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Forensische Psychiatrie und Psychotherapie

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2012-2

Klaus Hoffmann & Heinz Kammeier
Editorial

Axel Dessecker
Gefährlichkeit aus sanktionenrechtlicher und kriminologischer Sicht

Wolfgang Heinz
Entwicklung und Stand der freiheitsentziehenden Maßregeln der Besserung und Sicherung - Werkstattbericht auf der Grundlage der Strafrechtspflegestatistiken (Berichtsstand 2010 / 2011)
Zusammenfassung | Abstract

Heinz Kammeier
Der Schutzanspruch vor gefährlichen Personen und die Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Schutzgewährleistung

Bernhard Reck
Die Organisation von Longstay-Einrichtungen des Maßregelvollzugs unter menschenrechtlichen Gesichtspunkten nach den Urteilen des EGMR (2010) und des BVerfG (2011)
Zusammenfassung | Abstract

Norbert Konrad
Perspektiven der forensischen Psychiatrie - Flexibilisierung und Durchlässigkeit
Zusammenfassung | Abstract

Jan Bulla & Klaus Hoffmann
Der Nachteinschluss - eine Methode des modernen Maßregelvollzugs?
Zusammenfassung | Abstract

Jan Querengässer, María Isabel Fontao, Klaus Hoffmann, Reinhard Mielke & Thomas Ross
Redeverhalten in Gruppentherapie als möglicher Prädiktor für Therapieabbrüche von nach § 64 StGB untergebrachten Patienten
Zusammenfassung | Abstract

 


Entwicklung und Stand der freiheitsentziehenden Maßregeln der Besserung und Sicherung - Werkstattbericht auf der Grundlage der Strafrechtspflegestatistiken (Berichtsstand 2010 / 2011)
Wolfgang Heinz

Zusammenfassung

Anhand der Strafrechtspflegestatistiken in Deutschland wird die Entwicklung sowohl der strafrichterlichen Unterbringungsanordnungen nach §§ 63, 64, 66 StGB als auch der Bestandszahlen im Straf- und Maßregelvollzug dargestellt. Die Analyse zeigt, dass sich die Zahl der Unterbringungsanordnungen deutlich erhöht hat. Inzwischen befinden sich mehr Personen im Maßregelvollzug gem. § 63 StGB (psychiatrisches Krankenhaus) als im Vollzug einer Freiheitsstrafe von mehr als 5 Jahren. Die deliktspezifische Analyse zeigt große regionale Unterschiede in der Anordnungspraxis.

Schlüsselwörter
freiheitsentziehende Maßregeln der Besserung und Sicherung, psychiatrisches Krankenhaus, Entziehungsanstalt, Sicherungsverwahrung, Maßregelvollzug, Statistik, § 63 StGB, § 64 StGB, § 66 StGB


Development and Amount of Custodial Measures of Reform and Prevention. A Report Based on the Criminal Justice Statistics in the Federal Republic of Germany

Abstract
Based on Criminal Justice Statistics in the Federal Republic of Germany, the development of penal detentions according to sect. 63, 64 and 66 of the German Criminal Code (CC) as well as the number of detainees are presented. The analysis shows that the number of individuals incapacitated as a result of sect. 63, 66 CC has risen. The number of detainees according to sect. 63 CC (psychiatric hospital) is higher than those serving a traditional custodial prison sentence of five years or more (including those sentenced to life imprisonment). An offence-specific analysis of the data indicates great state-specific differences in detention orders.

Key words
custodial measure of reform and prevention, psychiatric hospital, institution for withdrawal treatment, preventive detention, execution of a custodial measure of reform and prevention, statistics of penal measures, sect. 63, 64, 66 Criminal Code


Prof. em. Dr. jur. Wolfgang Heinz
ehemals Lehrstuhl für Kriminologie
und Strafrecht
Universität Konstanz
wolfgang.heinz@uni-konstanz.de

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Die Organisation von Longstay-Einrichtungen des Maßregelvollzugs unter menschenrechtlichen Gesichtspunkten nach den Urteilen des EGMR (2010) und des BVerfG (2011)
Bernhard Reck

Zusammenfassung

Wie geht man mit gefährlichen Straftätern im Justiz- und Maßregelvollzug um, insbesondere wenn sie als derzeit nicht therapierbar erscheinen? Das Problem der Sicherungsverwahrung wird hier in einem politisch-gesellschaftlichen Zusammenhang dargestellt. Alle im Bereich des Maßregelvollzugs Tätigen stehen unter massivem Druck sowohl aus Öffentlichkeit und Medien als auch von Seiten der Politik. Beide Richtungen lassen sich unter dem Begriff des Populismus zusammenfassen.
Die Frage der Organisation von Longstay-Einrichtungen des Maßregelvollzugs unter menschenrechtlichen Gesichtspunkten ist die forschungsleitende Frage der vorliegenden Studie am Lehrstuhl für Kriminologie und Polizeiwissenschaft an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Sie steht in einem Spannungsverhältnis zwischen öffentlicher Meinung und der aktuell diskutierten EGMR-Urteile. Sowohl im psychiatrischen Maßregelvollzug als auch im Justizvollzug gibt es Täter, bei denen man mit therapeutischen Mitteln auch über Jahre gesehen nicht weiterkommt. Es stellt sich dann die Frage, wie man mit ihnen umgeht und sie unterbringt. Was macht man mit ihnen? Gibt es klare Kriterien, um eine andauernde erhebliche Gefährlichkeit feststellen zu können? Welche organisatorischen, baulichen, personellen und konzeptionellen Voraussetzungen müssen an so genannte Longstay-Einrichtungen gestellt werden? Dabei muss man menschenrechtliche Gesichtspunkte berücksichtigen, wie sie in Normen mit Menschenrechtsbezug und Urteilen formuliert sind. Zur Klärung dieser Probleme bedarf es eines multidisziplinären Ansatzes. Dabei geht es um menschenrechtliche und verfassungsrechtliche Aspekte, um vollzugspolitische Leitlinien, um kriminalpolitische und strafrechtliche Vorgaben, um therapeutische Konzepte, um administrative Gesichtspunkte und um Fragen der Evaluation und Implementation.

Schlüsselwörter
Longstay, Maßregelvollzug, EGMR, BVerG, Kriminalpolitik, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, CPT-Standards, Strafdruck, Verhältnismäßigkeit, top-down-Modell, bottom-up-Modell, democracy-at-work, governing-through-crime


The organization of long-stay facilities of the forensic psychiatry - a human rights perspective to the judgments of the ECHR (2010) and the Federal Constitutional Court (2011)

Abstract
How to deal with dangerous criminal offenders in law enforcement and hospital treatment order? This question is especially true if the offenders are seen as currently untreatable. In the following, the problem of preventive detention will be outlined in connection with politics and society. Everyone who is operating with hospital treatment order is pressurised by the public and media as well as by politics. Both directions can be summarised under the umbrella term populism. The present master’s thesis  deals with  the organisation of long-stay facilities of hospital treatment order with regard to human rights aspects. The subject matter tends to be at conflict with the public opinion and the currently discussed jurisdiction of the ECHR.
In some cases of criminal offenders neither forensic psychiatry nor the penal system can succeed in making progress by using therapeutic appliances. Therefore, the question arises how to handle these criminal offenders and how to place them. Are there clear criteria to ascertain a substantial, constant threat? What organisational, structural, personal and conceptual conditions must be imposed on long-stay facilities? It is also necessary to take human rights criteria into consideration and how they are written down in judgments and legal standards in terms of human rights. To overcome these problems a multidisciplinary approach is required. It concerns human rights, constitutional factors, political guidelines, criminal (policy) requirements, therapeutic concepts, administrative aspects and issues of evaluation and implementation.

Key words
Longstay, human rights, ECHR, Federal Constitutional Court, forensic psychiatry,top-down, bottom-up, democracy-at-work, governing-through-crime


Dr. rer. pol. Bernhard Reck
Sozialpsychiatrische Einrichtung auf dem Blender
- mit komplementärer Nachsorge für psychisch kranke Straftäter
Eschachberg 130 1/2
87474 Buchenberg
dr.bernhard.reck@gmx.at

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Perspektiven der forensischenPsychiatrie - Flexibilisierung und Durchlässigkeit
Norbert Konrad

Zusammenfassung

Die strikte Trennung zwischen psychiatrischem Maßregelvollzug und Strafvollzug im Rahmen der Zweispurigkeit des deutschen Strafrechtssystems erscheint nicht mehr zeitgemäß angesichts der hohen Prävalenz psychischer Störungen unter den Gefangenen sowie der mangelnden empirischen Fundierung des Schuldfähigkeitskonstrukts. Vielmehr sollte unter dem Gesichtspunkt der besseren Behandlungsmöglichkeiten eine Flexibilisierung und verstärkte Durchlässigkeit geschaffen werden, wie sie gesetzlich bereits zwischen den Maßregeln möglich ist. Die Maßregel der Sicherungsverwahrung könnte bei einer Revitalisierung und Aktualisierung des nie in Kraft getretenen § 65 StGB a.F., dessen Zielgruppe persönlichkeitsgestörte Gewalt- und Sexualstraftäter mit ungünstiger Legalprognose waren, ganz abgeschafft werden.

Schlüsselwörter
Maßregelvollzug, Sicherungsverwahrung, Forensische Psychiatrie, psychisch gestörte Straftäter


View of a Forensic Psychiatrist - Flexibility and Permeability

Abstract
Mentally ill offenders as well as offenders with a dependency syndrome are committed to special forensic-psychiatric institutions in Germany if their disorder is connected with the offenses and if they are considered as dangerous due to their disorder. Nevertheless there is a high prevalence of mental disorders within the prisoner population without a possibility to change from prison to forensic-psychiatric hospital. Therefore reforms should include more flexibility and permeability between the forensic institutions. In Germany preventive detention in prison institutions in cases of dangerous sexual offenders with personality disorders should be replaced by commitment to a so called social-therapeutic institution which had been conceptualized as a law several decades ago, but this law never went into effect.

Key words
Preventive detention, forensic psychiatry, dangerousness, mentally disordered offenders


Univ.-Prof. Dr. med. Norbert Konrad
Justizvollzugskrankenhaus
Saatwinkler Damm 1a
13627 Berlin
norbert.konrad@charite.de

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Der Nachteinschluss - eine Methode des modernen Maßregelvollzugs?
Jan Bulla & Klaus Hoffmann

Zusammenfassung

Der aus dem Strafvollzug stammende Nachteinschluss stellt eine umstrittene Praxis im Maßregelvollzug dar. Um einen Überblick zu bekommen, wie intensiv jener in den einzelnen Bundesländern und Kliniken zum Einsatz kommt und wie dieser motiviert ist, führten die Autoren in den Kliniken des deutschen Maßregelvollzugs eine Erhebung mit Hilfe eines kurzen, selbstentwickelten Fragebogens durch. Es stellte sich heraus, dass die Unterschiede zwischen den Bundesländern groß sind, sowohl was die Zahl der betroffenen Kliniken als auch was den Prozentsatz der jeweils betroffenen Kliniken anbelangt. Die Vermutung, dass das Vorliegen einer Dienstanweisung der Fachaufsicht eine intensivere Anwendung bedingt, zeichnete sich statistisch als Tendenz ab. Die Autoren begründen schließlich mit psychiatrisch-psychotherapeutischen, psychoanalytischen, ethischen und juristischen Argumenten, warum der kollektive Nachteinschluss in einem Humanismus und Rechtstaatlichkeit verpflichteten Maßregelvollzug keinen Platz mehr haben sollte.

Schlüsselwörter
Maßregelvollzug, Nachteinschluss, Sicherheit, Ethik, Psychoanalyse, forensische Psychotherapie


Nighttime lock-up - a method of modern forensic psychiatry?

Abstract
Nighttime lock-up is often part of the execution of a prison sentence. Whether it should also be used in forensic psychiatry is the object of controversial discussion. In order to obtain an overview about the real praxis, motives and differences between German federal states the authors developed a short questionnaire which was sent to all forensic psychiatric inpatient services in Germany. The results of this exploratory study showed a great variety of the intensity night lock-up is applied. Particularly there was a link in direction between the intenseness and the existence of an instruction which is given by the respective governmental supervision. The authors argue with psychotherapeutic, psychoanalytical, ethical and legal arguments that nighttime lock-up should be abandoned in a modern forensic psychiatry which is obliged to humanity and the rule of law.

Key words
Forensic psychiatry, nighttime lock-up, security, ethics, psychoanalysis, forensic psychotherapy


Dr. med. Jan Bulla
Klinik für forensische Psychiatrie und Psychotherapie
des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Reichenau
(Medizinischer Direktor Prof. Dr. med. Klaus Hoffmann)
Feursteinstr. 55
78479 Reichenau
j.bulla@zfp-reichenau.de

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Redeverhalten in Gruppentherapie als möglicher Prädiktor für Therapieabbrüche von nach § 64 StGB untergebrachten Patienten
Jan Querengässer, María Isabel Fontao, Klaus Hoffmann, Reinhard Mielke & Thomas Ross

Zusammenfassung
Immer mehr Studien befassen sich aufgrund steigender Unterbringungszahlen und hoher Therapieabbruchraten von nach § 64 StGB untergebrachten Patienten mit der Ermittlung von prognostisch relevanten Abbruch-Prädiktoren. Ein Überblick über diese Forschungsaktivität wird gegeben und das Redeverhalten in Gruppentherapie als weiterer Prädiktor für Therapieabbrüche explorativ untersucht.
Dafür wurden die Rededauern, die Anzahl der Redebeiträge, die durchschnittliche Beitragsdauer und die Abfolgemuster der Redebeiträge von zwölf nach § 64 StGB untergebrachten Patienten analysiert und pro Patient und Gruppensitzung die Verlaufsmaße Therapiemotivation, Zufriedenheit und Erfolgserwartung erhoben.
Nach Ende der Unterbringung wurden die fünf regulär entlassenen Patienten aus dieser Gruppe mit den sieben Abbrechern dahingehend verglichen, ob sie sich in ihrem Redeverhalten und in den Therapieverlaufsmaßen retrospektiv unterscheiden. Vermutet wurde eine stärkere Prädiktionskraft des Redeverhaltens, was bestätigt werden konnte.
Trotz der kleinen Stichprobengröße zeigen die Ergebnisse der Studie, dass es aussichtsreich ist, die Liste möglicher Prädiktoren für Therapieabbrüche um das Therapieverhalten der Patienten zu erweitern. Implikationen für die Praxis werden diskutiert und Ansatzpunkte für weitere Forschung aufgezeigt.

Schlüsselwörter
Gruppenpsychotherapie, forensische Psychotherapie, Straftäterbehandlung, forensische Psychiatrie, Psychotherapieprozessforschung


Speech behavior in group therapy as a possible predictor of irregular therapy termination by patients sentenced according to § 64 of the German penal code (StGB)

Abstract
Because of increasing numbers of detention and high rates of irregular therapy termination among patients convicted according to § 64 of the German penal code, more and more studies deal with the identification of prognostically relevant variables to predict therapy success. An overview on scientific studies in this area is given and speech behavior in group psychotherapy as a predictor of irregluar therapy termination is investigated exploratively.
Therefore speech duration, the number of verbal contributions, the average length of speech contributions and the sequence patterns of twelve inpatients in forensic psychiatric care were analysed and three therapeutic process measures, therapy motivation, therapy satisfaction and a measure of perceived success of the psychotherapy in general were surveyed.
After having terminated the sentence the five patients who terminated the therapy regularly were compared with those seven who didn’t. It was investigated if the two groups differed retrospectively in their speech behavior and therapeutic process measures. A stronger predictive power of the speech behavior was hypothesized and could be demonstrated.
Despite of some methodic weaknesses, like the small sample size, the results of the study show that it could be promising to extend the list of possible predictors to predict irregular therapy termination integrating the therapy behavior of the patients. Practical implications are

discussed and starting-points for further investigation are demonstrated.

Key words
group psychotherapy, forensic psychotherapy, offender treatment, forensic psychiatry, psychotherapy process research


Dipl.-Psych. Jan Querengässer
Zentrum für Psychiatrie Reichenau
Haus 20
Feursteinstr. 55
78479 Reichenau
j.querengaesser@zfp-reichenau.de

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