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Empirische Sonderpädagogik

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2012-1

Die "Freiburger Selbst- und Peerauskunftsskalen - Schulisches Problemverhalten" - Entwicklung und Evaluation eines Verfahrens zur Verlaufsmessung von unterrichtsbezogenen Verhaltensproblemen
Christoph Michael Müller, Thomas Begert, Lena Gmünder, Christian Huber
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Schreibprobe Wissen & Denken (SDW)
Holger Probst
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Deviante Gespräche unter Jugendlichen im Erziehungsheim: Eine explorative Videostudie
Alexander Wettstein, Natalie Schild
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KiMut NRW: Eine Studie zur Identifikation von Kindern mit selektivem Mutismus im schulischen Primarbereich
Anja Starke, Katja Subellok
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Die "Freiburger Selbst- und Peerauskunftsskalen - Schulisches Problemverhalten" - Entwicklung und Evaluation eines Verfahrens zur Verlaufsmessung von unterrichtsbezogenen Verhaltensproblemen
Christoph Michael Müller, Thomas Begert, Lena Gmünder, Christian Huber

Um Verhaltensschwierigkeiten von Jugendlichen im Rahmen von Längsschnittstudien erfassen zu können, werden spezifische diagnostische Verfahren benötigt. Im Bereich dissozialen Verhaltens liegen hierzu bereits die "Freiburger Selbst- und Peerauskunftsskalen - Dissozialität" (FSP-D; Müller, eingereicht) vor. Die vorliegend entwickelten "Freiburger Selbst- und Peerauskunftsskalen - Schulisches Problemverhalten" (FSP-S) erweitern die FSP-D durch den Fokus auf Verhaltensprobleme, die sich spezifisch in der Unterrichtsinteraktion mit der Lehrkraft darstellen. Siebt- bis Neuntklässler(innen) geben hier schriftlich Auskunft zu ihrem eigenen Verhalten und jenem ihrer Klassenkamerad(inn)en in den letzten 14 Tagen. Durch die Beurteilung der "Coolness" solcher Verhaltensweisen kann zusätzlich die Ausprägung der Einstellungen von Jugendlichen gegenüber schulischem Problemverhalten erfasst werden. Die FSP-S werden vorliegend mit einer Stichprobe von n=627 Schüler(inne)n der 7. bis 9. Klasse hinsichtlich zentraler wissenschaftlicher Gütekriterien evaluiert. Es zeigen sich über alle Items und Beurteilungsformen hinweg einfaktorielle Lösungen mit zufrieden stellenden internen Konsistenzen (a=.79 - .84) und Itemtrennschärfen (rit=.42 - .63). Die in den FSP-S beschriebenen Verhaltensweisen werden insgesamt häufiger berichtet als jene aus den FSP-D. Der Nutzen des Instruments für Längsschnitterhebungen wird diskutiert.

Schlüsselwörter: schulisches Problemverhalten, Unterrichtsstörungen, dissoziales Verhalten, Test, Diagnostik


The "Fribourg Self- and Peer-Report Scales - School Problem Behaviour" - Development and evaluation of an instrument to longitudinally assess disruptive behaviour in classroom

Assessing the longitudinal development of student`s problem behaviour can pose difficulties  for researchers, as elaborate diagnostic measurement tools are required. For this purpose, we developed and evaluated the "Fribourg Self- and Peer-Report Scales - School Problem Behaviour” (FSP-S). The FSP-S extend the "Fribourg Self- and Peer-Report Scales - Antisocial Behaviour” (FSP-A; Müller, submitted) in terms of assessing the frequency of specific school-related behavioural problems within the last 14 days. Adolescents provide information in the form of self- and peer-reports. Further, attitudes towards school-related problem behaviour are assessed by ratings of the "coolness” of such behaviours. In this study the FSP-S were evaluated with n=627 7th- to 9th-graders. Across all scales there was found a one-factor-structure. Internal consistencies (a=.84 - .90) and item discriminations (rit=.42 - .63) were satisfying. The behavioural spectrum of the FSP-S was significantly more prevalent within the sample than the one assessed with the FSP-A. The potentials of using the FSP-S in longitudinal research projects are discussed.

Key words: disruptive behaviour, troublesome classroom behaviour, antisocial behaviour, test, assessment


Anschriften der Autoren

Dr. Christoph Michael Müller
Thomas Begert
Lena Gmünder
Universität Freiburg/Schweiz
Heilpädagogisches Institut
Petrus-Kanisius-Gasse 21
1700 Freiburg/Schweiz
christoph.mueller2@unifr.ch

Jun.-Prof. Dr. Christian Huber
Universität zu Köln
Modellkolleg Bildungswissenschaften
Innere Kanalstr. 15
50823 Köln

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Schreibprobe Wissen & Denken (SWD)
Holger Probst

Auf dem Weg klassischer Testkonstruktion entsteht ein linguistisch orientierter Test der basalen Rechtschreibkompetenz. Seine zwölf Untertests prüfen die Beherrschung/Nutzung aller relevanten linguistischen Wortsegmentierungen; sie unterscheiden sich in ihren Schwierigkeitsniveaus. Die Items und Subtests gehen aus Daten von 730 Grundschülern der Klassen 2-4 hervor; alle Gütekriterien sind erfüllt. Der Test bietet und empfiehlt kriteriale, sachbezogene Normen, die für jeden Subtest in Halbjahresintervallen das schwächste - "prekäre" - Quartil (PR < 25) ausweisen. Dies geschieht nach Eingabe der 0/1-Lösungen in einem Excel-Template, das je Schüler individuelle Profile sowie ein Gesamtklassenprofil unter Vergleich mit der Mindestleistung für PR > 25 ausweist. An das individuelle Ergebnisprofil anschlussfähig sind mehrere vorliegende RS-Trainingsprogramme; ein spezifisch auf SWS abgestimmtes ist in Vorbereitung. Für den Gesamtwert liefert der Test auch PR-Normen nach sozialer Bezugsnorm.

Schlüsselwörter: Rechtschreibdiagnostik, Indikation von Rechtschreibförderung, kriteriale Diagnostik


The German writing test "Knowing and Thinking"

Based on the data of 730 elementary school students grade 2 to 4 a test for spelling/orthography is constructed. Item selection yields 12 scales on different difficulty levels, each of which represents a linguistically sound strategy towards correct writing, such as onset, rime, morph, long vs. short pronounced vowels. Concerning individual results the test offers criterial norms to define the lowest quartile (percentile < 25) in each subtest/ strategy, thus aiming at students at risk of orthographic failure. After entering 0/1 data into an excel-template the indication of remedial training results automatically for low performance students and subtests. Test indications comply with present training programs also based on linguistic word segments. In addition, the test offers percentile norms for the overall score.

Keywords: diagnostics of spelling/orthography, criterial diagnosis, diagnosis and intervention


Korrespondierender Autor

Prof. Dr. Holger Probst
Justus Liebig-Universität
Otto-Behaghel-Str. 10 F
35394 Gießen
Holger.Probst@psychol.uni-giessen.de

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Deviante Gespräche unter Jugendlichen im Erziehungsheim: Eine explorative Videostudie
Alexander Wettstein, Natalie Schild

Im vorliegenden Beitrag geht es um die Frage, inwieweit sich die Schüler und Schülerinnen eines Erziehungsheims für verhaltensauffällige und sozial belastete Kinder und Jugendliche über deviante Gesprächsthemen unterhalten und sich dabei gegenseitig sozial verstärken. Dazu wurde das Schulzimmer mit fixen Kamera- und Audiosystemen ausgerüstet und das Geschehen im Klassenzimmer sowohl in An- als auch in Abwesenheit der Lehrkräfte videografiert. Es erfolgte eine Transkription der devianten Gesprächsepisoden und die schrittweise Entwicklung eines Kategoriensystems. Die Ergebnisse dieser explorativen Studie deuten darauf hin, dass deviante Gesprächsbeiträge in der untersuchten Klasse vor allem während der Abwesenheit der Klassenlehrkräfte und während des Unterrichts in Anwesenheit von Vertretungslehrkräften auftreten. Eine soziale Verstärkung normverletzender Gesprächsbeiträge erfolgt insbesondere dann, wenn sie von statushohen Jugendlichen eingebracht werden. Für Praktiker und Praktikerinnen in Settings mit einer hohen Konzentration verhaltensauffälliger Peers ist es entscheidend, Situationen mit geringer Aufsicht der Jugendlichen zu vermeiden und mittels Präsenz auf deviante Gesprächsbeiträge zu reagieren.

Schlüsselwörter: frühe Adoleszenz, Heimerziehung, deviante Gesprächsbeiträge, negative Peerbeeinflussung, systematische Verhaltensbeobachtung


Deviant talk among adolescents from a residential home: An exploratory video study

The present paper deals with the question to which extent pupils of a residential home for maladjusted and socially burdened children talk about deviant topics and to which extent they reinforce each other socially. For this objective we equipped the classroom with fixed cameras and an audio system and registered the social processes in the classroom in the presence and absence of teachers. Deviant conversation topics were transcribed and step by step a category system for the analysis of deviant talk was developed. The results of this exploratory study suggest that deviant talk in the class studied takes place especially during the absence of class teachers and during the lessons of part-time teachers and replacement teachers. Social reinforcement of deviant talk takes place especially when the topic is introduced by high-status youths. For practitioners in settings with a high concentration of deviant peers, it is crucial to avoid situations with little supervision and to respond through presence toward deviant talk contributions.

Key words: early adolescence, education in residential facilities, deviant talk, peer contagion, systematic behavior observation


Korrespondierender Autor

PD Dr. Alexander Wettstein
Pädagogische Hochschule Bern und
Institut für Erziehungswissenschaft
Universität Bern
Zähringerstr. 19
3012 Bern
Schweiz
alexander.wettstein@phbern.ch

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KiMut NRW: Eine Studie zur Identifikation von Kindern mit selektivem Mutismus im schulischen Primarbereich
Anja Starke, Katja Subellok

Aufgrund seiner Seltenheit und Unscheinbarkeit wird das Phänomen des selektiven Mutismus (SM) oft als extreme Schüchternheit interpretiert. Trotz eines relativ frühen Onsets des Schweigens erhalten die Kinder häufig erst im späten Grundschulalter eine spezifische Therapie. Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte verfügen einerseits häufig nicht über das notwendige Fachwissen und andererseits stehen keine adäquaten Instrumente zur Identifizierung eines SM zur Verfügung. Mittels einer Befragungsstudie an Grund- und Förderschulen im Land Nordrhein-Westfalen wurden Kinder mit der Diagnose SM sowie Verdachtsfälle erhoben. Von 7917 Schülerinnen und Schülern zeigten 207 Mädchen und Jungen (2.6%) deutliche Symptome eines SM im schulischen Kontext. Damit werden bisherige Prävalenzraten des SM merklich überschritten und die Vermutung einer hohen Dunkelziffer unterstützt. Mit 40.6% ist der Anteil mehrsprachiger, schweigender Kinder überproportional hoch. Dies spiegelt die erhöhte Vulnerabilität dieser jungen Menschen für die Ausbildung eines SM wider.

Schlüsselwörter: selektiver Mutismus, elektiver Mutismus, Grundschule, Förderschule, Prävalenz, Mehrsprachigkeit


KiMut NRW: Identification of children with selective mutism within elementary schools

Selective mutism (SM), a rather rare and hidden phenomena, is often misunderstood as extreme shyness. Despite a relatively early onset of SM, affected children are often only referred to specific treatment at late elementary school age. This is a result of the challenge SM poses to teachers who are often not well enough informed about SM. In addition, adequate tools to identify SM are still lacking. This study presents a survey conducted with elementary and special needs school teachers in North Rhine-Westphalia, Germany. The aim was to identify pupils already diagnosed with SM and pupils suspected having SM. In 207 of a total of 7917 children (2.6%), symptoms of SM occurred during school time were reported by the teachers. This exceeds previous prevalence rates and so confirms the assumption of a high number of unreported cases. Within the sample of children revealing SM symptoms proportion of multilingual children is very high (40.6%) and may reflect an elevated vulnerability of these children for the development of SM.

Keywords: Selective mutism, elective mutism, elementary school, special education, prevalence, multilingualism


Korrespondierende Autorin

Anja Starke
M. Sc. Klinische Linguistik
Fakultät Rehabilitationswissenschaften
Fachgebiet Sprache und Kommunikation
Technische Universität Dortmund
Emil-Figge-Str. 50
44227 Dortmund
anja.starke@tu-dortmund.de

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