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Wirtschaftspsychologie

Bisher erschienen

2015-4

Editorial
Resilienz: Aktuelle Perspektiven und Konzepte aus der wirtschaftspsychologischen Forschung und Praxis
M. Mühlfelder & A. Steffanowski

Psychische Resilienz: Betrachtungsebenen, Merkmale und Perspektiven für die angewandte psychologische Forschung und Praxis - Ein Überblick
M. Mühlfelder, A. Steffanowski & L.-M. Borchard
Zusammenfassung | Abstract

Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung resilienten Verhaltens bei der Arbeit
R. Soucek, N. Pauls, M. Ziegler & Ch. Schlett
Zusammenfassung | Abstract

Die Bedeutung einer resilienzorientierten Haltung bei Führungskräften im Zusammenhang mit Selbstverantwortung - Eine qualitative Untersuchung
P. B. Pätzold
Zusammenfassung | Abstract

Resilienz und Stressmanagement. Eine Untersuchung des Einflussfaktors Resilienz auf die Stressbewältigung am Arbeitsplatz
A. Patzelt
Zusammenfassung | Abstract

Team­Resilienz verstehen:
Konzeption eines empirischen Forschungsprojektes
M. Weiss, M. Högl & S. Hartmann
Zusammenfassung | Abstract

Förderung der Resilienz durch organisationales Lernen.
Ein Schulungskonzept für Leitwartenteams in einem Kernkraftwerk
C. Kleindienst, J. Koch, F. Ritz & J. Brüngger
Zusammenfassung | Abstract


Varia

Bewertung der Gestaltungsbedürftigkeit von Arbeitstätigkeiten - Validierung eines Kurzfragebogens zur bedingungsbezogenen Arbeitstätigkeitsanalyse
A. Iwanowa
Zusammenfassung | Abstract

It’s a shame, but I’m not to blame: Perceived justice, affect, and emotions in (un)equal compensation systems
T. Steiniger, T. Schlösser & D. Fetchenhauer
Zusammenfassung | Abstract


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Den Arbeitstag schon erschöpft beginnen? Konsequenzen von spätabendlichem Smartphone­Gebrauch und Schlaf
S. Maddahi & A. Kluge

 


Psychische Resilienz: Betrachtungsebenen, Merkmale und Perspektiven für die angewandte psychologische Forschung und Praxis - Ein Überblick
Manfred Mühlfelder, Andrés Steffanowski & Linda-Marie Borchard

"Resilienz" bezeichnet die Widerstandsfähigkeit gegenüber existenz­ und selbstwertbedrohenden Krisen sowie besonders ausgeprägten psychosozialen Belastungen (Welter­Enderlin & Hildenbrand, 2012). Dieses Konstrukt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem intensiv erforschten und fruchtbaren Feld entwi- ckelt, welches in der psychologischen Praxis zunehmend Verbreitung und Anwendung findet. In diesem Überblicksbeitrag werden verschiedene Analyseebenen und Perspektiven zum Resilienzbegriff voneinan- der abgegrenzt und ein Überblick bezüglich aktueller Themen und Trends der Resilienzforschung gegeben. In diesem Überblicksartikel wird der Versuch unternommen, diese unterschiedlichen Ebenen und Betrach- tungsweisen miteinander in Beziehung zu setzen und resiliente psychosoziale Systeme in Anlehnung an das AGIL­Schema von Parsons (1951) strukturell und funktional zu beschreiben. Anpassungsfähigkeit, Ziel- orientierung, Integrationsfähigkeit und Strukturerhalt sind unserem Verständnis nach die wesentlichen Ei- genschaften widerstandsfähiger Personen, Teams und Organisationen. Abschließend werden einige Impli- kationen und Ansätze für eine interdisziplinäre Resilienzforschung auf verschiedenen Betrachtungsebenen entwickelt und diskutiert.

Schlüsselwörter: Psychische Resilienz, Organisationale Resilienz, Team­Resilienz, AGIL­Schema, Anpas- sungsfähigkeit, Zielorientierung, Integrationsfähigkeit, Strukturerhalt


Psychological resilience: levels of analysis, characteristics and perspectives for applied psychological research and practice - an overview

The term "psychological resilience” describes the power of resistance against existence­ or self­threatening crisis and psychosocial stress. Over the last years, this construct has developed as a fruitful and promising field of both research and applied practice. In this overview we distinguish and characterise various levels and perspectives of resilience, and we try to highlight current trends and topics in resilience research. Fol- lowing that, we try to set these levels into perspectives by utilizing the AGIL scheme of Parsons (1951) for describing the structural and functional characteristics of resilient psychosocial systems. Adaptability (A), Goal­orientation (G), Integration (I) and Latent pattern maintenance (L) are four fundamental dimensions for characterizing resilient individuals, teams, and organisations. As a conclusion, some implications and ideas for an interdisciplinary resilience research on various levels and from different angles of perspective are be- ing proposed and discussed.

Keywords: psychological resilience, organizational resilience, team resilience, AGIL­scheme, adaptability, goal­orientation, integration, latent pattern maintenance


Prof. Dr. Manfred Mühlfelder, Dipl.-Psych.
SRH Fernhochschule Riedlingen
manfred.muehlfelder@hs-riedlingen.de

Prof. Dr. Andrés Steffanowski, Dipl.-Psych.
SRH Hochschule Heidelberg
Fakultät für Angewandte Psychologie
andres.steffanowski@hochschule-heidelberg.de

Linda-Marie Borchard, M.Sc. Psychologie
SRH Hochschule Heid
Fakultät für Angewandte Psychologie
linda-marie.borchard@gmx.de

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Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung resilienten Verhaltens bei der Arbeit
Roman Soucek, Nina Pauls, Michael Ziegler & Christian Schlett

Resilienz schützt die psychische Gesundheit in turbulenten Zeiten. Bislang wird Resilienz in der Psychologie eher als stabile personale Ressource verstanden. Um das Konstrukt der Resilienz für die betriebliche Praxis zu nutzen und im Rahmen von Interventionen gezielt zu fördern, ist eine verhaltensnahe Konzeption von Resilienz notwendig. Auf Grundlage einer Stichprobe von 80 Teilnehmern wurde ein Fragebogen zur Erfas- sung resilienten Verhaltens bei der Arbeit entwickelt, der vier Facetten aufweist: emotionale Bewältigung, umfassende Planung, positive Umdeutung und fokussierte Umsetzung. Zur Überprüfung der Validität wur- den Korrelationen zu bisherigen Resilienz­Maßen herangezogen. In multiplen Regressionsanalysen zeigte sich zudem, dass resilientes Verhalten - über personale Ressourcen hinaus - zur psychischen Gesundheit beiträgt. Zusammenfassend verdeutlichen diese Ergebnisse die Bedeutung von Resilienz als personale Res- source als auch resilienten Verhaltens bei der Arbeit.

Schlüsselwörter: Resilienz, resilientes Verhalten, personale Ressourcen, psychische Gesundheit


Development of a questionnaire for the assessment of resilient behavior in the workplace

In stressful times resilience protects psychological well­being. Current psychological research defines re- silience mainly as a stable personal resource. However, in order to design effective interventions that aim to foster resilience in the workplace, resilience should be assessed in terms of specific behavior. Based on a sample of 80 participants, we developed a questionnaire comprising four facets of resilient behavior. These are emotional coping, comprehensive planning, positive reframing, and focused action. Correlations with existing resilience measures support the validity of the instrument. Multiple regression analyses provide evidence that resilient behavior contributes to psychological well­being over and above personal resources. Overall, the results highlight the importance of resilience as a personal resource as well as resilient behavior in the workplace.

Keywords: resilience, resilient behavior, personal resources, psychological well­being


Dr. Roman Soucek
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Psychologie,
insbes. Wirtschafts- und Sozialpsychologie
roman.soucek@fau.de

Dipl.-Psych. Michael Ziegler
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Psychologie,
insbes. Wirtschafts- und Sozialpsychologie
michael.ziegler@fau.de
 
Dr. Nina Pauls
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Psychologie, Wirtschaftspsychologie
nina.pauls@psychologie.uni-freiburg.de

Dr. Christian Schlett
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Psychologie, Wirtschaftspsychologie
christian.schlett@psychologie.uni-freiburg.de

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Die Bedeutung einer resilienzorientierten Haltung bei Führungskräften im Zusammenhang mit Selbstverantwortung - Eine qualitative Untersuchung
Petra Beatrix Pätzold

Die vorliegende Untersuchung setzt sich am Beispiel eines Industrieunternehmens mit der Fragestellung auseinander, welche Bedeutung eine resilienzorientierte Haltung im Zusammenhang mit selbstverant- wortlichem Handeln hat, um praxisbezogene Handlungsempfehlungen zu generieren. Als Basis diente die themenfokussierte Analyse des Status quo und des Soll­Zustands im Unternehmen mit Blick auf Resilienz­ faktoren und Führungsaspekte. Als Forschungsdesign wurde der Zugang zu einer Stichprobe von sechs Führungskräften mittels eines problemzentrierten, teilstrukturierten Interviews und des quantitativen Fragebogens Resilienzskala RS­11 gewählt sowie die Dokumentenanalyse. Die Resultate zeigten einen psy- chologisch­sinnvollen Zusammenhang zwischen der personalen Resilienz und einem selbstwirksamen Füh- rungsverhalten. Diese Erkenntnis legt nahe, im Unternehmen verstärkt in eine transparente und kongruente Führungs­ sowie Unternehmenskultur zu investieren, um auf intra­ und interpersonaler Ebene wirksamer und effizienter zu sein.

Schlüsselwörter: Resilienz, Resilienzskala RS­11, Selbstverantwortung, Selbstwirksamkeit, Führungs­ und Unternehmenskultur


The importance of an attitude oriented to resilience of executive managers in connection with responsible action

With the help of the example of an industrial corporation, the present examination deals with the impor- tance of an attitude oriented to resilience in connection with responsible action. The aim was to generate treatment recommendations based on practical experience. The analysis of the status quo and the target state with a view to resilience factors and management aspects served as the basis. As the research design, the access to a random sample of six executive managers with the help of a partly structured, problem­cen- tered interview as well as the quantitative questionary Resilience Scale RS­11 and the analysis of the docu- ments was chosen. The results show a psycologically reasonable correlation between the personal resilience and a self­effective management conduct. The concluding perception is to increasingly invest in a more transparent and congruent management and business culture of corporations to increase the efficiency on a both intra­ and interpersonal level.

Keywords: resilience, Resilience Scale RS­11, responsiblity, self­efficacy, management and business culture of corporations


Petra Beatrix Pätzold M.Sc.
info@paetzold-communication.ch
www.paetzold-communication.ch

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Resilienz und Stressmanagement. Eine Untersuchung des Einflussfaktors Resilienz auf die Stressbewältigung am Arbeitsplatz
Angelika Patzelt

Die vorgestellte Arbeit untersucht in einer Querschnittsstudie den Zusammenhang zwischen Resilienz und Stressbeanspruchung am Arbeitsplatz sowie die Wirkung von Stressmanagement­Techniken auf die Korre- lation zwischen Resilienz und Stressbeanspruchung. Für die Datenerhebung wird ein Fragebogen mit den Messinstrumenten Resilienzskala RS­13 (Leppert et al., 2008), dem Stress­ und Coping­Inventar SCI für Stress­ erleben und Stresssymptome (Satow, 2012) und der Abfrage nach Stressmanagement­Techniken (Kenntnis und Häufigkeit der Anwendung) eingesetzt. Anhand einer Stichprobe mit N = 114 Probanden, bestehend aus 81 berufstätigen Frauen und 33 berufstätigen Männern im Alter zwischen 20 und über 50 Jahren, zeigt das Ergebnis einen Zusammenhang zwischen Resilienz und Stressbeanspruchung. In der untersuchten Stichprobe konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Kenntnis und Anwendung von Stress- management­Techniken einerseits und der negativen Korrelation zwischen Resilienz und Stresserleben und Stresssymptomen andererseits gezeigt werden. Eine Auspartialisierung dieses Faktors beeinflusste die be- obachteten Zusammenhänge kaum merklich.

Schlüsselwörter: Resilienz, Stressmanagement, Entspannungstechniken, Gesundheitsmanagement


Resilience and stress management. An examination of the influencing factor resilience on stress management at the workplace

The presented work examined in a cross­sectional study the connection between resilience and stress at the workplace as well as the effect of stress management on the correlation between resilience and stress. For data collection a questionnaire is used with the measuring instruments resilience scale RS­13 (Leppert et al., 2008), the stress­ and coping­inventory SCI for stress level and stress symptoms (Satow, 2012) and a survey on relaxation techniques (knowledge and frequency of application). Based on a random sample of 114 test persons, consisting of 81 female and 33 male employees aged between 20 and older than 50 years, the results show a connection between resilience and stress. In the examined sample no significant connec- tion could be shown between knowledge and application of relaxation techniques on the one hand and the negative correlation between resilience and experiences of stress and stress symptoms on the other hand. An out­partialisation of that factor hardly had any noticeable influence on the observed relationships.

Keywords: resilience, stress management, relaxation technique, health management


Angelika Patzelt B.A.
Forsterstraße 8
D-85057 Ingolstadt
info@angelika-patzelt.de

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Team-Resilienz verstehen: Konzeption eines empirischen Forschungsprojektes
Matthias Weiss, Martin Högl & Silja Hartmann

Vor dem Hintergrund der gewachsenen Dynamik der Geschäftswelt gewinnt das Konzept der Resilienz, das den erfolgreichen Umgang mit kritischen Situationen beschreibt, für Organisationen und deren Mitarbeiter an Bedeutung. Forschung zu dieser Thematik im organisationalen Kontext ist jedoch begrenzt und fokus- siert zumeist auf die Resilienz von Individuen. Organisationen stützen sich aber zunehmend auf Teams, um den Anforderungen komplexer Aufgaben gerecht zu werden. Eine bloße Aggregation individueller Effek- te wird der Komplexität des kollektiven Phänomens der Team­Resilienz jedoch nicht gerecht. Daher zeigt dieser Beitrag auf, welchen Anforderungen eine adäquate Konzeptualisierung von Team­Resilienz gerecht werden muss. Die Entwicklung dieser Konzeptualisierung und Team­Resilienz zu untersuchen, ist Ziel ei- nes aktuellen Forschungsprojektes im Rahmen des interdisziplinären Bayerischen Forschungsverbundes ForChange.

Schlüsselwörter: Resilienz, Team, Interpersonelle Prozesse


Understanding team resilience: Design of an empirical research project

Against the background of the elevated dynamism of today’s business environment, the concept of resil- ience, which embraces positive adaptation despite critical challenges, is fundamental for organizations and their members. Research on resilience in the field of management is just emerging and has so far mainly focused on individual resilience. As a response to the growing complexity of tasks, however, organizations increasingly rely on teamwork. An aggregation of individual level effects will not be sufficient though to fully grasp the collective phenomenon of team resilience. In this manuscript, we therefore pinpoint the require- ments for an adequate conceptualization of team resilience. It is the goal of an ongoing research project within the multidisciplinary Bavarian Research Association ForChange to develop this conceptualization and to investigate team resilience.

Keywords: resilience, team, interpersonal processes


Dr. Matthias Weiss
Ludwig-Maximilians-Universität München
Fakultät für Betriebswirtschaft
Institut für Leadership und Organisation
Ludwigstraße 28
D-80539 München
weiss@bwl.lmu.de
 
Univ.-Prof. Dr. Martin Högl
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Leadership und Organisation
Ludwigstraße 28
D-80539 München
hoegl@lmu.de

Silja Hartmann M.Sc.
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Leadership und Organisation
Ludwigstraße 28
D-80539 München

>hartmann@bwl.lmu.de

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Förderung der Resilienz durch organisationales Lernen. Ein Schulungskonzept für Leitwartenteams in einem Kernkraftwerk
Cornelia Kleindienst, Julia Koch, Frank Ritz & Jonas Brüngger

Der vorliegende Beitrag zeigt anhand des Projekts "TeamSafe" einen anwendungsorientierten Ansatz zur Förderung organisationaler Resilienz durch die Unterstützung organisationaler Lernprozesse auf. Zu die- sem Zweck wurde in einem dreijährigen Prozess für ein Schweizer Kernkraftwerk ein Schulungskonzept konzipiert. Die Schulung und das dazu entwickelte Werkzeug PUMA unterstützen die Leitwartenteams im Umgang mit unerwarteten und unbekannten Situationen; bereits vorhandene Kompetenzen innerhalb der Teams werden fokussiert und durch die Anregung von Wissensaustauschprozessen zwischen den Teams erweitert. Der Aufbau des Schulungskonzepts orientiert sich am Prozess des organisationalen Lernens und leistet einen Beitrag, um resilientes Verhalten innerhalb der Organisation zu fördern. Dazu gehört auch die Anregung und Begleitung eines Kulturwandels, der die Betrachtung und Nutzung der inhärenten Stärken von Teams in den Fokus rückt.

Schlüsselwörter: Organisationale Resilienz, organisationales Lernen, Schulungskonzept, Bewältigung uner- warteter Situationen, Team, Adaptation


Promoting resilience through organizational learning. A training concept for operating teams in a nuclear power plant

The present article illustrates a practical approach to promote organizational resilience by fostering orga- nizational learning processes, using the example of the project "TeamSafe” realized in cooperation with a Swiss nuclear power plant (NPP). Within the project, a training concept was developed over a three years period. The training and the related method PUMA support operating teams in coping with unexpected and unknown situations; existing competencies of the teams are focused and improved through knowledge exchange between the teams. Aspects of organizational learning were taken into account in the training structure. The project promotes resilient behavior within the organization as well as cultural change by high- lighting the inherent competencies of the teams.

Keywords: organizational resilience, organizational learning, training concept, coping with unexpected situations, team, adaptation


Dipl.-Psych. Cornelia Kleindienst
Fachhochschule Nordwestschweiz
Hochschule für Angewandte Psychologie
Institut Mensch in komplexen Systemen (MikS)
Riggenbachstrasse 16
CH-4600 Olten
cornelia.kleindienst@fhnw.ch
 
Julia Koch, B.Sc.
julia.koch@fhnw.ch
 
Prof. Dr. Frank Ritz
frank.ritz@fhnw.ch
 
Jonas Brüngger, M.Sc.
jonas.bruengger@fhnw.ch

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Bewertung der Gestaltungsbedürftigkeit von Arbeitstätigkeiten - Validierung eines Kurzfragebogens zur bedingungsbezogenen Arbeitstätigkeitsanalyse
Anna Iwanowa

Im Artikel werden die Ergebnisse der Überprüfung der testtheoretischen Gütekriterien eines Kurzfragebo- gens (RDFN­K) zur subjektiven bedingungsbezogenen Analyse der Gestaltungsbedürftigkeit von Arbeits- tätigkeiten vorgestellt. Anhand der Daten einer repräsentativen Stichprobe von 2.891 Arbeitern/innen und Angestellten aus allen 9 Bundesländern in Österreich und aus 6 Branchen (Bau, Tourismus, Handel, Pflege, Metall, Geldwesen), die im Auftrag der Bundesarbeiterkammer in Österreich zur Untersuchung der "Quali- tät des Arbeitslebens älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer" (QUALA) durchgeführt wurde, werden Ergebnisse zur Validität der Kurzversion des Fragebogens "Redefinition der Arbeit" (RDFN) vorgelegt. Die Ergebnisse bestätigen die innere Struktur und die theoretisch abgeleiteten Zusammenhänge mit Gesund- heitsindikatoren. RDFN­K kann im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung von Arbeitstätigkeiten eingesetzt werden.

Schlüsselwörter: Fragebogen zur Arbeitsanalyse, Ressourcen, Stressoren, Gestaltungsgüte, Gefährdungs- beurteilung


Assessment of work-redesign needs - Validation of a short questionnaire for condition-related analysis of labour-activities

This article illustrates the results of the examination of the test theory validity criteria of a short version of the subjective condition­related analysis of labour­activities’ design needs. The presented results concerning the validity of the survey instrument are based on data of a representative sample of 2,891 workers and employees from all nine provinces of Austria working in six sectors of employment (construction, tourism, retail, health­care, metalworking industry, financial sector), taken from a study - conducted on behalf of the "Federal Chamber of Labour” in Austria - concerning the "quality of workers’ working life” (QUALA). The successful use of questionnaires in professional practice and the assessment of the degree of need, based on this design, are valid.

Keywords: job analysis questionnaire, resources, demands, design quality, risk assessment


Ao. Univ.-Prof. Dr. Anna N. Iwanowa, Dipl.-Psych.
Institut für Psychologie
Fachbereich Angewandte Psychologie
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Bruno-Sander-Haus, Innrain 52
A-6020 Innsbruck
anna.iwanowa@uibk.ac.at

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It’s a shame, but I’m not to blame: Perceived justice, affect, and emotions in (un)equal compensation systems
Tim Steiniger, Thomas Schlösser & Detlef Fetchenhauer

Although studies found that emotions severely influence human behavior, surprisingly little is known about the affective and emotional consequences of different compensation systems. Therefore, we experimentally explored affects, emotions, and their relation to justice perceptions in tournament and equality systems. Whereas tournament systems are extremely competitive and create high wage differences, equality systems possess no performance­rewarding compensation component and lead to an even wage distribution. Our results suggested that equality systems were perceived to be more just than tournament systems. However, the effect of the system’s justice on affect and emotions was small. For instance, those that profited from the tournament system perceived the system to be unjust but reported the highest positive affect and the lo- west negative affect, anger, and guilt. A possible explanation may be that profiteers did not feel accountable for the negative consequences of the implemented compensation systems and thus did not suffer from the emotional consequences of cognitive dissonance.

Keywords: equality, inequality, wage, perceived justice, emotion, affect, guilt, anger


Es ist eine Schande, aber nicht meine Schuld: Wahrgenommene Gerechtigkeit, Affekt und Emotionen in (un)gleichen Vergütungssystemen

Obwohl Untersuchungen herausgefunden haben, dass Affekte und Emotionen menschliches Verhalten stark beeinflussen, ist überraschend wenig über die emotionalen Konsequenzen von Vergütungssystemen bekannt. Deshalb haben wir experimentell Affekte, Emotionen und deren Verhältnis zu wahrgenommener Gerechtigkeit in Tournament­ und Equality­Systemen untersucht. Während Tournament­Systeme extrem kompetitiv sind und große Gehaltsunterschiede hervorrufen, besitzen Equality­Systeme keine leistungsbe- zogene Gehaltskomponente und führen zu einer gleichen Lohnverteilung. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Equality­Systeme gerechter wahrgenommen wurden als Tournament­Systeme. Diese Gerechtigkeits- wahrnehmungen hatten allerdings nur einen geringen Einfluss auf Affekte und Emotionen. Zum Beispiel nahmen diejenigen, die vom Tournament­System profitierten, dieses zwar als ungerecht wahr, zeigten je- doch das höchste Level an positivem Affekt und das niedrigste Level an negativem Affekt, Wut und Schuld. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass die Profiteure sich nicht verantwortlich für die negativen Folgen der implementierten Vergütungssysteme fühlten und deshalb nicht unter den emotionalen Folgen kogni- tiver Dissonanz litten.

Schlüsselwörter: Gleichheit, Ungleichheit, Gehalt, Wahrgenommene Gerechtigkeit, Emotionen, Affekt, Schuld, Wut


Prof. Dr. Detlef Fetchenhauer
Institute of Sociology and Social Psychology
University of Cologne
Albertus-Magnus-Platz
D-50923 Cologne
detlef.fetchenhauer@uni-koeln.de

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