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Empirische Sonderpädagogik

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2018-4

Empirische Sonderpädagogik 4-2018

Empirische Sonderpädagogik 4-2018

Inhaltsverzeichnis

Nachruf Martin Venetz
Carmen Zurbriggen, Jürg Schmid & Christoph M. Müller
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Die Sicht von Kindern auf Inklusion in der Schule: Die Entwicklung eines Messinstruments zur Erhebung der Einstellung zum gemeinsamen Lernen im Grundschulalter
Stefanie Bosse, Jessica Jaeuthe, Jennifer Lambrecht, Katja Bogda, Helvi Koch & Nadine Spörer
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Psychometrische Eigenschaften der deutschsprachigen „Students‘ Life Satisfaction Scale“ bei Kindern und Jugendlichen mit Mukoviszidose
Katrin Boß & Gerolf Renner
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Beurteilerdiskrepanzen als Indikatoren für Schulstress
Eine Studie zu Einschätzungen internalisierender und externalisierender Verhaltens­probleme aus Sicht von Jugendlichen und Lehrpersonen
Sören Lüdeke & Friedrich Linderkamp
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Einflussfaktoren mathematischer Kompetenzen vor Schuleintritt
Alissa Sale, Annika Schell, Ute Koglin & Clemens Hillenbrand
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Aggressive und nicht aggressive Unterrichtsstörungen durch Schülerinnen und Schüler sowie durch Klassen- und Fachlehrpersonen – eine Videostudie
Marion Scherzinger, Alexander Wettstein & Sara Wyler
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Die Sicht von Kindern auf Inklusion in der Schule: Die Entwicklung eines Messinstruments zur Erhebung der Einstellung zum gemeinsamen Lernen im Grundschulalter
Stefanie Bosse, Jessica Jaeuthe, Jennifer Lambrecht, Katja Bogda, Helvi Koch & Nadine Spörer

Zusammenfassung

Das gemeinsame Lernen in der Grundschule zielt darauf ab, Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen in ihrer kognitiven, sozialen und persönlichen Entwicklung differenziert zu fördern. Das Gelingen gemeinsamen Unterrichts hängt neben strukturellen Faktoren auch von der Einstellung der handelnden Akteure ab. Die Perspektive der Kinder auf den Unterricht wurde bislang wenig empirisch untersucht. Deshalb widmet sich die vorliegende Untersuchung der Einstellung von Grundschulkindern. Es wird über drei Studien die Entwicklung des Instruments SEGEL dargestellt, das die Schülereinstellung zum gemeinsamen Lernen erhebt. Den Ausgangspunkt bildete eine qualitative Erhebung mit N = 19 Grundschulkindern als Vorbereitung auf die Formulierung von Einstellungsitems. In zwei Folgestudien (N = 204 und N = 209) wurden die Items erprobt, angepasst und faktorenanalytisch geprüft. Im Ergebnis bilden die SEGEL-Skalen Strukturelle Unterrichtsorganisation, Soziale Aspekte und Wohlbefinden sowie Zusammen Lernen ein zuverlässiges Instrument zur Erhebung des gemeinsamen Lernens von Kindern mit und ohne Förderbedarf Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache ab. Es zeigten sich insofern signifikante Unterschiede in der Einschätzung dieser drei Bereiche, als die befragten Kinder der Stichprobe das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne den Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung negativer einschätzen als die beiden anderen Bereiche.

Schlüsselwörter: Einstellung, gemeinsames Lernen, Inklusion, Grundschule, Skalenentwicklung


Studentʼs perspective on inclusion: The development of a measurement instrument for the assessment of attitudes towards inclusive learning

Abstract
The aim of inclusive learning in primary schools is to foster children with different abilities and preconditions in their cognitive, individual, and social development in a differentiated way. Its success depends on structural factors as well as the attitude of all involved actors. Until now, the children’s attitudes on teaching have infrequently been researched, and that is why their attitudes will be addressed explicitly in this paper. With the help of three research studies, the development of SEGEL, an instrument designed to assess attitudes of students in regard to inclusive learning, is to be displayed. Started by a qualitative research study  with  N =  19  primary school students, as a preparation to specifically phrase items that assess attitudes and proceeded by two quantitative follow-up studies with N = 204, and N = 209 students respectively, where the items were tested, modified, and factor analytically reviewed. SEGEL finally provides scales for structural class organization, social aspects and well-being, as well as learning together. The SEGEL scales are aimed at and adjusted for the inclusive learning of children with and without learning disabilities, emotional and behavioral disorders, and speech impairments. Significant attitude differences were revealed insofar that our sample assessed the inclusive learning of children with and without emotional and behavioral disorders more negatively than the other two groups of inclusive learners.

Key words: attitude, inclusive learning, inclusion, primary school, scale development


Dr.StefanieBosse
Universität Potsdam
Strukturbereich Bildungswissenschaften
Karl-Liebknecht-Straße 24-25
14476 Potsdam

 


Psychometrische Eigenschaften der deutschsprachigen „Students‘ Life Satisfaction Scale“ bei Kindern und Jugendlichen mit Mukoviszidose
Katrin Boß & Gerolf Renner

Zusammenfassung
Die psychometrischen Eigenschaften der deutschsprachigen Version der „Students‘ Life Satisfaction Scale“ (SLSS), eines Fragebogens zur Erfassung der globalen Lebenszufriedenheit, wurden an einer Stichprobe von 75 Kindern und Jugendlichen mit Mukoviszidose überprüft.  Im Vergleich mit normativen Daten zeigte sich ein signifikant niedrigerer Gesamtwert. Die konvergente Validität  mit  einem krankheitsspezifischen Verfahren  („Fragebogen zur Lebenszufriedenheit – Cystische Fibrose“; FLZM-CF) war gegeben. Die Reliabilitätsschätzung (interne Konsistenz) ergab einen Wert von .85. In Abhängigkeit des gewählten Kriteriums für die Bestimmung der Faktorenzahl fielen die Ergebnisse zur faktoriellen Validität uneinheitlich aus. Insgesamt sprechen die Ergebnisse für die Eignung der SLSS als ökonomisches Verfahren zur Erfassung der Lebenszufriedenheit bei chronischer Krankheit.

Schlüsselwörter:  Mukoviszidose,  Lebenszufriedenheit,  Diagnostik


Short report: Psychometric properties of the German adaptation of the „Students Life Satisfaction Scale“ (SLSS) in children and youth with cystic fibrosis

Abstract
Psychometric properties of the German adaptation of the „Students’ Life Satisfaction Scale“ (SLSS), a measure of global life satisfaction, were investigated in a sample of 75 children and youth with cystic fibrosis. Compared to normative data life satisfaction was reduced. Convergent validity with a disease-specific measure of life satisfaction (“Questions on life satisfaction for adolescents and adults with cystic fibrosis”; FLZM-CF) was supported. Internal consistency was .85. Concerning factorial validity results were inconclusive. In sum the results indicate the usefulness of the SLSS as an economic instrument for the assessment of life satisfaction of children and youth with chronic illness.

Key words: Cystic fibrosis, Life satisfaction, Assessment


Prof.Dr.GerolfRenner
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Fakultät für Sonderpädagogik
Reuteallee 46
71634 Ludwigsburg

 


Beurteilerdiskrepanzen als Indikatoren für Schulstress
Eine Studie zu Einschätzungen internalisierender und externalisierender Verhaltensprobleme aus Sicht von Jugendlichen und Lehrpersonen

Sören Lüdeke & Friedrich Linderkamp

Zusammenfassung

Ein herausforderndes Phänomen bei der Interpretation diagnostischer Daten sind Beurteilerdiskrepanzen, d. h. die Einschätzungen verschiedener Rater über Verhaltensprobleme bei Jugendlichen korrelieren nur moderat. Einzelne empirische Befunde legen nahe, dass Beurteilerdiskrepanzen Erklärungswert für erhöhtes schulbezogenes Stresserleben haben könnten, da sie mit Stressoren wie fehlender sozialer Unterstützung sowie Kommunikationsproblemen mit Lehrkräften assoziiert sind. Schulstress ist eine relevante Variable, die langfristig persistierende Verhaltensprobleme vorhersagt. Diese Studie untersucht die Fragestellung, ob Diskrepanzen der Selbst- und Lehrkrafteinschätzung hinsichtlich internalisierenden und externalisierenden Problemverhaltens Erklärungswert für Schulstress haben. N = 359 Jugendliche (316 mit Verhaltensproblemen) sowie deren Lehrpersonen wurden mit standardisierten Instrumenten befragt. Hierarchische Regressionsanalysen belegen den Einfluss der Beurteilerdiskrepanzen auf Schulstress, der durch Geschlechtseffekte moderiert wird. Bei Jungen mit internalisierenden Problemen treten häufig ausgeprägte Beurteilerdiskrepanzen auf, die mit erhöhtem Schulstress assoziiert sind. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Beurteilerdiskrepanzen als schulbezogene Stressindikatoren. Möglichkeiten sozialer Unterstützung von Jungen mit internalisierenden Problemen durch Lehrpersonen werden diskutiert.

Schlüsselwörter:  Beurteilerdiskrepanz,  Schulstress,  internalisierend,  externalisierend


Informant discrepancies as indicators of school stress
A study about the assessment of internalizing and externalizing problem behavior rated by adolescents and their teachers


Abstract
A challenging phenomenon interpreting diagnostic data is informant discrepancy, since there are only moderate correlations between teachers` and adolescents` assessments of problem behavior. There are some empirical findings indicating that informant discrepancies might explain school stress as informant discrepancies coincide with stressors like a lack of social support and communication problems with teachers. School stress is an important variable to predict long-term problem behavior. This study addresses the question whether informant discrepancies relating to internalizing and externalizing problems are indicators of school stress. Standardized instruments are applied within a sample of N = 359 adolescents (316 with problem behavior) and their teachers. Hierarchic regression analyses reveal the impact of informant discrepancies on school stress moderated by gender. Considerable informant discrepancies often occurred in boys with internalizing problems, who also perceived the highest school stress. The results imply that informant discrepancies are relevant school stress indicators. Ways of making teachers available as source of social support for boys with internalizing problems are discussed.

Keywords: informant discrepancy, school stress, internalizing, externalizing


Dr.phil.Sören Lüdeke
Bergische Universität Wuppertal
Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften
School of Education –
Institut für Bildungsforschung
Rainer-Gruenter-Str. 21
Raum FMM.01.25
42119 Wuppertal

 


Einflussfaktoren mathematischer Kompetenzen vor Schuleintritt
Alissa Sale, Annika Schell, Ute Koglin & Clemens Hillenbrand

Zusammenfassung

Die vorschulischen mathematischen Kompetenzen besitzen einen großen Einfluss auf den schulischen Erwerb mathematischer Kompetenzen und bieten Ansatzpunkte für die frühe mathematische Bildung. Die vorliegende Querschnittstudie untersucht Einflussfaktoren vorschulischer mathematischer Kompetenzen auf den ersten beiden Ebenen des Zahl-Größen-Verknüpfungsmodells (Krajewski, 2008, 2013). Die Stichprobe besteht aus 158 Vorschulkindern aus Kindertageseinrichtungen in Bremen und Niedersachsen. Signifikant positive Korrelationen zwischen den mathematischen Kompetenzen und der Sprachkompetenz, dem IQ, der Sozialkompetenz, dem Bildungsniveau der Eltern, der Bücheranzahl sowie der Familiensprache (zu Lasten von Kindern aus Familien mit nicht-deutscher Familiensprache) werden festgestellt. In hierarchischen Regressionen werden die Sprachkompetenz und der IQ als relevante Einflussfaktoren für die mathematischen Kompetenzen auf beiden Ebenen des ZGV-Modells identifiziert, wobei der Einfluss der Sprachkompetenz auf der ersten Ebene größer ist als auf der zweiten. Dort weist der IQ das größte β-Gewicht auf und auch die Familiensprache leistet einen Beitrag zur Vorhersage. Am Ende des Beitrags werden Limitationen diskutiert und Implikationen für die frühe mathematische Bildung abgeleitet.

Schlüsselwörter:  Mathematische  Kompetenzen,  Zahl-Größen, Vorschulalter,  Sprache,  sozial-emotionale  Kompetenzen


Influencing factors of mathematical competences before school entry

Abstract
Preschool mathematical competences have a major influence on the acquisition of mathematical competences at school and offer starting points for early mathematical education. The present cross-sectional study examines influencing factors of preschool mathematical competences on the first two levels of the number-quantity-linkage-model (Krajewski, 2008, 2013). The sample consists of 158 preschool children from day care centres in Bremen and Lower Saxony. Significant positive correlations are found between mathematical competences and linguistic competences, IQ, social competences, educational level of parents, number of books and family language (to the detriment of children from families with non-German family language). In hierarchical regressions, linguistic competences and IQ are identified as relevant influencing factors for mathematical competences at both levels of  the  number-quantity-linkage-model, with the influence of linguistic competences being greater at the first level than at the second. There, the IQ has the highest β-weight and the family language also contributes to the prediction. At the end of the article, limitations are discussed and implications for early mathematical education are derived.

Keywords: Mathematical Competences, Number-Quantity, Preschool Age, Linguistic Competences,  Social-Emotional  Competences


Alissa Sale
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Sonder- & Rehabilitationspädagogik
26111 Oldenburg

 


Aggressive und nicht aggressive Unterrichtsstörungen durch Schülerinnen und Schüler sowie durch Klassen- und Fachlehrpersonen – eine Videostudie
Marion Scherzinger, Alexander Wettstein & Sara Wyler

Zusammenfassung

Unterrichtsstörungen gehören zum Schulalltag. Sowohl Lehrpersonen als  auch  Schülerinnen und Schüler tragen durch ihr individuelles Verhalten und Handeln im Unterricht zu Störungen bei. In der vorliegenden Videostudie wurde der Frage nachgegangen, welche Störungen im Unterricht von Klassen- und Fachlehrpersonen auftreten. Dazu wurden in 18 Primarschulklassen der Mittelstufe jeweils drei Lektionen des Unterrichts der Klassen- und einer Fachlehrperson videografiert. Die Ergebnisse zeigen, dass rund 95 % der beobachteten Unterrichtsstörungen von den Lernenden ausgehen und es sich bei dem Großteil der Störungen um nicht aggressive Störungen handelt. In unstrukturierten methodisch-didaktischen Settings traten mehr Störungen auf als in strukturierten. Zudem zeigte sich, dass der Unterricht von Fach- im Vergleich zu Klassenlehrpersonen störbelasteter ist. Die Einschätzungen von Unterrichtsstörungen der externen Beobachtenden stimmten gut mit den Schülereinschätzungen, jedoch kaum mit den Lehrereinschätzungen überein.

Schlüsselwörter: Unterrichtsstörungen, aggressive und nicht aggressive Störungen, Videostudie, Primarstufe


Aggressive and nonaggressive disruptions by students, class teachers and subject teachers – a video study

Abstract
Disruptions are part of school days. The individual behavior and actions of both teachers and students contribute to classroom disruptions. This study used systematic behavioural observations to examine which specific disruptions occur in the classroom of class teachers and subject teachers. For the present video study, three lessons each of the class teacher and a subject teacher of 18 primary middle school classes have been videotaped and analyzed. The results show that approximately 95 percent of classroom disruptions were initiated by students. There were considerably more non-aggressive than aggressive classroom disruptions. Most classroom disruptions were found in unstructured methodical didactic settings. Furthermore, subject teachers had more disruptions than class teachers. In the assessment of classroom disruptions, the observers agreed more with the students‘ than with the teachers‘ ratings.

Keywords: classroom disruptions, aggressive and non-aggressive disruptions, video study, primary school


Dr. Marion Scherzinger
Pädagogische Hochschule Bern
Institut für Forschung, 
Entwicklung und Evaluation
Fabrikstraße 2a
CH-3012 Bern

 


Empirische Sonderpädagogik
10. Jahrgang · 2018  · Heft 4

Pabst, 2018
ISSN 1869-4845
Preis: 15,- €

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