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Empirische Sonderpädagogik

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2021-1

Wie Schulleistung und Lehrkraftfeedback die soziale Akzeptanz beeinflussen:
Ergebnisse einer Experimentalstudie

Philipp Nicolay & Christian Huber
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Diagnostik im Kontext von Fluchterfahrungen: Eine kritische Betrachtung desdynamischen Testens als Möglichkeit zur Verbesserung von
Bildungsteilhabechancen auf Basis eines Rapid Reviews der Literatur

Mandy Röder, Lena Guderjahn, Michael Fingerle & Gerhard Büttner
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„Wer mich stört – stört mich?!“
Unterschiede in der Qualität der Beziehung zwischen Lehrkräften und Schulkindern mit ADS und ADHS

Philipp Abelein & Sophie C. Holtmann
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Kompetenz zum inklusiven Unterrichten von allgemeinpädagogischen
Grundschullehrkräften: Zusammenhänge zu berufsbiografischen Merkmalen und dem schulischen Kontext

Lena Külker & Cornelia Gresch
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Work-Life-Balance, berufsbezogenes Belastungserleben und Self-Compassion
bei Lehrkräften im Förderschwerpunkt Hören

Karolin Schäfer, Kathrin Vogt & Manfred Hintermair
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Wie Schulleistung und Lehrkraftfeedback die
soziale Akzeptanz beeinflussen: Ergebnisse einer Experimentalstudie

Philipp Nicolay & Christian Huber

Zusammenfassung
Die schwache soziale Akzeptanz gegenüber Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Gemeinsamen Unterricht ist ein häufig replizierter Befund. Neben Einflussfaktoren auf Individualebene (bspw. Schulleistung) wird zunehmend auch die Rolle der Lehrkraft und ihres Feedbackverhaltens in der Herausbildung sozialer Hierarchien in Schulklassen diskutiert. Unklar sind jedoch in beiden Fällen die spezifischen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Mithilfe eines computergestützten Experiments im Prä-Post-Design untersucht die vorliegende Studie den spezifischen Einfluss von Schulleistung und Lehrkraftfeedback auf die soziale Akzeptanz von Schüler*innen. Hierfür sahen n = 202 Grundschüler*innen ein animiertes Video mit einem fiktiven Schulkind. Hierbei wurden systematisch die Schulleistung bzw. das Lehrkraftfeedback variiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Schulleistung (ηp² = .530) als auch die Valenz des Lehrkraftfeedbacks (ηp² = .245) einen starken Effekt auf die soziale Akzeptanz haben. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der existierenden Feedbackforschung mit ihren Implikationen für weitere Forschung und in Hinblick auf ihre Praxisrelevanz diskutiert.

Schlüsselwörter: Soziale Akzeptanz, Lehrkraftfeedback, Soziale Referenzierung, Schulleistung

 

How school performance and teacher feedback affect social acceptance:Results from an experimental study


Abstract
The poor social acceptance of children with special educational needs in inclusive classrooms is an often-replicated finding. While the relationship between individual characteristics (e.g. school performance) and social acceptance is well-established, a growing body of studies points out the important role of teachers and their feedback in terms of shaping social hierarchies in classrooms. However, in both cases, the cause-and-effect relationship is still unclear. Therefore, the present study tries to examine the influence of school performance and teachers’ feedback on the social acceptance of children in an experimental setting using a pre-post-design. n = 202 third and fourth graders watched an animated video of a fictional school child. Within the video school performance and teachers’ feedback were systematically varied. The results indicate that school performance (ηp² = .530), as well as teachers’ feedback (ηp² = .245), have strong effects on the social acceptance of children. Results and their implications for further research as well as their practical implications are discussed.

Keywords: social acceptance, teacher feedback, social referencing, school performance


Philipp Nicolay
Bergische Universität Wuppertal
School of Education
Institut für Bildungsforschung
Gaußstraße 20
42119 Wuppertal
E-Mail: nicolay@uni-wuppertal.de

 



Diagnostik im Kontext von Fluchterfahrungen: Eine kritische Betrachtung des dynamischen Testens als Möglichkeit zur Verbesserung von Bildungsteilhabechancen auf Basis eines Rapid Reviews der Literatur
Mandy Röder, Lena Guderjahn, Michael Fingerle & Gerhard Büttner

Zusammenfassung
Bildungsteilhabe und die Ermöglichung von Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen ist ein zentrales Anliegen, das in der UN-Kinderrechtskonvention verbrieft ist. Somit sollten auch Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung adäquate Bildungschancen eröffnet werden. Es fehlen jedoch umfassende wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Diagnostik kognitiver Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung gelingen kann. Als eine mögliche Lösung dieses Methodenproblems wird in der Literatur immer mal wieder der Einsatz dynamischer Testverfahren vorgeschlagen. Auf Basis eines Rapid Reviews der Literatur wird daher ein Überblick über dynamische Tests gegeben und das dynamische Testen wird einer kritischen Reflexion bezüglich der Eignung für den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung unterzogen. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass sowohl klassische Testverfahren wie auch dynamische Testverfahren nicht frei von Problemen sind, wenn es um den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen mit
Fluchterfahrungen geht. Empirische Studien zu diesem Themenbereich sollten zeitnah zu einer weiteren Klärung konzipiert werden.

Schlüsselwörter: Flucht, Kinder, kognitive Leistungsfähigkeit, dynamische Diagnostik, Testverfahren

 

Assessment in the context of refugee experiences: A critical consideration of dynamic testing as a way to foster opportunities for participation on the basis
of a rapid literature review


Abstract
Participation in education and the provision of educational opportunities for all children and young people is a central concern that is determined in the UN Convention on the Rights of the Child. Thus, children and adolescents with refugee experience should also be given adequate educational opportunities. However, there is a lack of comprehensive scientific knowledge how the diagnosis of cognitive performance in children and adolescents with refugee experience can succeed. As a possible solution to this method problem, the use of dynamic test procedures is suggested in the literature. On the basis of a rapid review of the literature, an overview of dynamic tests is given, and dynamic testing is subjected to a critical reflection with regard to the suitability for use in children and adolescents with refugee experience. As a result, it can be stated that both classic test procedures and dynamic test procedures are not free of problems when they are used for children and adolescents with refugee experiences. Empirical studies on this topic should be designed as
soon as possible for further clarification.

Keywords: refugees, children, cognitive performance, diagnostic, trauma


Mandy Röder
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Sonderpädagogik
Theodor-W.-Adorno-Platz 6
60323 Frankfurt am Main
Tel: +49 (0) 69 798 36341
Mail: grumm@em.uni-frankfurt.de

 


 

„Wer mich stört – stört mich?!“ Unterschiede in der Qualität der Beziehung zwischen Lehrkräften und Schulkindern mit ADS und ADHS
Philipp Abelein & Sophie C. Holtmann

Zusammenfassung
Der Aufbau und die kontinuierliche Gestaltung einer positiven Lehrer-Schüler-Beziehung gelten in schul- und sonderpädagogischen Handlungsfeldern als zentrales Fundament für die professionelle pädagogisch-didaktische Arbeit. Allerdings zeigt sich bei Schulkindern mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oftmals ein sehr konfliktträchtiges Beziehungs- und Interaktionsverhältnis mit der Lehrkraft. Daher wurde in der vorliegenden Studie die Qualität der Lehrer-Schüler-Beziehung von N = 238 Grundschulkindern der 3. und 4. Klasse (n = 68 SchülerInnen mit Symptomen von ADHS, n = 52 SchülerInnen mit Symptomen von Unaufmerksamkeit (ADS), n = 118 Kinder in der Kontrollgruppe) und N = 44 Klassenlehrkräften mittels Skalen des FEESS 3-4 bzw. des FBBADHS sowie selbst entworfener Fragen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Lehrkräfte als auch die SchülerInnen selbst einschätzten, dass Schulkinder mit ADHS der Lehrkraft signifikant weniger sympathisch sind als Kinder mit ADS bzw. der Kontrollgruppe. Gleichzeitig beanspruchten Schulkinder der Gruppe ADHS signifikant mehr Aufmerksamkeit von der Klassenlehrkraft und wurden häufiger von ihr geschimpft als die Schulkinder
der Gruppe ADS bzw. die Peers der Kontrollgruppe. Außerdem empfanden sich die SchülerInnen mit ADHS signifikant weniger angenommen als SchülerInnen der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse sprechen insgesamt für eine sehr negative und zugleich unterschiedliche Ausprägung der Lehrer-Schüler-Beziehung zwischen Klassenlehrkräften und Schulkindern
mit ADHS und ADS.

Schlüsselwörter: ADHS, ADS, Lehrer-Schüler-Beziehung, Sympathie, Interaktion, Kommunikation

 

Differences in the quality of the relationship with teachers of schoolchildren with ADD and ADHD


Abstract
In educational circles, nurturing a positive student-teacher relationship is seen as a central tenant of academic and behavioral success in the classroom. Students with Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD), however, have been shown to experience more conflict and less emotional closeness in their interactions and relationships with their teachers as compared to their neurotypical peers. This study investigates the quality of the student-teacher relationship in N = 238 schoolchildren in years 3 and 4 (n = 68 students with symptoms of ADHD, n = 52 students with symptoms of Attention Deficit Disorder (ADD), n = 118 in the control group) and N = 44 teachers using scales based on the FEESS 3-4, FBB-ADHS, as well as questionnaires developed by the authors. The results show that teachers were judged, by students and teachers alike, to be markedly less sympathetic toward students with ADHD than toward the control group or those with ADD. Despite this, students with ADHD demanded considerably more attention from their teachers and were scolded more often than their peers in the ADD and control groups. Students with ADHD also felt significantly less accepted in the classroom than those in the control group. These results indicate a distinctly negative expression in the student-teacher relationship between schoolteachers and schoolchildren with ADHD or ADD.

Keywords: ADHD, ADD, student-teacher relationship, sympathy, interaction, communication


Dr. Philipp Abelein
Universität Regensburg
Institut für Bildungswissenschaft
Fakultät für Humanwissenschaften
Lehrstuhl für Pädagogik bei Verhaltensstörungen
einschließlich inklusiver Pädagogik
Sedanstraße 1
93055 Regensburg
philipp.abelein@ur.de

 


 

Kompetenz zum inklusiven Unterrichten von allgemeinpädagogischen Grundschullehrkräften:
Zusammenhänge zu berufsbiografischen Merkmalen und dem schulischen Kontext

Lena Külker & Cornelia Gresch


Zusammenfassung
Die Kompetenz von Lehrkräften gilt als wichtige Gelingensbedingung für schulische Inklusion und gleichzeitig ergeben sich daraus neue Anforderungen für die Lehrkräfte. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie die Berufsbiografie und der schulische Kontext mit der Kompetenz zum inklusiven Unterrichten von Lehrkräften zusammenhängen. Datengrundlage bildet der IQB-Bildungstrend 2016 an Grundschulen, an dem auch N = 973 allgemeinpädagogische Lehrkräfte teilnahmen, die in inklusiven Klassen unterrichten. Lineare Regressionsanalysen zeigen, dass mit längerer Berufserfahrung im inklusiven Unterricht sowie niedrigerem selbsteingeschätzten Fortbildungsbedarf in Bezug auf inklusive Themen eine höhere Kompetenz zum inklusiven Unterrichten von Lehrkräften berichtet wird. Hingegen findet sich kein Zusammenhang zwischen der Berufserfahrung allgemein unter Berücksichtigung weiterer berufsbiografischer Merkmale. Weiterhin steht die Verankerung von Inklusion im Schulkonzept in positivem Zusammenhang mit Kompetenz zum inklusiven Unterrichten, nicht aber weitere betrachtete schulische Kontextmerkmale. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse wird die Relevanz von Kompetenz zum inklusiven Unterrichten der Lehrkräfte für die Umsetzung schulischer Inklusion diskutiert.

Schlüsselwörter: Kompetenz zum inklusiven Unterrichten, schulische Inklusion


Competence in inclusive teaching of Regular Teachers in Elementary Schools:
Relationships of professional biographical characteristics and the school context

Abstract
Teacher competence is considered an important condition for inclusive education. At the same time, the implementation of inclusive education leads to new challenges for teachers. In the present study, we examine how professional biography and school context relate to competence in inclusive teaching. Data is based on IQB Trends in Student Achievement 2016 of German fourth-graders. The sample consists of N = 973 regular teachers working in inclusive settings. Linear regression analyses show that increasing experience in inclusive teaching and a decreasing self-reported need for in-service training on inclusive topics lead to higher competence in inclusive teaching. In contrast, experience in general, taking into account other biographical characteristics, is not related. Furthermore, anchoring inclusion in the school concept corresponds with competence in inclusive teaching while other characteristics of the school context considered do not. In view of our findings, we discuss the relevance of competence in inclusive teaching for the implementation of inclusive education.

Keywords: competence in inclusive teaching, inclusive education


Lena Külker
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
10099 Berlin
lena.kuelker@hu-berlin.de
orcid.org 0000-0001-6950-247X

 


 


Work-Life-Balance, berufsbezogenes Belastungserleben und Self-Compassion bei Lehrkräften im Förderschwerpunkt Hören
Karolin Schäfer, Kathrin Vogt & Manfred Hintermair


Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie wird die Work-Life-Balance (WLB) von Lehrkräften an deutschsprachigen Fördereinrichtungen für hörgeschädigte Kinder untersucht. In die Analysen werden die subjektiv erlebten beruflichen Belastungen und das Konstrukt des Selbstmitgefühls (Self-Compassion) einbezogen, das für das berufliche und private Belastungserleben eine wichtige protektive Rolle spielen kann. Es werden die Ergebnisse einer Online-Befragung mit standardisierten und informellen Fragebögen vorgestellt, an der insgesamt n=470 Lehrkräfte aus dem Förderschwerpunkt Hören teilgenommen haben. Konkret wird untersucht, ob sich im Erleben der WLB Unterschiede zu Lehrkräften an allgemeinen Schulen zeigen und ob ausgewählte soziografische Merkmale und spezifische Tätigkeitsbereiche des Förderschwerpunkts von Bedeutung für die WLB sind. Des Weiteren werden mögliche Zusammenhänge zwischen beruflichem Belastungserleben, der Self-Compassion und der WLB untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die WLB der befragten Lehrkräfte nicht von der WLB von Lehrkräften an allgemeinen Schulen unterscheidet. Weibliche Lehrkräfte schätzen ihre WLB jedoch als geringer ein als männliche, ebenso wie Personen, die in bimodal-bilingualen Settings und in der Inklusion arbeiten. Bei den beruflichen Tätigkeiten selbst werden insbesondere Verwaltungs- und Vorbereitungsarbeiten als belastend erlebt.
Lehrkräfte mit hohen Werten im Bereich der Self-Compassion zeigen geringere Belastungswerte und haben eine bessere WLB.

Schlüsselwörter: Work-Life-Balance, Selbstwirksamkeit, Self-Compassion, berufliche Belastungen, Förderschwerpunkt Hören

 

Work-life-balance, job-related stress experience and self-compassion among teachers for students who are deaf or hard-of hearing

Abstract
This study examines the work-life-balance (WLB) of teachers at German-speaking institutions for students who are deaf or hard-of-hearing (DHH). The analyses include occupational stress and self-compassion, which can play an important protective role in the experience of professional and private stress. The results of an online survey with standardized and informal questionnaires are presented, in which a total of n=470 teachers for DHH children participated. Specifically, it is investigated whether there are differences in the experience of WLB compared to teachers at general schools. In addition, it is determined whether selected sociographic characteristics and specific job activities are associated with WLB. Furthermore, correlations between the experience of occupational stress, self-compassion and WLB are investigated. The results indicate that the WLB of the teachers for DHH children does not differ from the WLB of teachers at general schools. Nevertheless, female teachers estimate their WLB lower than male teachers, as do those teachers working in bimodal-bilingual and inclusive settings. In terms of the professional activities, it is mainly administrative and preparatory work that is experienced as stressful. Teachers with high scores of self-compassion show lower stress scores and have a better WLB.

Keywords: Work-life balance, self-efficacy, self-compassion, occupational stress, deaf education


Karolin Schäfer
Universität zu Köln
Klosterstraße 79b
50931 Köln
Telefon: +49 (0)221/470-1968
Telefax: +49 (0)221/470-5579
karolin.schaefer@uni-koeln.de

 



Empirische Sonderpädagogik
13. Jahrgang · 2021  · Heft 1

Pabst, 2021
ISSN 1869-4845
Preis: 15,- €

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