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Wegschließen für immer? Ethische, rechtliche und soziale Konzepte im Umgang mit gefährlichen Menschen auf dem gesellschaftlichen Prüfstand

Beiträge der gleichnamigen vom Bundesministeriumfür Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Klausurwochen im November 2011 an der Universität Witten/Herdecke

Reihe "Forensik & Gesellschaft" -Transdisziplinäre Studien zum gesellschaftlichen Umgangmit gefährlichen Menschen
Band 1


Wie soll eine Gesellschaft mit psychisch kranken und/oder gefährlichen Straftätern umgehen? Diese Frage stellt nicht nur das Recht, sondern auch die Ethik, die Sozial- und die Humanwissenschaften immer wieder neu vor Herausforderungen.
Durch die aktuellen Entscheidungen des EGMR zur Sicherungsverwahrung und des BVerfG zur nur noch sehr eingeschränkten Zulässigkeit einer zwangsweisen Behandlung wurde die gesamte Struktur der deutschen präventiven Sicherungsmaßregeln auf den Prüfstand der ethischen, rechtlichen, gesellschaftlichen, vor allem der kriminalpolitischen Kohärenz und Sinnhaftigkeit gestellt und zur wissenschaftlichen Diskussion freigegeben. Dies betrifft den Normenbestand wie auch die Versorgungspraxis.
Wenn eine einfache Lösung nicht "Wegschließen für immer” lauten kann, dann sind Kreativität, wissenschaftliches Nachdenken und überzeugende neue Lösungsansätze gefordert. Dies zu leisten, fanden sich auf Einladung des "Forensik-Forums” an der Universität Witten/Herdecke im Rahmen der vom BMBF geförderten Klausurwochen im November 2011 junge Nachwuchswissenschaftler und -innen gemeinsam mit erfahrenen Experten aus unterschiedlichen Disziplinen, sowohl aus Deutschland als auch aus dem Ausland, zusammen. Sie erörterten im inter- und transdiziplinären Dialog den gegenwärtigen Sachstand, erarbeiteten Werturteile und stellten teils neue, jedenfalls zeitgemäße Norm- und Handlungsoptionen dar.
Die Beiträge der Teilnehmer dieser Klausurwochen werden im vorliegenden Band der Öffentlichkeit zur Information, Anregung und Kritik übergeben.


Inhalt:

Vorwort


Teil 1: Kriminologie und Rechtsentwicklung

Axel Dessecker
Gefährlichkeit aus sanktionenrechtlicher und kriminologischer Sicht

Astrid Hirschelmann
Zum Umgang mit Normabweichungen im französischen Rechtssystem

Davina Stisser
Die Geschichte der Sicherungsverwahrung

Heinz Kammeier
Der Schutzanspruch vor gefährlichen Personen und die Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Schutzgewährleistung

Norbert Konrad
Perspektiven der forensischen Psychiatrie

Christian Prüter-Schwarte
Das Spannungsfeld zwischen Autonomie und Fürsorge im Maßregelvollzug - Versuch einer ethischen Analyse


Teil 2: Behandlung und Versorgung

Harald Haynert
Das ungenutzte Potential der forensischen Pflege - Der Beitrag der forensischen Pflege zu Gefährlichkeitsreduktion, Bewältigung der Anlasserkrankung und Wiedereingliederungin die Gesellschaft

Ute Hermann
Optimierte Behandlungspfade in der forensischen Psychiatrie - Zur Behandlung schizophrener Patienten im psychiatrischen Maßregelvollzug

Grischa Merkel
Persönlichkeitsveränderungen durch Tiefe Hirnstimulation bei Delinquenten - Rechtliche Fragen

Kirsten Brukamp
Relevanz neurowissenschaftlicher Forschungsergebnisse für das Strafrecht

Dahlnym Yoon
(Wegschließen?) Zurückholen in die Gesellschaft! - Ressourcen-orientierte Risikoeinschätzung bei Sexualstraftätern

Bernhard Reck
Die Organisation von Longstay-Einrichtungen des Maßregelvollzugs unter menschenrechtlichen Gesichtspunkten nach den Urteilen des EGMR (2010) und des BVerfG (2011)

Alexander Baur
"Bessere dich - oder ich schieße!" - Die Polizei im normativen Handlungsgefüge der Führungsaufsicht

Michael Hellenbach
Justice of truth? Alleged offenders with intellectual disabilities in the English criminal justice system
Mutmaßliche Straftäter mit Intelligenzminderung im englischen Strafrechtssystem

Pras Ramluggun
The development of prisoners’ mental health services in England and Wales: An overview


2012, 220 Seiten, ISBN 978-3-89967-789-8, Preis: 20,- Euro




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