund eines vermuteten Auseinanderdriftens von Besserung und Sicherung wird dabei das spezifische Leistungsspektrum der Pflege auf die Situation der forensischen Psychiatrie angelegt. Es wird dabei zunächst der Widerspruch der öffentlichen zur psychiatrischen Meinung verdeutlicht, wobei Erstere mit einer Überbetonung der materiellen Sicherheit charakterisiert wird. Für die Pflege wird die durch das besondere Arbeitssetting geprägte Rolle im Team mit Aspekten von Alltag, Milieu und Beziehung beschrieben. Daraus ergibt sich eine Mitwirkung der Pflege vor allem in bisher nur wenig belegten Bereichen und gleichzeitig die Anforderung nach weiterer Entwicklungsarbeit an die Berufsgruppe.
Im Zusammenhang mit Fragen der Sicherheit in forensischen Einrichtungen ergibt sich für die Pflege aufgrund ihres spezifischen Arbeitssettings eine Betonung ihrer auf Besserung ausgerichteten Anteile.

Schlüsselwörter
forensische Pflege, Sicherheit durch Beziehungen


Roses versus barbed wire
Contribution to the discussions at the Forensic Symposium "Sex ‘n drugs ‘n Rock ‘n Roll" at the LVR Clinic Bedburg-Hau (Germany) on May 8, 2012

Summary
The paper focuses the part which nursing care holds in the process of increasing intensity of treatment in forensic clinics. In view of a presumed drifting apart of mechanistic safety on one side and recovery on the other side, the specific variety of nursing competencies in forensic psychiatry is discussed. At first an outline of the contradiction between public opinion and psychiatric opinion is presented. Current public opinion seems to overemphasize the mechanistic protective aspect. Nursing care is characterized by a specific setting and a role within the therapeutic team which includes the aspects of daily life, milieu and relationship. That implies an involvement of nursing in areas which are rarely focused by other professions and in addition the necessity to encourage development of professional methods.
As far as questions of safety at forensic institutions are concerned, nursing care will have to focus on recovery due to their specific work setting. The article leads to the conclusion that recovery is the best way to attain safety for the citizens.

Key words
forensic nursing care, safety due to relationships


Jürgen Hollick
Verband der bayerischen Bezirke - Bildungswerk - Bildungsreferent
Klosterring 4
87660 Irsee
E-Mail:
hollick@bildungswerk-irsee.de

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Scham - das verborgene Gefühl
Über die Verbindung von Scham, Schuld und Delinquenz
Harald Rehner

Zusammenfassung
Hinter Entwertung der Behandlung und der Zurückweisung von Behandlungsangeboten verbergen sich massive Ängste vor in der Biografie verwurzelter und in der Behandlung reaktivierter Beschämung und Bloßstellung als Außenseiter. Diese Merkmale finden wir gehäuft bei schwer zugänglichen, unerreichbaren, dissozialen Patienten auf dem Hintergrund der verordneten Zwangsbehandlung. So ziehen sich durch die Unterbringung heftige Widerstände gegen Veränderungen. Ihr subjektiver Sinn besteht oft in der Abwehr von Scham und Schuld. Dieser Artikel befasst sich - begrenzt auf forensische Bezüge - mit der Psychodynamik der Scham, ihrer Entstehung und Funktion, Annahmen über den Zusammenhang von Scham, Schuld und Delinquenz und der Bedeutung und Formen bei verschiedenen Störungsbildern und soll für die unterschiedlichen, verborgenen Erscheinungsformen von Scham sensibilisieren.

Schlüsselwörter
Schamabwehr, Scham-Wut-Zirkel, rechte Gewalt, Supervision, Sensibilisierung


Shame - the hidden feeling
Relations between shame, guilt and delinquency

Abstract
Reasons for rejection and depreciation of treatment in Forensic Psychiatry are results of experienced anxiety by being confronted with intensive shame and exposure in coercive treatment. The stigmatization as "Drop Outs” is ashaming. These characteristics are to be found in a significant high rate of patients hardly accessible to necessary treatment of addiction and personality disorders. As a result, all professions will be involved in the dynamics of rejecting any kind of change, also known as the negative therapeutic reaction. As background of this self-destroying behaviour we find intensive defence measures of the self to avoid painful affects. This article will discuss clinical relations between shame, guilt and violence. Furthermore, the meaning and masks of shame in narcissistic and antisocial personal traits and disorders shall be described.

Key words
shame, shame-rage circle, supervision, extreme right wingers, violence sensitization


Dipl.-Psych. Harald Rehner
Klinik für Forensische Psychiatrie
Universität Rostock
Gehlsheimer Str. 20
18147 Rostock
E-Mail:
harald.rehner@med.uni-rostock.de

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Verbesserung exekutiver Funktionen bei geistig beeinträchtigten Patienten in der Entziehungsmaßregel
Eva Bastert, Detlef Schläfke, Franziska Giggel & Jörg M. Fegert

Zusammenfassung
Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit der Verbesserung der exekutiven Funktionen bei Patienten mit hirnorganischer Beeinträchtigung, Lernbehinderung oder Intelligenzminderung im Maßregelvollzug nach § 64 StGB. Verglichen werden 19 dieser Patienten mit einer Vergleichsgruppe von 21 geistig nicht beeinträchtigten Maßregelpatienten der Klinik für Forensische Psychiatrie Rostock (KFP). Eine umfangreiche neuropsychologische Testbatterie zur Erfassung der exekutiven Funktionen wird im zeitlichen Abstand von einem Jahr Psychotherapie durchgeführt. Es zeigte sich, dass nach Berechnung reliabler Änderungen für beide Patientengruppen keine signifikanten Veränderungen zwischen den Testzeitpunkten und keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen vorliegen. Die gefundenen Ergebnisse sollten anhand größerer Stichproben und unter Verwendung sensitiverer Tests noch einmal wiederholt werden, um keine Effekte zu übersehen.

Schlüsselwörter
Lernbehinderung, Intelligenzminderung, hirnorganische Beeinträchtigung, exekutive Funktionen, Forensik


Improvement of executive functions in patients with learning
disability and organic brain disorder during withdrawal therapy in closed psychiatric hospitals

Summary
This investigation deals with the improvement of executive functions in patients with organic brain disorder, learning disability or mental retardation during withdrawal therapy in closed psychiatric hospitals. 19 of these cognitively impaired patients were compared to 21 patients without cognitive impairments from the hospital for forensic psychiatry Rostock (KFP). These patients went through an extensive neuropsychological test battery for examining executive functions, which had been repeated after one year of psychotherapy. After calculation of reliable changes no significant results for alteration during the two measuring times can be found. Also, there are no significant effects between the groups. Further investigations containing larger samples and more sensitive neuropsychological tests have yet to take place.

Key words
learning disability, mental retardation, organic brain disorder, executive functions, forensic hospital


Eva Bastert
Klinik für Forensische Psychiatrie
Zentrum für Nervenheilkunde der Universität Rostock
Gehlsheimer Str. 20
18147 Rostock
E-Mail:
eva.bastert@med.uni-rostock.de

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Psychisch kranke Straftäter im Jugend- und Heranwachsendenalter
Einfluss komorbider Störungen und psychischer Belastung auf die Abbrechquote bei jugendlichen und heranwachsenden Patienten der Maßregel nach §64 StGB in Rostock
Arne Boysen, Franziska Kupke, Kristina Wedler & Detlef Schläfke

Zusammenfassung
Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit dem Einfluss komorbider Störungen und psychischer Belastung auf den Behandlungserfolg bei jugendlichen und heranwachsenden Patienten in der Entziehungsmaßregel nach § 64 StGB. Es konnten 108 Patienten der Klinik für Forensische Psychiatrie Rostock in die Studie einbezogen werden. Diese Patienten wurden während der Aufnahmephase hinsichtlich biografischer, forensischer und suchtspezifischer Entwicklung untersucht sowie mit verschiedenen psychologischen Fragebogenverfahren getestet. Zur Beschreibung möglicher unterschiedlicher Behandlungsverläufe wurden die Patienten zunächst in zwei Gruppen aufgeteilt: Patienten mit oder ohne komorbide Störung. Hierbei zeigten sich keine Unterschiede in Deliktart und Behandlungsverlauf, wenngleich die Patienten mit Doppeldiagnose prozentual häufiger positiv abschlossen. Unterschiede ergaben sich erst nach einer weiteren Differenzierung hinsichtlich der Suchtmittelgruppe. Für die Gesamtgruppe zeigte sich die Depressivität bei der Aufnahmeuntersuchung als prognostisch zentrale Variable, um den Behandlungserfolg der Patienten vorherzusagen.

Schlüsselwörter
Sucht, komorbide Störung, Behandlungserfolg, psychische Belastung, Forensik


Mentally ill juvenile and adolescent offenders
Influence of comorbid disorders and mental stress on the treatment success of juvenile and adolescent patients during hospital order treatment according to §64 German penal code at the Forensic Psychiatric Hospital in Rostock (Germany)

Summary
The present study is concerned with the influence of comorbid disorders and mental stress on the quality of treatment of juvenile and adolescent patients in a closed psychiatric hospital. Since the opening of the Hospital for Forensic Psychiatry in Rostock, 108 patients of this age group were admitted according to the German Juvenile Court Act (JGG).
These patients were assessed during the period of admission concerning the biographical, forensic and addiction-specific development. Besides, different psychological questionnaires were involved.
The patients were divided into different subgroups: Patients with or without a comorbid disorder. This was necessary to describe possible differences in the course of treatment.
As a result, no differences in the type of crime and the course of treatment could be shown. However, the course of treatment of patients with a dual diagnosis could be described as positive more frequently. Differences only result after making another distinction according to the group of addictive substances. Regarding the entire group, depression at the time of the initial medical examination appears to be the pivotal prognostic variable for predicting the treatment success of these patients.

Key words
addiction, co-morbid disorder, treatment success, mental stress, forensic hospital


Arne Boysen
Klinik für Forensische Psychiatrie
Zentrum für Nervenheilkunde der Universität Rostock
Gehlsheimer Str. 20
18147 Rostock
E-Mail:
arne.boysen@med.uni-rostock.de

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§ 67 d Satz 5 StGB - Erledigung der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt - Gedanken zum Thema
Anja M. Westendarp & Stefan Hollenberg

Zusammenfassung
Der vorliegende Artikel setzt sich vorwiegend qualitativ mit der Erledigung der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gemäß § 64 StGB auseinander.

Nach der Darstellung juristischer Rahmenbedingungen und jüngster Gesetzesänderungen wird über die Folgen berichtet, die eine Erledigung der Maßregel gemäß § 67 d Abs. 5 StGB für die direkt oder indirekt Beteiligten hat. Nach wie vor sind keine zuverlässigen Prädiktoren identifiziert, die zum Einweisungszeitpunkt oder im Behandlungsverlauf das Scheitern der Therapie vorhersagen könnten, dennoch lassen sich die Patienten, bei denen häufig eine Erledigung der Maßregel beschlossen wird, in Cluster mit bestimmten Merkmalen einordnen. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Rahmenbedingungen der Klinik, die bei den Möglichkeiten und der Beurteilung der therapeutischen Entwicklung der Patienten eine wesentliche Rolle spielen, sowie Änderungen in der Entscheidungspraxis der Strafvollstreckungskammern, die spürbare Folgen für die "Erledigungsquote" aufweisen.

Schlüsselwörter
§ 64 StGB, Erledigung der Maßregelunterbringung gemäß § 67 d Abs. 5 StGB


Termination of therapy in a detoxification facility according to § 67 of the German penal code - Some reflections on the topic

Summary
This article resumes the circumstances of the termination of therapy in a detoxification facility according to section 64 of the German penal code. After the presentation of the relevant juridical background the article reports the consequences the termination (section 67 d V of the German penal code) has for those who are directly or indirectly involved. Still no reliable predictors for this termination are identified, but certain groups of patients with specific characteristics and high risk for termination can be described. Individual conditions of the hospital as well as changes in the practice of the courts responsible for the execution of prison sentences should not be neglected as they have a significant impact on the "treatment termination rate".

Key words
Section 64 of the German penal code, termination of therapy


Anja M. Westendarp
LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg
Mühlenstr. 26
34431 Marsberg
E-Mail:
anja.mercedes.westendarp@wkp-lwl.org

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