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Erschöpfung und Burnout in der Altenpflege verhindern – die emotionale Kompetenz der Pflegenden stärken

Altenpflegekräfte sind besonders anfällig für das Burnout-Syndrom. Gabriele Buruck und Anne Tomaschek (TU Dresden) wollten herausfinden, wie Fehlbeanspruchungen in dieser Berufsgruppe langfristig reduziert werden können. Sie nahmen das „Training emotionaler Kompetenzen“ (TEK, Berking, 2017) unter die Lupe: In ihrer Studie (veröffentlicht im Journal Wirtschaftspsychologie, Ausgabe I/18) wurde das TEK von Pflegekräften absolviert – und zeigte signifikant positive Auswirkungen, u.a. auf das Burnout-Risiko.

Die Arbeit in der Altenpflege ist physisch wie psychisch enorm anspruchsvoll. Schichtarbeit, höchste emotionale und soziale Inanspruchnahme und auch körperliche Anstrengung machen AltenpflegerInnen zu einer Hochrisikogruppe für das Burnout-Syndrom. Betroffene fühlen sich ausgebrannt, erschöpft und emotional distanziert und dementsprechend nicht mehr leistungsfähig. Vor allem die beiden Merkmale „Emotionale Erschöpfung“ und „Zynismus“ sind klare Indikatoren für die Krankheit – und genau diese untersuchten Buruck und Tomaschek.

Sie führten mit Pflegekräften ein „Training emotionaler Kompetenzen“ (TEK) durch, das neben der Bewusstmachung der Grundlagen von Stressentstehung vor allem folgende Kompetenzen trainiert:

  • Muskel und Atementspannung
  • Bewertungsfreie Wahrnehmung
  • Akzeptanz und Toleranz
  • Effektive Selbstunterstützung
  • Analyse von Emotionen
  • Veränderung affektiver Zustände (Regulation)

Die Forscherinnen verglichen die Selbsteinschätzungen der Teilnehmenden bezüglich ihrer emotionalen Erschöpfung und Zynismus vorher und nachher. Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Reduktion der beiden subjektiven Merkmale war klar nachzuweisen. Trainingsgewinne gab es außerdem in den Kompetenzen der Aufmerksamkeit, Akzeptanz, Toleranz und Regulation.

Das standardisierte TEK-Konzept ermöglicht es AltenpflegerInnen, das Risiko, an Burnout zu erkranken, deutlich zu minimieren. Buruck und Tomaschek regen dementsprechend an, Angehörige dieser Berufsgruppe neben verhältnisbezogenen Maßnahmen der Gesundheitsprävention auch Strategien zum Erwerb individueller emotionaler Bewältigungsstrategien zur Verfügung zu stellen. Diese Art der Primärprävention hilft nicht nur den Altenpflegekräften selbst beim konstruktiven Umgang mit ihren Emotionen und folgend der kompetenten Ausübung ihres Berufs, sondern letztlich auch den Pflegebedürftigen.

Gebriele Buruck, Anne Tomaschek: Konstruktiver Umgang mit Emotionen und Verringerung von Burnout – Beispiel einer erfolgreichen Intervention in einer Hochrisikogruppe

 nachzulesen im Journal  Wirtschaftspsychologie, Ausgabe I/18, S. 90–99. Pabst Science Publishers.

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