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Empirische Sonderpädagogik

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2022-3


Learning from null results: An analysis of the unexpected findings of a mathematical intervention study conducted in inclusive classrooms
Urs Grob, Elisabeth Moser Opitz & Meret Stöckli
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Die Interviewführung in standardisierten Interviews mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen – Erkenntnisse aus Interviewbeobachtungen
Markus Schäfers & Viviane Schachler
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Verhaltensauffälligkeiten hörgeschädigter Kinder: Sekundäranalyse von Daten aus deutschsprachigen Studien mit dem SDQ-D
Manfred Hintermair & Thorsten Burger
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Wenig Personal, hohe Anforderung – dennoch zuversichtliche Lehramtsstudierende? Effekte von Personalressourcen und Schülermerkmalen auf inklusive Lehrer-Überzeugung und -Selbstwirksamkeit.
Josef Künsting, Ina Duckhorn & Ann-Catherine Burger
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„Einer für Alle, Alle für Einen?“ - Sozialklima bei Schulkindern mit ADS und ADHS im gemeinsamen Unterricht
Sophie C. Holtmann & Philipp Abelein
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Learning from null results: An analysis of the unexpected findings of a mathematical intervention study conducted in inclusive classrooms
Urs Grob, Elisabeth Moser Opitz & Meret Stöckli


Abstract
This paper presents an additional, more detailed, analysis of the null results and unexpected outcome of a published intervention study. Pfister, Stöckli et al. (2015) report the results of an intervention study in mathematics in inclusive classrooms. In that study the general education teacher implemented an intervention aimed at supporting low achievers in mathematics lessons in 58 inclusive classrooms with 888 third grade students. Two experimental groups (n = 37 teachers) worked with the program, the third group (groupCONTROL; n = 21 teachers) continued to teach ‘as usual’. The experimental groupMAT (n = 16 teachers) was given the program material and the experimental groupMEET (n = 21 teachers) received the material and had two in-service training sessions. Contrary to theory-based predictions, groupMAT outperformed groupMEET. To try to understand this finding, in the present study we investigated the effects of the three treatment conditions on students with different levels of math achievement at t1 by using the data to estimate random slope models with cross-level interactions. Contrary to our expectations, high achieving students in groupMAT had significantly greater learning gains than those in groupMEET. Control variables at the individual and class level could not explain this outcome. The analysis highlighted the methodological challenges of studies conducted in complex inclusive education settings and raised the question of whether targeted support in an inclusive setting, without individual support outside of the classroom, can meet the needs of low achieving students in mathematics.

Keywords: intervention study, null effects, low achievers in mathematics, inclusive education


Lernen von Null-Effekten: Eine Analyse von unerwarteten Effekten einer Interventionsstudie in inklusiven Klassen


Zusammenfassung
In der Publikation von Pfister, Stöckli et al. (2015) wurden unerwartete Ergebnisse und fehlende Effekte einer unterrichtsintegrierten Intervention für rechenschwache Schüler:innen in inklusiven Klassen berichtet. Im vorliegenden Artikel werden zusätzliche und detailliertere Analysen präsentiert, die dazu beitragen, die Ergebnisse zu verstehen und einzuordnen. In der Studie mit (N = 58 inklusive Klassen, N = 888 Drittklässler:innen) wurde eine unterrichtsintegrierte Intervention zur Förderung von rechenschwachen Schüler:innen von den Regellehrkräften durchgeführt. Zwei Experimentalgruppen (n = 37 Lehrkräfte) erhielten
die Fördermaterialien, die Lehrkräfte (n = 21) in der Kontrollgruppe (GruppeCONTROL) führte ihren normalen Mathematikunterricht durch. Die Experimentalgruppe GruppeMAT (n = 16 Lehrkräfte) erhielt die Fördermaterialien, die Experimentalgruppe GruppeMEET (n = 21 Lehrkräfte) bekam zusätzlich zu den Materialien ein Fortbildungsangebot (zwei Nachmittage). Entgegen den Erwartungen machten die Lernenden in der GruppeMAT größere Leistungsfortschritte als die GruppeMEET. Um dieses Ergebnis zu verstehen, wurde in der hier präsentierten Studie der Einfluss der unterschiedlichen Interventionsformen auf Schüler:innen mit unterschiedlichen mathematischen Vorkenntnissen untersucht. Berechnet wurden Random Slope Modelle mit Cross-Level Interaktionen. Entgegen den Erwartungen machten Lernende mit hohen Vorkenntnissen in der GruppeMAT signifikant größere Leistungsfortschritte als vergleichbare Lernende in der GruppeMEET. Die Kontrollvariablen auf Individual- und Klassenebene konnten dieses Ergebnis nicht erklären. Dieses Resultat weist erstens darauf hin, dass es sehr herausfordernd ist, inklusiven Unterricht zu untersuchen und die verschiedenen Einflussvariablen zu kontrollieren. Zudem stellt sich die Frage, ob eine rein unterrichtsintegrierte Förderung den Bedürfnissen von rechenschwachen Lernenden gerecht wird und ob diese nicht auch eine individualisiertere Förderung außerhalb des Regelunterrichts benötigen würden.

Schlagwörter: Interventionsstudie, Null-Effekte, rechenschwache Schüler:innen, inklusiver Unterricht


Corresponding author:
Elisabeth Moser Opitz
Universität Zürich
Institut für Erziehungswissenschaft
Freiestrasse 36
CH-8032 Zürich
elisabeth.moseropitz@uzh.ch


 


Die Interviewführung in standardisierten Interviews mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen – Erkenntnisse aus Interviewbeobachtungen
Markus Schäfers, Viviane Schachler


Zusammenfassung
Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen werden in der Forschung zunehmend selbst als relevante Auskunftsquelle gesehen, insbesondere wenn es um ihre subjektiven Bewertungen geht. Insofern kommt der Methodenforschung zur Befragung dieses Personenkreises eine hohe Bedeutung zu. Neben der Suche danach, welchen Einfluss Befragten- und Fragemerkmale auf die Datenqualität haben, ist insbesondere die Güte der Interviewführung von Interesse. Um die Interaktion, insbesondere das Interviewer/innen-Verhalten in persönlich-mündlichen Interviews mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zu untersuchen, wurde ein Beobachtungssystem entwickelt und im Rahmen einer Pretest-Studie angewandt. Es liegen Angaben zu rund 3.000 Frage-Antwort-Verläufen aus zwölf beobachteten Interviews vor, die von vier verschiedenen Interviewer/innen durchgeführt wurden. 78% aller Sequenzen führen zu adäquaten Messresultaten, d.h. dass der Frage-Antwort-Verlauf unproblematisch ist und schließlich zu gültigen Antworteintragungen führt. 22% der Sequenzen sind problematisch. Darunter fallen erneute Fragestellungen der Interviewer/innen als Reaktion auf Verständnisprobleme der Befragten, die mit starken Veränderungen der Frageformulierungen und Bedeutungsverschiebungen einhergehen. Aber auch problematische Veränderungen von Initialfragen sind festzustellen. Im Ausmaß der eigenständigen Frageabänderungen zeigen sich deutliche von der Person des Interviewers bzw. der Interviewerin abhängige Unterschiede. Die Ergebnisse verdeutlichen die besondere Bedeutung von Interviewer/innen-Trainings im Kontext der Befragung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Interviewbeobachtungen bieten insbesondere zum Umgang mit Verständnisproblemen geeignetes Schulungsmaterial und sind darüber hinaus für eine interaktionssensible Erprobung von Befragungsinstrumenten prädestiniert.

Schlagwörter: Interviewerverhalten, standardisiertes Interview, Pretest, Behavior Coding


Interviewing People with Intellectual Disabilities: Coding the Behavior of Interviewers and Respondents in Survey Interviews


Abstract
In research people with intellectual disabilities are increasingly seen as a relevant source of information, especially when it comes to their subjective evaluations. Therefore, methodological research on interviewing people is of great importance. Besides the influence of respondent and question characteristics on data quality, the quality of interviewing is of particular interest. In order to analyze the interaction, especially the interviewer behavior in face-to-face survey interviews with intellectual disabilities, a behavior coding scheme was developed and applied in a pretest study. Approximately 3,000 question-answer sequences
from twelve observed interviews are included in the study. The interviews were conducted by four different interviewers. 78% of all sequences lead to adequate measurement results, i.e. that the question-answer sequence is unproblematic and finally leads to valid answer entries. 22% of all sequences are problematic. These include questions read with major changes in response to problems in question understanding. However, problematic changes in initial questions can also be observed. In the extent of questions read with major changes, interviewer-related differences can be seen. The results illustrate the importance of interviewer training in the context of interviewing people with intellectual disabilities. Therefore, coding the interviewer’s behavior offers illustrative material, especially for dealing with problems in question understanding. It is also useful for an interaction-sensitive testing of survey instruments.

Keywords: interviewer behavior, survey methods, pretests, behavior coding


Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. Markus Schäfers
Hochschule Fulda
Leipziger Straße 123
D-36037 Fulda
Markus.Schaefers@sw.hs-fulda.de


 


Verhaltensauffälligkeiten hörgeschädigter Kinder: Sekundäranalyse von Daten aus deutschsprachigen Studien mit dem SDQ-D
Manfred Hintermair & Thorsten Burger


Zusammenfassung
Es werden Ergebnisse einer Sekundäranalyse von 13 deutschsprachigen Studien zu Verhaltensauffälligkeiten bei hörgeschädigten Kindern (n = 1205) vorgestellt, die im Zeitraum zwischen 2001 und 2020 mit dem Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ-D) durchgeführt worden sind. Das Studienalter steht in keinem signifikanten Zusammenhang zur Häufigkeit von Verhaltensauffälligkeiten der untersuchten Kinder. Die Prävalenzdaten zeigen sowohl in der Einschätzung durch die Mütter als auch durch die Lehrkräfte im Vergleich zu hörenden Normierungsstichproben erhöhte Werte insbesondere in den Teilskalen „Verhaltensauffälligkeiten“ und „Probleme mit Gleichaltrigen“. Probleme mit Peers werden durch zahlreiche andere Studien in ihrer Bedeutung für die Entwicklung hörgeschädigter Kinder dokumentiert. Im Urteil der Mütter zeigen sich erhöhte Werte auch für die Teilskala „Emotionale Probleme“. Zusammenhangsanalysen mittels eines pfadanalytischen Vorgehens machen den Stellenwert der kommunikativen Kompetenz für die psychische Entwicklung sichtbar, während die Kommunikationsmodalität keine Rolle spielt. Dieser Befund wird in anderen Studien in vergleichbarer Weise dokumentiert. Ebenso werden Daten aus anderen Studien bestätigt, wonach Kinder, die eine zusätzliche Beeinträchtigung haben, und Kinder, die an einem Förderzentrum beschult werden, mehr Probleme in ihrer Entwicklung zeigen. Die Analyse der Subskalen des SDQ-D enthält Hinweise auf behinderungsspezifische Besonderheiten, die für die Förderung und die Gestaltung von Bildungsprozessen relevant sind.

Schlagwörter: Sekundäranalyse, Hörschädigung, Verhaltensauffälligkeiten, Prävalenz, kommunikative Kompetenz


Behavioral problems of deaf and hard-of-hearing children: Secondary analysis of data from German studies using the SDQ-D


Abstract
Results of a reanalysis of 13 German studies on behavioral problems in deaf and hard-ofhearing (DHH) children (n = 1205) conducted between 2001 and 2020 using the Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ-D) are presented. Study age is not significantly related to the prevalence of behavioral problems in the children studied. Prevalence data show increased scores in both mothers’ and teachers’ assessments compared to hearing norming samples, particularly in the “behavioral problems” and “problems with peers” subscales. Problems with peers are documented by numerous other studies in their importance for the development of DHH children. The evaluation of the mothers also reveals increased scores regarding the subscale “emotional problems”. Additional analyses by means of a path analytic procedure indicate the importance of communicative competence for the psychological development, while the communication modality does not play a role. This result is documented in other studies in a comparable manner. Likewise, data from other studies confirm that DHH children who have an additional handicap and children who are educated at a school for the deaf and hard-of-hearing reveal more problems in their development. The analysis of the subscales of the SDQ-D indicate specific characteristics due to hearing loss that are relevant for educational promotion.

Keywords: Reanalysis, hearing impairment, behavioral problems, prevalence, communicative competence

 

Korrespondenzadresse:
Manfred Hintermair
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Keplerstraße 87
D-69120 Heidelberg
hintermair@ph-heidelberg.de


 


Wenig Personal, hohe Anforderung – dennoch zuversichtliche Lehramtsstudierende?
Effekte von Personalressourcen und Schülermerkmalen auf inklusive Lehrer-Überzeugung und -Selbstwirksamkeit.

Josef Künsting, Ina Duckhorn & Ann-Catherine Burger


Zusammenfassung
Mit einer Stichprobe von 104 angehenden Lehrkräften wird geprüft, welchen Einfluss das Ausmaß angekündigter Personalressourcen und die Art des sonderpädagogisch relevanten Schüler(innen)merkmals auf die Konstrukte inklusive Lehrer(innen)-Überzeugung und -Selbstwirksamkeit ausüben. Mit einem Fragebogen wurden die genannten Konstrukte zweidimensional nach sonderpädagogisch relevantem Schüler(innen)merkmal (körperliche Beeinträchtigung und Verhaltensauffälligkeiten) sowie zweifach nach Personalbedingung (ressourcenarm vs. -reich) erfasst. Im Ergebnis zeigen sich (neben faktorenanalytisch
trennbaren und reliablen Skalen) bedeutsame Effekte der Personalbedingung und der Art des sonderpädagogisch relevanten Schüler(innen)merkmals auf die inklusive Lehrer(innen)-Überzeugung und -Selbstwirksamkeit. Zusammenfassend beschreiben sich die Befragten z. B. bei ressourcenreicher Personalbedingung bzw. im Falle körperlich beeinträchtigter Schüler(innen) deutlich überzeugter und selbstwirksamer als bei ressourcenarmer Personalbedingung bzw. bei verhaltensauffälligen Schülerinnen. Die Personalbedingung stellt keine signifikante Moderatorvariable dar.

Schlagwörter: Inklusion, Lehrer-Überzeugung, Lehrer-Selbstwirksamkeit, Personalressourcen, körperliche Beeinträchtigung, Verhaltensauffälligkeiten

 

Few staff, high demands – nevertheless confident student teachers?
Effects of personnel resources and student features on inclusive teacher belief and -self-efficacy.


Abstract
With a sample of 104 student teachers, the influence of extent of announced personnel resources and the kind of student feature relevant for special needs education on the constructs inclusive teacher belief und -self-efficacy is examined. Using a questionnaire, the mentioned constructs were measured two-dimensionally according to student feature relevant for special needs education (physical impairment and behavioral disorders) and twofold according to personnel condition (resource-poor vs. -rich). As a result (next to factor- analytically separable and reliable scales), significant effects of personnel condition and student feature relevant for special needs education on inclusive teacher belief and -self-efficacy are found. In summary, for example, the respondents describe themselves as clearly more convinced and self-efficacious under the resource-rich personnel condition and, respectively, in case of students with physical impairment, compared to the resource-poor personnel condition and, respectively, students with behavioral disorders. The personnel condition is revealed not to be a significant moderator.

Keywords: Inclusion, teacher belief, teacher self-efficacy, personnel resources, physical impairment, behavioral disorders


Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. Josef Künsting
Direktor des Instituts für Psychologie
Pädagogische Hochschule Freiburg
Heinrich-von-Stephan-Straße 5a
D-79110 Freiburg
josef.kuensting@ph-freiburg.de


 


„Einer für Alle, Alle für Einen?“ - Sozialklima bei Schulkindern mit ADS und ADHS im gemeinsamen Unterricht
Sophie C. Holtmann & Philipp Abelein


Zusammenfassung
Das Störungsbild AD(H)S beinhaltet unterschiedliche Erscheinungsformen. In Bezug auf die drei Kernsymptome von AD(H)S sind Hyperaktivität und Impulsivität weitaus leichter zu erkennen und diagnostizieren als Unaufmerksamkeit (Bruchmüller et al., 2012; Corbisiero et al., 2017). In der schulischen Praxis zeigt sich, dass externalisierende Verhaltensweisen eher über-, und internalisierende Störungen unteridentifiziert werden (Bilz, 2014). Allerdings beeinflussen internalisierende und externalisierende Verhaltensauffälligkeiten das Sozialklima in unterschiedlicher Form (Blumenthal & Blumenthal, 2021; O’Connor et al., 2011). Vor diesem Hintergrund wurden in dieser Studie die Erscheinungsformen mit vorwiegend hyperaktiv-impulsiven (ADHS) und vorwiegend unaufmerksamen Verhaltensweisen (ADS) differenziert betrachtet. Dazu wurden N = 238 Grundschulkinder der 3. und 4. Klasse (n = 68 SchülerInnen mit Symptomen von ADHS, n = 52 SchülerInnen mit Symptomen von ADS, n = 118 Kinder in der Kontrollgruppe) sowie N = 44 Klassenlehrkräfte
mittels Skalen des FEESS 3–4 bzw. des FBB-ADHS sowie selbst entworfenen Items befragt. Es zeigte sich, dass Kinder mit ADHS und ADS das Sozialklima als signifikant schlechter empfanden. Kinder mit ADS wiesen signifikant stärkere ängstliche, schüchterne und sozial rückzügliche Verhaltensweisen auf, während Kinder mit ADHS signifikant aggressiver, distanzloser und dominanter wahrgenommen wurden. Außerdem konnte nur teilweise ein schwacher, signifikanter, negativer Zusammenhang zwischen dem Sozialklima und internalisierenden Verhaltensweisen gefunden werden, während sich der negative Zusammenhang zwischen dem Sozialklima und externalisierenden Verhaltensweisen durchweg signifikant zeigte. Die Befunde sprechen insgesamt für eine negativere Ausprägung des Sozialklimas bei Schulkindern mit ADHS und ADS sowie deutliche Unterschiede in der Ausprägung der Störungsbilder, welche für Gruppenprozesse im pädagogischen Kontext zukünftig mitbedacht werden sollten.

Schlagwörter: ADS, ADHS, internalisierende und externalisierende Verhaltensweisen, Sozialklima

 

“One for all and all for one?” - Social climate among schoolchildren with ADD and ADHD in joint education


Abstract
The disorder AD(H)D includes different manifestations. With regard to the three core symptoms of AD(H)D, hyperactivity and impulsivity are far easier to identify and diagnose than inattention (Bruchmüller, Margraf, & Schneider, 2012; Corbisiero, Hartmann-Schorro, Riecher-Rössler, & Stieglitz, 2017). In school practice, externalizing behaviors tend to be overidentified, and internalizing disorders tend to be underidentified (Bilz, 2014). However, internalizing and externalizing behavior disorders affect social climate in different ways (Blumenthal & Blumenthal, 2021; O’Connor, Dearing, & Collins, 2011). With this in mind, this study differentiated manifestations with predominantly hyperactive-impulsive (ADHD) and predominantly inattentive behaviors (ADD). To this end, N = 238 3rd and 4th grade elementary school children (n = 68 students with symptoms of ADHD, n = 52 students with symptoms of ADD, n = 118 children in the control group) and N = 44 classroom teachers were surveyed using scales from the FEESS 3–4 or the FBB-ADHS as well as
self-designed items. It was found that children with ADHD and ADD perceived the social climate as significantly worse. Children with ADHD exhibited significantly stronger anxious, shy, and socially withdrawn behaviors, while children with ADHD were perceived as significantly more aggressive, aloof, and dominant. In addition, a weak, significant, negative relationship between social climate and internalizing behaviors was found only in part, whereas the negative relationship between social climate and externalizing behaviors was consistently significant. Overall, the findings suggest a more negative social climate of schoolchildren with ADHD and ADD, as well as clear differences in the expression of the disorders, which should be taken into account for group processes in the pedagogical context in the future.

Keywords: ADD, ADHD, internalizing and externalizing behavior, social climate

 

Korrespondenzadresse:
Sophie Clara Holtmann
Lehrstuhl für Sonderpädagogik V –
Pädagogik bei Verhaltensstörungen
Wittelsbacherplatz 1
D-97074 Würzburg
sophie.holtmann@uni-wuerzburg.de

 


 

Empirische Sonderpädagogik
14. Jahrgang · 2022  · Heft 3

Pabst, 2022
ISSN 1869-4845
Preis: 15,- €

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