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Forensische Psychiatrie und Psychotherapie

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2010-2

Tilman Kluttig
Editorial

Tilman Kluttig, Karin Lehmann
Psychische Belastungen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der forensischen Psychotherapie
Zusammenfassung | Abstract

Anne Aiyegbusi
Die Psychodynamik der Pflege von psychisch Kranken in der Forensik
Zusammenfassung | Abstract

Anna Motz
Sich verstecken und verloren sein: weibliche Patienten und Personal auf einer gemischten geschlossenen Station
Zusammenfassung | Abstract

Stefan Hollenberg, Bernhard Wittmann, Georg Juckel
Psychoedukation für die psychodynamische Therapie forensischer Patienten
Zusammenfassung | Abstract

John Adlam, Christopher Scanlon
Störungen des "Gruppismus" (Groupishness)? Strukturelle Gewalt, Verweigerung und die Reaktion der therapeutischen Gemeinschaft auf schwere Persönlichkeitsstörung
Zusammenfassung | Abstract

M. Dudeck, C. Spitzer, P. Kuwert, P. Horsfield, M. Gillner, H. J. Freyberger, S. Barnow
Temperament and Character of Inpatients with a Cluster-B Personality Disorder in a Forensic Sample
Zusammenfassung | Abstract

Astrid Rossegger, Arja Laubacher, Stefan Vetter, Frank Urbaniok, Frauke Kilvinger, Jérôme Endrass
Prädiktive Validität LSI-R bei entlassenen Gewalt- und Sexualstraftätern
Zusammenfassung | Abstract

Ulrich Kobbé
Forensische Foucaultiade oder Kleine Subjektpsychologie des forensischen Diskurses
Zusammenfassung | Abstract

 


Psychische Belastungen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der forensischen Psychotherapie
Tilman Kluttig, Karin Lehmann

Zusammenfassung
Im Kontext eines Vortrags zum 10-jährigen Bestehen der Station für forensische Psychotherapie im Zentrum für Psychiatrie Reichenau werden Parameter herausgearbeitet, die nach Auffassung der Autoren maßgeblich für das Erleben subjektiver Belastung bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sein können und denen daher präventiv innerhalb der Institution begegnet werden sollte.

Schlüsselwörter
Forensische Psychotherapie, Belastungsfaktoren für Mitarbeiter, Prävention


Emotional stress of psychotherapy staff in forensic settings

Summary
This paper was presented at the 10th anniversary of a forensic psychotherapeutic unit in Reichenau Psychiatric Centre. The authors focus on parameters which are mostly relevant for the subjective distress of staff members and recommend specific measures for prevention.

Key words
Forensic psychotherapy, subjective distress of staff, prevention


Dipl.-Psych. Tilman Kluttig
Zentrum für Psychiatrie Reichenau
Feursteinstr. 55
78479 Reichenau
t.kluttig@zfp-reichenau.de

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Die Psychodynamik der Pflege von psychisch Kranken in der Forensik
Anne Aiyegbusi

Zusammenfassung
Die Aufgaben von Pflegekräften, die Straftäter in geschlossenen psychiatrischen Einrichtungen betreuen, sind klinisch komplex und stellen eine ganz besondere emotionale Herausforderung dar. Dies liegt vielleicht an der Art der verschiedenen Rollen der Pflegekräfte und an ihren lang dauernden intensiven und schwierigen Kontakten zum forensischen Patienten, dessen wesentliches Beziehungsmodell sich vermutlich auf schädigende Art und Weise entwickelt hat. Im vorliegenden Beitrag sollen anhand von Fallbeispielen komplexe interpersonelle und emotionale Herausforderungen beschrieben werden, die sich bei der Betreuung von forensischen Patienten stellen, und erklärt werden, dass ein psychodynamischer Rahmen für die Pflegepraxis von Nutzen sein kann.

Schlüsselwörter
Psychotherapie in der Forensik, forensische Pflege, Containment, therapeutische Beziehung


The psychodynamics of forensic mental health nursing

Summary
Nurses who care for offenders in secure mental health services have a task that is clinically complex and in an emotional sense, uniquely challenging. Perhaps this is due to the nature of nurses’ roles and their prolonged involvement in intense, difficult human contacts involving or emanating from the forensic patient whose internal working model for relationships may have developed in damaging ways. The article will try to describe with the help of case examples complex interpersonal and emotional challenges faced in forensic nursing, and explain that a psychodynamic framework can support nursing practice.

Key words
Forensic psychotherapy, forensic nursing, containment, therapeutic relationship


Anne Aiyegbusi
Head of Nursing
West London Forensic Service, WLMHT
Uxbridge Road
Southall, UB1 3EU
United Kingdom
anne.aiyegbusi@wlmht.nhs.uk

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Sich verstecken und verloren sein: weibliche Patienten und Personal auf einer gemischten geschlossenen Station
Anna Motz

Zusammenfassung
Die Autorin befasst sich mit den Themen Verstecken, Verlieren und Gefundenwerden in Zusammenhang mit den Erfahrungen von Frauen in geschlossenen psychiatrischen Einrichtungen. Ihre verborgenen Missbräuche, Gewalttaten, kreativen Aspekte und geheimen Wünsche spielen für ihre Identität eine zentrale Rolle, werden aber oft von denjenigen, die mit ihnen arbeiten, nicht gesehen - und sogar von den Frauen selbst nicht. Sie möchte herausarbeiten, wie therapeutische Ansätze es möglich machen, dass dieses verborgene Material ans Licht gebracht werden kann, indem sie klinisches Material zur Veranschaulichung verwendet.

Schlüsselwörter
Weibliche Patienten, forensische Psychotherapie, Persönlichkeitsstörung, Selbstverletzung, geschlossene Stationen


Hiding and being lost: Female patients and staff on a mixed secure ward

Summary
The author explores the themes of hiding, losing, and being found in relation to the experiences of women in secure mental health services. Their hidden abuses, acts of violence, creative aspects and secret desires play a central role in their identity, but are often lost to those who work with them, and even to the women themselves. I will explore how therapeutic approaches can enable what is hidden to be brought into the open, using illustrative clinical material.

Key words
Female patients, forensic psychotherapy, personality disorder, self harm, secure units


Anna Motz
Wenric House
Littlemore Mental Health Centre
Sandford Road
Littlemore, Oxford, OX4 4XN
United Kingdom
apmotz@aol.com

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Psychoedukation für die psychodynamische Therapie forensischer Patienten
Stefan Hollenberg, Bernhard Wittmann, Georg Juckel

Zusammenfassung
Forensische Patienten im Maßregelvollzug zeigen häufig einen hohen Widerstand gegen psychotherapeutische Langzeittherapien. Sie entstammen meist broken-home Sozialisationen, sind traumatisiert und haben Mentalisierungs- und/oder Bindungsstörungen. Es handelt sich oft um Patienten mit schwereren strukturellen Persönlichkeitsstörungen, die sich aufgrund der Ich-Syntonizität ihrer vorwiegend im inter-individuellen Bereich verankerten Problematiken kaum auf eine Psychotherapie im engeren Sinne einlassen können oder wollen. Intrinsische Therapiemotivationen sind selten, der Aufbau einer therapeutischen Arbeitsbeziehung gestaltet sich entsprechend schwierig. Eine Psychoedukation für psychodynamische Therapie wird als Versuch verstanden, mit diesem Problem umzugehen. Ein hierzu entworfenes 10-stündiges, psychodynamisch orientiertes psychoedukatives Programm wird in dieser Arbeit vorgestellt. Neben der reinen Wissensvermittlung sollen durch die Teilnahme am Programm die Therapiemotivation, Selbstakzeptierung und Problemfokussierung gesteigert, interpersonelle Probleme und motivationale Inkongruenz reduziert werden. Erste klinische Eindrücke sprechen dafür, dass sich die Etablierung eines therapeutischen Arbeitsbündnisses durch eine psychoedukative Vorbereitung erleichtern lässt. Ob sich diese Ergebnisse auch statistisch signifikant und klinisch relevant quantitativ belegen lassen, wird derzeit in einer kontrollierten Studie überprüft.

Schlüsselwörter
Psychodynamik, Forensik, Psychoedukation, Evaluation


Psychoeducation and psychodynamic treatment for forensic inpatients

Summary
Many forensic inpatients show a broken home history, trauma, mentalization deficits and attachment problems which led them into substance abuse and criminality. Most of these patients have structural personality problems and fulfil the criteria of cluster B personality disorders. A therapeutic alliance which is essential for the success of a psychodynamic approach is hard to develop under these circumstances. In order to facilitate the beginning of a psychodynamic therapy the authors developed a psychoeducational program. With its 10 modules it is constructed to reduce the patients’ resistance against therapy as well as their interpersonal problems and motivational incongruency. First of all it is aimed that the patients gain a better understanding of their problems, which could be shown by changes in their stages of restructuring. In addition to that the patients’ motivation to undergo therapy and their self-acceptance should increase. A non-randomized clinical sample showed promising preliminary results. The program is being evaluated under experimentally controlled conditions.

Key words
Psychodynamics, Forensics, Psycho-education, Evaluation


Stefan Hollenberg, Dipl.-Psych.
LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie
Mühlenstr. 26
34431 Marsberg
stefan.hollenberg@wkp-lwl.org

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Störungen des "Gruppismus" (Groupishness)?
Strukturelle Gewalt, Verweigerung und die Reaktion der therapeutischen Gemeinschaft auf schwere Persönlichkeitsstörungen
John Adlam, Christopher Scanlon

Zusammenfassung
Dieser Beitrag erforscht die Dynamik zwischen gesellschaftlichen Fürsorgesystemen und den dauerhaft Ausgeschlossenen, insbesondere zum Patienten mit schwerer Persönlichkeitsstörung und zum "schwer zugänglichen" Patienten. Wir entwickeln eine neue Bezeichnung für Persönlichkeitsstörung als eine Störung des "Gruppismus". Die Geschichte von Diogenes und Alexander ist ein Paradigma für das Problem der Verweigerung. Wir untersuchen Arten von Gewalt, die die Gesellschaft gegen den ausgeschlossenen Außenseiter einsetzt, insbesondere das Unterstellen von absichtlichem Handeln bei den Gewalttaten und Selbstverletzungen eines persönlichkeitsgestörten Menschen. Abschließend betrachten wir sowohl die Verdienste des demokratischen Modells der therapeutischen Gemeinschaft als Reaktion auf schwere Persönlichkeitsstörungen als auch die Gefahren, die diesem Modell u. a. innewohnen, in einer unbewussten Identifikation mit Diogenes in seiner Tonne.

Schlüsselwörter
Ausschluss, Heimatlosigkeit, Obdachlosikeit, Störung des Gruppismus, Presönlichkeitsstörung


Disturbances of ‘Groupishness’?
Structural Violence, Refusal and the Therapeutic Community Response to Severe Personality Disorder

Summary
This paper explores the dynamics between societal systems of care and the chronically excluded, with particular reference to severe personality disorder and the "diffiicult-to-reach” patient. We reformulate personality disorder as a disturbance of "groupishness”. The story of Diogenes and Alexander is a paradigm for the problem of refusal. We examine modes of violence deployed by society against the excluded outsider, with particular reference to the hostile attribution of intentionality to the personality disordered individual’s acts of violence and self-harm. We conclude by considering both the merits of the democratic therapeutic community model as a response to severe personality disorder and the dangers, inherent in this model among others, in an unconscious identification with Diogenes in his barrel.

Key words
Exclusion; homelessness; disturbance of groupishness, personality disorder


John Adlam
6 Athlone Rd.
London SW2 2DR
United Kingdom
john.adlam1@btinternet.com

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Temperament and Character of Inpatients with a Cluster-B Personality Disorder in a Forensic Sample
M. Dudeck, C. Spitzer, P. Kuwert, P. Horsfield, M. Gillner, H. J. Freyberger, S. Barnow

Summary
The frequency of personality disorders in forensic psychiatric institutions varies between 50-75%. There are, however, few studies that investigated specific personality traits of criminal offenders, although several authors have emphasized the need for a dimensional approach since the various concepts of personality are imprecise and often ambiguous.
Cloninger´s psychobiological theory of the personality postulates a relationship between different characteristics of temperament and character and personality disorders. Thus, in the current study we investigated 33 inpatients of a maximum security unit with the "Temperament and Character Inventory" TCI and compared them with a clinical sample of 43 inpatients, both groups with a cluster B personality disorder. We found that the forensic inpatients showed lower values for the scales of novelty seeking, reward dependence and cooperativeness. Results will be discussed with regard to the importance for the clinical practise.

Key words
temperament, character, novelty seeking, cooperativity, forensic inpatient, cluster B personality disorder


Temperament und Charakter bei forensischen Patienten mit einer Cluster-B-Persönlichkeitsstörung

Zusammenfassung
Die Häufigkeit von Patienten mit Persönlichkeitsstörungen in forensisch-psychiatrischen Einrichtungen liegt zwischen 50-75 %. Es gibt nur wenige Untersuchungen, die spezifische Persönlichkeitsmerkmale bei Straftätern untersucht haben, obwohl sich zahlreiche Autoren für einen dimensionalen Zugang ausgesprochen haben, da verschiedene Persönlichkeitsmodelle unpräzise und nicht eindeutig erscheinen.
Die psychobiologische Persönlichkeitstheorie von Cloninger geht von einem Zusammenhang zwischen Temperament, Charakter und Persönlichkeitsstörung aus. In unserer Studie wurden 33 Patienten aus einer Hochsicherheitseinrichtung mit dem "Temperament and Character Inventory" TCI untersucht und mit einer klinischen Stichprobe von 43 Patienten verglichen. Bei beiden Gruppen lag diagnostisch eine Persönlichkeitsstörung des Clusters B vor. Bei den forensischen Patienten ergaben sich niedrigere Werte auf den Skalen Neugierverhalten, Belohnungsabhängigkeit und Kooperativität. Die Ergebnisse werden in Hinblick auf die klinische Praxis diskutiert.

Schlüsselwörter
Temperament, Charakter, Neugierverhalten, Kooperativität, forensische Patienten, Cluster-B-Persönlichkeitsstörung


Manuela Dudeck, M.D.
Department of Psychiatry and Psychotherapy
Ernst-Moritz-Arndt-University Greifswald
Rostocker Chaussee 70
18437 Stralsund
manuela.dudeck@uni-greifswald.de

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Prädiktive Validität LSI-R bei entlassenen Gewalt- und Sexualstraftätern
Astrid Rossegger, Arja Laubacher, Stefan Vetter, Frank Urbaniok, Frauke Kilvinger, Jérôme Endrass

Zusammenfassung

Das Level of Service Inventory-Revised (LSI-R) wurde 2001 von Andrews & Bonta entwickelt. Viele Merkmale des LSI-R haben einen dynamischen Charakter, was die Anwendung des LSI-R in der praktischen Arbeit mit Straftätern attraktiv macht. Die meisten Validierungsstudien zum LSI-R untersuchten einen kurzen Untersuchungszeitraum und konzentrierten sich auf nicht gewalttätige Straftäter. Ziel vorliegender Arbeit war es die prädiktive Validität erstmals an einer Stichprobe von entlassenen Gewalt- und Sexualstraftätern zu untersuchen. Die Stichprobe setzte sich aus 107 Gewalt- und Sexualstraftätern zusammen. Bei der Untersuchung der prädiktiven Validität wurde zwischen einem Beobachtungszeitraum von einem und sieben Jahren unterschieden. Die prädiktive Validität des LSI-R für allgemeine Rückfälligkeit war sowohl für einen Beobachtungszeitraum von einem Jahr (AUC=0.67) als auch einen von sieben Jahren (AUC=0.

8) zufriedenstellend. Hingegen war die prädiktive Validität für gewalttätige Rückfälle mangelhaft (AUC=0.51 für Rückfälle innerhalb von einem Jahr, AUC=0.65 innerhalb von sieben Jahren). Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass das LSI-R auch bei Gewalt- und Sexualstraftätern ein valides Instrument darstellt, um das Risiko erneuter Straffälligkeit zu schätzen.

Schlüsselwörter
LSI-R, Rückfallrisiko, Validität, Rückfälligkeit, Schweiz


Predictive validity of LSI-R in released violent criminals and sexual offenders

Summary
The LSI-R was developed by Andrews and Bonta in 2001. It provides information about an offender’s risk of recidivism and about the need for treatment and supervision. So far, most validation studies analyzed short follow-up periods and focused on non-violent offenders serving short sentences. The sample consisted of 107 violent and sex offenders. Follow-up time was seven years. ROC-analyses of the predictive validity resulted in an AUC of 0.67 for recidivism within one year and an AUC of 0.78 for recidivism within seven years. It can be concluded that the LSI-R is valid for the use in Swiss offender populations and that the inclusion of dynamic items does not necessarily limit the predictive validity of an instrument to short follow-up periods or to specific justice systems or cultural settings.

Key words
LSI-R, risk-assessment, validity, recidivism, Switzerland


Dr. rer. nat. Astrid Rossegger
Psychiatrisch-Psychologischer Dienst
Justizvollzug Zürich
Postfach
Feldstrasse 42
8090 Zürich
Schweiz
astrid.rossegger@ji.zh.ch

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Forensische Foucaultiade oder
Kleine Subjektpsychologie des forensischen Diskurses
Ulrich Kobbé

Zusammenfassung

Der Autor exzerpiert Foucault. Er stellt Fragen nach der ethischen Selbstautorisierung und
-legitimierung der forensisch-psychologischen Wissenschaft. Der Skandal der (forensischen) Psychologie und Psychiatrie beginnt mit jener quasi retroaktiven Illusion, Wahnsinn und Gefährlichkeit seien im Menschen ursprünglich angelegt, jedoch bis in die Moderne unentdeckt geblieben. Die Dramaturgie eines normativen Wissenschaftsverständnisses verwechselt nicht nur Ursache (Kausalität) und determinierende Gesetzmäßigkeiten, sondern erschafft die monströse Gestalt des infamen Täters, des infimen Delinquenten. Die Kritik gilt dem Mainstream einer Wissenschaft, die sich mathematisch-statistischem Design verschrieben, Objektivität zum Fetisch und das Fading des Subjekts zum Programm gemacht hat. Der Versuch eines konzessionslosen Blicks auf die forensisch-psychologische Wissenschaft konfrontiert mit dem ‚leeren’ Ort einer - unerreichbaren - ethischen Wahrheit jenseits der Illusionen. Er fordert eine ethische Selbstbegründung forensischer Subjektwissenschaft und leitet auf Diskurse der Selbstbefragung und Selbstkritik über.

Schlüsselwörter
Foucault, Subjektpsychologie, forensische Psychologie, Ethik, Gefährlichkeit


Forensic Foucauldian Reflections - or
on subject psychology of forensic discourse

Summary
The author is excerpting Foucault. He poses questions as to the ethical self-authorization and legitimation of forensic psychological science. The scandal of (forensic) psychology and psychiatry starts with that quasi-retroactive illusion supposing that madness and dangerousness are initially innate in human beings, however without being detected until modern times. The dramaturgy of a normative understanding of science not only confounds cause (causality) and the determining regularities, but also creates the monstrous figure of the infamous offender, of the miserly delinquent. The criticism is directed against the mainstream of a science that  has dedicated itself to the mathematical statistical design, has transferred objectivity into fetish and whose programme consists in the fading of the subject. The attempt to look at forensic psychological science without concessions is confronting with the "empty" place of an - unattainable - ethical truth beyond the illusions. It calls for an ethical self-reasoning of forensic subject science and segues into discourses of self-questioning and self-criticism.

Key words
Foucault, subject psychology, forensic psychology, ethics, dangerousness


Dipl.-Psych. Dr. Ulrich Kobbé
Universität Duisburg-Essen
Fachbereich Bildungswissenschaften
45117 Essen
ulrich@kobbe.de

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