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Empirische Sonderpädagogik

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2020-1

Der Einsatz des Youth Self Report (YSR/11-18) bei Heranwachsenden: Eine faktorenanalytische Betrachtung im Kontext der Beruflichen Bildung
Sophie Clara Holtmann, Hans-Walter Kranert & Roland Stein
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Entwicklung der Kurzskala zur Selbstwirksamkeit im Umgang mit heterogenen Lerngruppen (KUS-HL) – Reanalysen der Skalen von Kopp (2009) und Validierung der Kurzskala
Steffen Siegemund, Michel Knigge & Carolin Rotter
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Zur Veränderbarkeit von Heterogenitäts-Einstellungen und -Selbstwirksamkeitsüberzeugungen von Lehramtsstudierenden durch diversitätssensible hochschuldidaktische Lehrmodule
Robin Junker, Nina Zeuch, David Rott, Ina Henke & Ronja Kürten
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Dabei sein ist alles?
Psychosoziale Entwicklung von Kindern mit Förderschwerpunkt Lernen in inklusiven vs. exklusiven Fördersettings
Malte Schwinger, Maike Trautner, Nantje Otterpohl, Birgit Lütje-Klose & Elke Wild
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Was bleibt hängen?
Evidenz für eine Beeinträchtigung des Behaltens von Leistungsinhalten durch einen Indikator einer motorischen Beeinträchtigung
Tobias Tempel & Gerolf Renner
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Der Einsatz des Youth Self Report (YSR/11-18) bei Heranwachsenden: Eine faktorenanalytische Betrachtung im Kontext der Beruflichen Bildung
Sophie Clara Holtmann, Hans-Walter Kranert & Roland Stein

Zusammenfassung
Psychische Belastungen junger Menschen stellen auch für die Gestaltung und Bewältigung Beruflicher Bildungsprozesse eine pädagogische Herausforderung dar. Insbesondere ergeben sich für Berufliche Schulen als wichtigen Ankerpunkt Beruflicher Bildung aus zwei Gründen heraus Bedarfe im Hinblick auf qualitativ hochwertige diagnostische Instrumente: zum  einen,  weil auch hier eine zunehmend intensive Diskussion um eine stärker inklusiv orientierte Ausrichtung im Gange ist – und zum anderen, weil neben dem Erkennen von Interventionsbedarfen, etwa über den Response-to-Intervention-Ansatz, mehr als bisher die Frage der Früherkennung und der Prävention für solche Problematiken gestellt wird. Auf Basis vorliegender Daten aus bayerischen Berufs- bzw. Berufsfachschulen wird in diesem Beitrag untersucht, inwiefern sich in der Faktorenstruktur des Instruments „Youth Self Report (YSR)“ der Achenbach-Skalen (Arbeitsgruppe Deutsche  Child Behavior  Checklist, 1998), trotz einer  partiell  abweichenden Altersstruktur der Stichprobe, mögliche Besonderungen ergeben. Eine vollständige Replikation der Struktur gelang nicht, jedoch ergaben sich einige Analogien mit einer deutlichen Reduzierung der Itemanzahl.

Schlüsselwörter: Psychische Belastung, Berufliche Bildung, Berufsschule, Diagnostik, YSR, Faktorenanalyse


Identification of mental stress in vocational schools: a validation of the Youth Self Report (YSR/11-18)

Abstract
Mental stress in young adults is an educational challenge during vocational education. Especially for schools providing vocational education high-quality diagnostic instruments are relevant in two aspects: first because there are more and more discussions about a future path to inclusive learning. Second, because there is a need of early intervention, early diagnosis and prevention. Based on the data of Bavarian pupils of schools providing vocal education we investigated via factorial analysis whether the diagnostic instrument „Youth Self Report (YSR)“ (Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist, 1998) is valid for this sample. We investigated whether the factorial structure is stable and identic to the primary version. A complete replication of the structure wasn´t possible but similarities were found with a considerable reduction of items. One reason might be the deviating age from the original sample.

Keywords: Mental stress, vocational education, vocational school, diagnostic, YSR, factor analysis


M. Sc. Sophie Clara Holtmann
Lehrstuhl für Sonderpädagogik V –
Pädagogik bei Verhaltensstörungen
Wittelsbacherplatz 1
97074 Würzburg

 


Entwicklung der Kurzskala zur Selbstwirksamkeit im Umgang mit heterogenen Lerngruppen (KUS-HL) – Reanalysen der Skalen von Kopp (2009) und Validierung der Kurzskala
Steffen Siegemund, Michel Knigge & Carolin Rotter

Zusammenfassung

Die vorliegende Studie überprüft die Faktorenstruktur der Selbstwirksamkeitsskalen im Umgang mit Heterogenität bzw. mit „besonderen“ Schülerinnen und Schülern (SuS) von Kopp (2009) anhand von zwei Datensätzen mit insgesamt 725 Studierenden der Lehrämter Primar- und/oder Sekundarstufe, Gymnasium  sowie  Sonderpädagogik.  Im Ergebnis zeigt  sich  ein  besserer Modellfit für ein alternatives vierfaktorielles Modell. Die Aufteilung in die Faktoren „Adaptive Unterrichtsgestaltung in heterogenen Lerngruppen“ und „Adaptive Unterrichtsgestaltung für SuS mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf“ verweist hierbei auf die viel diskutierte Unterscheidung eines engen und eines weiten Inklusionsbegriffs (vgl. Werning, 2014) auch auf Ebene der Selbstwirksamkeit von Studierenden. Die weiteren Faktoren „Inklusive Lehrerpersönlichkeit“ und „Klassenklima“ folgen der Struktur von Kopp, wenngleich die Neuordnung einiger Items eine stringentere Interpretation ermöglicht und den Modellfit verbessert. An einem dritten Datensatz (n = 456) erfolgt die Validierung der neu entwickelten Kurzskala KUS-HL. Diese bietet zusammenfassend eine ökonomische Alternative zur Messung der Selbstwirksamkeit auch für Gruppen von Studierenden mit unterschiedlichen Lehrämtern.

Schlüsselwörter: Inklusion, Heterogenität, Überzeugung, Selbstwirksamkeitserwartung, Lehramtsstudierende


Development of the short scale for self-efficacy in dealing with heterogeneous learning groups (KUS-HL) – Reanalyses of the scales by Kopp (2009) and validation of the short scale

Abstract
This study examines the  factor structure of self-efficacy scales dealing with heterogeneity or „special“ pupils developped by Kopp (2009). This is conducted through two sets of data with a total number of 725 students pursuing a teaching degree in the fields of primary and/or secondary school or special needs education. The results show a better model fit for an alternative four-factor model. The division into the factors „Adaptive teaching structure in heterogeneous learning groups“ and „Adaptive teaching structure for pupils with increased special educational needs“ refers to the much discussed distinction between a narrow and a broad concept of inclusion (cf. Werning, 2014), also at the level of students‘ self-efficacy. The other factors, „Inclusive teacher personality“ and „Class atmosphere“, follow Kopp‘s structure, although the reorganization of some items allows a more stringent interpretation and improves the model fit. A third set of data (n = 456) is used to validate the newly developed short scale KUS-HL. In summary, this scale offers an economic alternative to measure self-efficacy even for groups of students with differing teaching degrees.

Keywords: Inclusive education, heterogeneity, beliefs, self efficacy


Dr. Steffen Siegemund
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Lehrstuhl für Pädagogik bei Geistiger Behinderung
Wittelsbacher Platz 1
97074 Würzburg

 


Zur Veränderbarkeit von Heterogenitäts-Einstellungen und -Selbstwirksamkeitsüberzeugungen von Lehramtsstudierenden durch diversitätssensible hochschuldidaktische Lehrmodule
Robin Junker, Nina Zeuch, David Rott, Ina Henke, Constanze Bartsch & Ronja Kürten

Zusammenfassung

Der effektive schulische Umgang mit Heterogenität ist einer der Hauptansatzpunkte, um der Aufrechterhaltung sozialstruktureller, gesamtgesellschaftlicher Ungleichheiten entgegenzuwirken. Dabei spielen die positiven heterogenitätsbezogenen Einstellungen und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen von Lehrkräften eine Schlüsselrolle, da empirische Befunde die Rolle von Einstellungen und Überzeugungen für das berichtete Lehrer*innenhandeln, die Schüler*innenleistungen und die Belastungsgefühle auf Seiten der Lehrkräfte wiederholt verdeutlicht haben. Erste Studien zur Förderbarkeit von Einstellungen und Selbstwirksamkeitserwartungen haben zwar positive Wirkungen gezeigt, arbeiten aber mit eher kleinen Stichproben und einem eher eingeschränkten Heterogenitätsbegriff. Auf dieser Grundlage untersucht die vorliegende Studie in einem quasiexperimentellen Design anhand von 1703 Lehramtsstudierenden und mit Hilfe des neu entwickelten Messinstruments MESS H (Münsteraner Einstellungs- und Selbstwirksamkeitsskala zum Umgang mit Heterogenität), inwiefern sich positive Einstellungen sowie Selbstwirksamkeitsüberzeugungen in Bezug auf den Umgang mit Heterogenität durch diversitätssensible hochschuldidaktische Lehrmodule fördern lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Selbstwirksamkeitsüberzeugungen von Lehramtsstudierenden durch die Lehrmodule verbessert werden können. Die Einstellungsveränderungen im Zeitraum hängen hingegen eher mit Geschlecht und Studierendenstatus (Bachelor/Master) zusammen. Mögliche Implikationen für die Förderung von positiven, heterogenitätsbezogenen Einstellungen und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen im Lehramtsstudium werden diskutiert.

Schlüsselwörter: Heterogenität, Einstellungen, Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, Hochschuldidaktik, MESS-H


Changing heterogeneity-related attitudes and perceived self-efficacy of pre-service teachers through diversity-sensitive courses in higher education

Abstract
Dealing with students’ diversity is one of the main approaches to counter the maintenance of societal inequality. Teachers’ positive heterogeneity-related attitudes and self-efficacy beliefs play a key role as they correlate with reported adaptive teaching methods, lead to improved student performance and less teacher stress. Although initial studies on the promotion of positive attitudes and self-efficacy beliefs have shown noteworthy effects, they rely on small samples and a limited concept of heterogeneity. Using a quasi-experimental design, 1703 pre-service teachers were examined twice with the newly developed scale MESS-H (Münster‘s attitude and self-efficacy scale for dealing with heterogeneity) to find out, if positive attitudes and self-efficacy beliefs can be increased by diversity-sensitive teaching modules. On the one hand, results show that self-efficacy beliefs can be significantly optimized. On the other hand, changes in attitude during the period were more closely related to gender and student status (Bachelor/ Master) than belonging to one of the two experimental groups. Possible implications for promoting positive, heterogeneity-related attitudes and self-efficacy beliefs in teacher training are discussed.

Keywords: Heterogeneity, attitudes, perceived self-efficacy, higher education, MESS-H


Dr.Robin Junker
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Psychologie in Bildung und Erziehung
Fliednerstraße 21
48149 Münster
robin.junker@uni-muenster.de

 


Dabei sein ist alles? 
Psychosoziale Entwicklung von Kindern mit Förderschwerpunkt Lernen in inklusiven vs. exklusiven Fördersettings

Malte Schwinger, Maike Trautner, Nantje Otterpohl, Birgit Lütje-Klose & Elke Wild

Zusammenfassung

Eine vorurteilsfreie, empirische Untersuchung der Chancen und Risiken inklusiver Beschulung stellt eine wichtige Voraussetzung zum Gelingen schulischer Inklusion im deutschen Schulsystem dar. Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zu dieser Debatte, indem sie die psychosoziale Entwicklung von N = 410 inklusiv vs. exklusiv beschulten Kindern  mit  Förderschwerpunkt Lernen (SPF-L) längsschnittlich über drei Messzeitpunkte am Ende der Grundschulzeit analysiert. In latenten Wachstumskurvenanalysen zeigten sich für die untersuchten Merkmale Fähigkeitsselbstkonzept, Selbstwirksamkeit, soziale Integration, allgemeiner Selbstwert und schulisches Wohlbefinden im Ausgangswert und  im Entwicklungsverlauf kaum nennenswerte Unterschiede zwischen den Fördersettings. Insgesamt weisen die Befunde darauf hin, dass die Qualität der einzelnen Schule und der einzelnen Lehrkraft wichtigere Bestandteile erfolgreicher Inklusion sein dürften als formale Aspekte wie Schulgröße und Beschulungsform.

Schlüsselwörter:  Schulische Inklusion, Förderschwerpunkt Lernen, Selbstwert, schulisches Wohlbefinden, Motivation


Taking part is everything? Psychosocial development of children with mild learning difficulties in inclusive vs. exclusive school settings

Abstract
The successful implementation of inclusive education in the German school system requires an unbiased and objective empirical investigation of opportunities and risks of inclusive education. In the present study, we seek to contribute to this debate by providing results on the psychosocial development of primary students with mild learning difficulties in inclusive and exclusive educational settings. The analyses are based on data from the Bielefeld Longitudinal Study on Learning in Inclusive and Exclusive Forms of Special Needs Education (BiLieF) with a total of N = 410 students who participated at three measurement points at the end of primary school. Latent growth curve analyses revealed no noteworthy differences between students in inclusive and exclusive school settings with respect to most of the examined indicators of psychosocial adjustment (i.e., ability self-concept, self-efficacy, social integration, general self-esteem, and school-related well-being). These non-significant differences were consistently found for base-line values (intercepts) and development over time (slopes), respectively. Taken together, our findings support the assumption that a successful implementation of inclusive education depends to a lesser degree from formal aspects (e.g., school size, inclusive vs. exclusive school settings), but rather from other, non-formal aspects of schooling (e.g., characteristics within certain schools, quality of teaching).

Keywords: Inclusion, mild learning difficulties, self-esteem, well-being, motivation


Prof.Dr. Malte Schwinger
AE Pädagogische Psychologie Philipps-Universität
Gutenbergstr. 18
35032 Marburg

 


Was bleibt hängen?
Evidenz für eine Beeinträchtigung des Behaltens von Leistungsinhalten durch einen Indikator einer motorischen Beeinträchtigung

Tobias Tempel & Gerolf Renner

Zusammenfassung

In einem Experiment wurde untersucht, wie die Bewertung einer schriftlichen Leistung und das Gedächtnis für deren Inhalt durch eine Information über eine motorische Beeinträchtigung der Verfasserin des Aufsatzes beeinflusst wird. Studentische Versuchspersonen lasen zunächst einen Aufsatz und sollten diesen anschließend bewerten sowie Fragen zu dessen Inhalt beantworten. Drei Bedingungen wurden verglichen. Eine erste Gruppe erhielt einen in ansprechendem Schriftbild handschriftlich verfassten Aufsatz. Die zweite und dritte Gruppe erhielten hingegen den gleichen Aufsatz in einem unsaubereren Schriftbild verfasst. Nur der dritten Gruppe wurde außerdem eine knappe Zusatzinformation gegeben, nach der die Autorin durch eine Diparese motorisch beeinträchtigt sei. Es ergaben sich zwei Hauptbefunde. Zum einen wurde der Aufsatz signifikant besser bewertet, wenn er in schöner Handschrift abgefasst war. Zum anderen beeinträchtigte die Zusatzinformation das Behalten des Aufsatzinhalts. Diese Befunde deuten an, wie vom Leistungsinhalt unabhängige Information über eine motorische Beeinträchtigung Leistungsbewertungen verzerren können.

Schlüsselwörter: Benotung, Körperbehinderung, Halo-Effekt, Stigmatisierung


What stays in memory? Evidence on how an indicator of a motor impairment affects retention of performance contents

Abstract
In an experiment, we examined how grades for an essay written by a student as well as memory for its content are influenced by giving the information about a motor impairment of that student. Participants read an essay, subsequently grading it and answering questions concerning its content. Three conditions were compared. The first group received the essay in appealing handwriting. The second and third group received the same essay but in scrawly handwriting. Only the third group was additionally informed about a motor impairment of the author (diparesis). There were two main results. First, grades for the essay in appealing handwriting were significantly better as compared to scrawly handwriting. Second, the additional information impaired memory for the content of the essay. These findings suggest that information about a motor impairment can distort performance evaluation.

Keywords: Grading, physical disability, motor impairment, halo effect, stigmatization


PD Dr. Tobias Tempel
PH Ludwigsburg, Fakultät für Sonderpädagogik
Reuteallee 46
71634 Ludwigsburg

 



Empirische Sonderpädagogik
12. Jahrgang · 2020  · Heft 1

Pabst, 2020
ISSN 1869-4845
Preis: 15,- €

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