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Praxisbuch Verhaltenstherapie - Grundlagen und Anwendungen biografisch-systemischer Verhaltenstherapie

Das Buch ist ein Begleiter für die tägliche Praxis einer zeitgemäßen Verhaltenstherapie - vom Erstkontakt mit dem Patienten über die Antragstellung im Gutachterverfahren bis zur Therapiebeendigung .
Gerhard Zarbock verdeutlicht, wie biografisch-systemische Überlegungen und das Konzept der psychischen Grundbedürfnisse (Grawe) die VT in Diagnostik, Therapieplanung und -durchführung bereichern können.

Das Buch bietet umsetzbare Darstellungen u.a. zu den Komplexen
- Biografische Analyse
- Therapieanträge
- Exposition, Entspannung, Imagination
- Arbeit mit Kognitionen und Emotionen
- Achtsamkeit und Akzeptanz
- Probleme und Krisen (z.B. Suizidalität)

Fragebögen und Arbeitsblätter für Patienten runden das Buch ab.

Rezension zu diesem Buch

von Dr. Alessandro Cavicchioli
in: Psychotherapie Aktuell, 1. Jahrgang, Heft 2-2009, S. 45-46

Gerhard Zarbock ist ein erfahrener Psychotherapeut, Ausbilder, Supervisor und Gutachter. Er betont weiterhin, dass ihm eine wissenschaftliche Fundierung wichtig sei.Von diesen Eigenschaften profitiert offensichtlich dieses Buch.

Vom Basiswissen aus dem Studium über bewährte Techniken bis zu neueren Entwicklungen in der Verhaltenstherapie. Zarbock scheint tatsächlich seinen Erfahrungsschatz in vermittelbaren Buchstaben übersetzen zu wollen. Es gelingt ihm meiner Meinung nach wirklich gut, was nicht selbstverständlich ist. Jemand der viel Wissen und Erfahrung hat, muss dies auch vermitteln können.

So wird nach einleitenden Abschnitten im Kapitel biographische Analyse (Kap. 3) kurz, aber nicht zu knapp dargestellt, welche Sichtweisen einem Therapeuten helfen können, den Patienten besser zu verstehen und ihm eine Änderung bzw. Akzeptanz von Teilen des status quo zu ermöglichen. Durch die Schwerpunktsetzung erhebt er nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, nennt jedoch die aus seiner Sicht wichtigen Variablen beim Namen: Pläne, Kognitionen, Persönlichkeitsstile, Genetik, Grundbedürfnisse, Verhaltendefizite und -exzesse, Big Five usw. Systemische Gesichtspunkte ergänzen diese Darstellung. Dabei werden wichtige Hinweise (nicht nur für die PiAs) für die Antragstellung gegeben.

Im Kapitel 4 wird auf feinfühlige Art und Weise die Beziehungsgestaltung in der Psychotherapie beschrieben und mögliche Fallen werden aufgezeigt. Die konkreten Beispiele helfen bei der Veranschaulichung der Lösungsvorschläge.

Das Thema Motivation wird im darauffolgenden Abschnitt unter die Lupe genommen. Hier wird deutlich, dass Linehan für Zarbock einen nicht unwesentlichen Einfluss in seinem beruflichen Werdegang gehabt haben muss. Unter anderem wird der Widerstand des Patienten in der Therapie analysiert und Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Therapeut damit umgehen kann.

Verhaltensanalyse, noch besser: das individuelle Störungsmodell empfehle ich nicht nur den PiAs, sondern durchaus auch erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zur Erweiterung der Kompetenzen bei der Antragsstellung zu diesem Punkt. Besonders anschaulich sind hierbei die störungsspezifischen Teufelskreise. Dieses Thema wird so entwickelt, dass wertvolle Hinweise die Antragsstellung erleichtern.

Im 7. Kapitel, Therapieziele, wird das Spannungsfeld der Zieldefinition beschrieben.Wieder so knapp, wie nötig, werden die aus der Sicht des Verfassers wichtigen Themenkomplexe mit hilfreichen Beispielen entwickelt.

Nachdem das "Was" angesprochen wurde, widmet sich Zarbock dem "Wie", die Therapieplanung. Und dies wird sehr ausführlich behandelt. Die Reihenfolge der Ziele, die Adaptation an den Therapieprozess, die Therapiephasen, Rückfallprofilaxe usw. stellen wichtige Schwerpunkte dar.

Der Teilabschnitt über Medikamente erzeugte bei mir einige kritische Fragen. Gerade die Nennung der Preise mit dem Anspruch einer wirtschaftlichen Behandlung ist für mich als Psychotherapeut (und nicht als Gutachter) zumindest kritikwürdig. Ist es das Medikament der ersten Wahl, dann muss es auch verordnet werden.Auch der Einsatz von Benzodiazepinen bei Angst- und Zwangsstörung wird vom Autor in bestimmten Situationen als angemessen angesehen. Da können Meinungen auseinander gehen. Die Darstellung ist darüberhinaus insgesamt sehr praktisch orientiert und gibt dem Leser die Möglichkeit, Handlungsanweisungen zu entwickeln.

Eine Perle stellt aus meiner Sicht der Teil über den Erstkontakt und die probatorische Phase dar. Der Autor beschreibt sehr detailliert, was der Therapeut wann während dieses Abschnitts sinnvollerweise abklären könnte.

Es sei hier erwähnt, dass als Anhang eine Vielzahl von praktischen Fragebögen und Listen beigefügt wurde, die zum Teil während der Probatorik eingesetzt werden können.

Das Durchlesen des Kapitels über Therapiedurchführung, ad hoc Heuris tiken und schwierige Therapiesituationen kann auch für den erfahrenen Kollegen sehr hilfreich sein. Ausgehend von der Arbeit von Grawe leitet Zarbock verschiedene therapeutisch relevante Elemente (ad hoch Heuristiken) ab: Therapie als Bindungserfahrung, Annäherungspriming (mache es dem Patienten leichter), Konfrontation nur nach Ressourcenaktivierung, Veränderung durch Emotionen, positive Gesamtbilanz, Sicherung des Transfer, Wiederholungen. Wie strukturiere ich die Therapiesitzungen, Spannungsfeld der Ziel- bzw. Prozessorientierung? Diese Themen werden praxisnah aufgegriffen.

Der Umgang mit traumatisierten Patienten, der Umgang mit suizidalen Patienten, die Analyse von Interaktionsproblemen bzw. Therapeutenproblemen und die Frage, unter welchen Umständen eine Therapie nicht zu einem Erfolg führt und wie damit umzugehen ist, stellen vertiefende Einheiten dar, die nicht nur für erfahrene Kollegen interessant sein könnten.

Und dann geht es im letzten Teil weiter in die Tiefe. Der Autor beschreibt sehr ausführlich verschiedene Basis techniken, wie z.B. achtsamer Kontakt, explorieren, biographische Validierung, Echtheit, nonverbale Kommunikationstechniken, Psychoedukation, Mikroanalysen, Rollenspiele, SKT usw. Immer wieder detailreich und mit entsprechenden Therapiesequenzen bespickt.

Vielleicht wird der eine oder andere Therapeut sich an die Hervorhebungen in diesem Buch stören (im Text: fett). Einem Kollegen in Ausbildung bzw. zu Beginn seiner Tätigkeit als PP/KJP mag dies die Lektüre erleichtern, einem erfahrenen Kollegen helfen, die für ihn relevanten Stellen schneller zu finden.

Fazit: Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in der praktischen Ausbildung werden dort abgeholt, wo sie sich gemäß ihres Curriculums befinden (sollten). Ich werde dieses Buch meinen Kolleginnen und Kollegen in Ausbildung gerne empfehlen.

Auch erfahrene Kollegen können für schwierige Situationen die eine oder andere Empfehlung umsetzen. Dies mag daran liegen, dass eine weitere Perspektive aufgezeigt wird, ein anderer Blickwinkel. Nicht dass diese Sichtweise grundsätzlich neu wäre. Bereits Guidano und Liotti z.B. haben vor etlichen Jahren in ihren Publikationen Verhaltenstherapie, systemische Therapie und eine psychoanalytisch-biographische Sichtweise vorgeschlagen. Ähnliche Themen und doch unterschiedliche Schwerpunkte. Insgesamt stellt die Darstellung des Kollegen Zarbock nicht eine Wiederholung des bereits Gesagten dar, sondern lässt sich meiner Meinung nach als eine sehr persönliche (das Ganze ist eben mehr als die Summe seiner Teile), fachlich fundierte und praktisch orientierte Sichtweise des therapeutischen Handelns beschreiben. Das macht dieses Buch besonders wertvoll, Danke, noch mehr davon!  

 

Rezension zu diesem Buch

von Dr.Fred Christmann, Studienzentrum Verhaltensmedizin und Psychotherapie (SZVT), Christophstr. 8, 70178 Stuttgart

Mit der "dritten Welle" wurde die Verhaltenstherapie vom Kopf auf die Füße gestellt und die Praxis der Verhaltenstherapie noch einmal wesentlich bereichert.
Die neuen Entwicklungen haben das interaktionelle Geschehen und die Intentionen und Zielsetzungen der Therapie in den Fokus gerückt und somit das Verständnis von Verhaltenstherapie verändert; diese Veränderungen nimmt der Autor auf und erleichtert es den praktisch tätigen Verhaltenstherapeuten, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Denn um als Verhaltenstherapeut auf der Höhe der Zeit zu sein, ist es notwendig, diese neuen Sichtweisen in das praktische Vorgehen von der Kontaktaufnahme zum Patienten über die Therapieplanung bis zur Entscheidung und Anwendung von therapeutischen Interventionen zu integrieren.

Das "Praxisbuch" verspricht nicht zu viel; es hilft, diese Entwicklungen nachzuvollziehen und für den Therapieprozess nutzbar zu machen. Es ist unterteilt in eher theoretische Kapitel (Biografische Analyse, Beziehung, Motivation, Störungsmodell, Therapieziele und -planung (mit einem Beitrag von Eckhard Roediger zur Einbeziehung von Psycho-pharmaka)), wobei auch hier immer ein Praxisbezug hergestellt wird, und eher anwendungsbezogene Kapitel (Erstkontakt, Probatorik mit Antragstellung, Therapie-durchführung, Basistechniken).

Gerhard Zarbock ist als Ausbilder, Supervisor und Gutachter mit den Schwierigkeiten vertraut, die (junge) Therapeuten haben, psychologisches Wissen in die Therapiepraxis umzusetzen. Mit seinem Buch ist ihm eine sehr nützliche Arbeitshilfe gelungen: Die Schritte vom Erstkontakt bis zum Abschluss der Therapie werden konkret beschrieben, Arbeitsmaterialien im Anhang zur Verfügung gestellt und häufige Fehler, besonders im Bericht an den Gutachter, an Fallvignetten aufgezeigt.
 
Mit der Beschreibung einer biografisch-systemischen Verhaltenstherapie gelingt es dem Autor, ein zeitgemäßes Modell von Psychotherapie zu entwerfen; er schafft es, die Komplexität des psychotherapeutischen Geschehens durch prägnante Abhandlung der neueren Entwicklungen, besonders zur Bedeutung der Biografie unter Berücksichtigung von Grundbedürfnissen, entwicklungspsychologischen Aspekten, Persönlichkeitszügen usw., darzustellen und deren Integration in die Verhaltenstherapie gut nachvollziehbar zu beschreiben. Konsequent stellt er zudem verhaltenstherapeutische Basistechniken unter dem Gesichtspunkt des neuen Verständnisses dar, angefangen mit Validierungs-techniken, über Emotionsregulierung bis zu Akzeptanzstrategien.

Meines Erachtens ist mit diesem mit 29,- € recht preiswerten Buch von 480 Seiten das selbst gesteckte Ziel, einen " "Reiseführer" für die ersten Schritte im Land der Verhaltenstherapie und ein praktikables "Kochbuch" ... für die Therapiepraxis zu schreiben" wirklich erreicht; wir beziehen es nun in die Ausbildung unserer Psychotherapeuten mit ein. Es wird dazu beitragen, dass Verhaltenstherapeuten zukünftig das vorhandene Know-How besser umsetzen.

Manchem Leser mag die theoretische Abhandlung der neueren Entwicklungen bezüglich Grundbedürfnisse, Bindung, Emotionen und Schemata oder auch die Beschreibung der Basistechniken zu knapp ausgefallen sein, so aber ist dieses Buch auch für Praktiker ein Gewinn, die diese Theorien und Interventionen wohl kennen, hier aber eine prägnante Anregung zur Anpassung und Weiterentwicklung der eigenen Praxis erhalten.

 

Rezension zu diesem Buch

von PD Dr. Claas-Hinrich Lammers
Asklepios Klinik Nord - Ochsenzoll, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Langenhorner Chaussee 560, 22419 Hamburg; c.lammers@asklepios.com, www.asklepios.com


Das Praxisbuch Verhaltenstherapie bietet den gegenwärtig besten Überblick und die hilfreichste Einführung zur modernen Verhaltenstherapie.

Es deckt jedes Gebiet dieses Behandlungsbereichs ab - zu meiner Freude wesentlich inspiriert von Klaus Grawe. Die Informationen reichen von klassischen verhaltenstherapeutischen Techniken bis zur modernen Schematherapie und Details anderer Psychotherapieschulen. Daher bietet das Werk selbst für erfahrene Therapeuten einen lohnenden Überblick, der auf eigene Schwachstellen in sinnvoller Art und Weise aufmerksam macht.

Dieses praxisorientierte Buch konnte nur von einem sehr erfahrenen Verhaltenstherapeuten geschrieben werden, der über fundamentale Kenntnisse der psychologischen Theorie verfügt. Es ist sehr gut zu lesen und untermauert seine Theorien durch viele praxisnahe Fallbeispiele, so dass man schnell Ideen für die eigenen Therapie entwickeln kann.

Die Frage von jungen KollegInnen nach einer Einführungslektüre werde ich künftig mit einer Empfehlung dieses Buches beantworten. Und sicherlich werde ich es selbst von Fall zu Fall aufmerksam zur Hand nehmen, um kompakte Antworten zu Fragen aus dem eigenen therapeutischen Alltag zu finden.

 

Rezension zu diesem Buch

von: Vicki Richter, Oberärztin, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Psychiatrische Klinik Lüneburg gGmbH, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Quelle: http://www.socialnet.de/rezensionen/7532.php


Thema

Die in diesem Buch beschriebene biographisch-systemische Verhaltenstherapie (BSVT) versteht sich als Form einer "VT der dritten Welle", d.h., einer VT, die Kognitionen und Emotionen zentral berücksichtigt und unter der Beibehaltung verhaltenstherapeutischer Identität und Kernmerkmale auch untersucht, wo Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten mit anderen Therapieschulen bestehen.


Autor

Dr. phil. Gerhard Zarbock ist Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in eigener Praxis, Ausbildungsleiter und Geschäftsführer des IVAH (Institut für Verhaltenstherapie-Ausbildung Hamburg). Er ist tätig als Therapeut, Supervisor und Dozent für Verhaltenstherapie, Gutachter für VT der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Beihilfe und Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg für klinische Psychologie/VT.


Entstehungshintergrund

Das Buch soll ein Begleiter sein für die tägliche Praxis einer zeitgemäßen Verhaltenstherapie vom Erstkontakt mit dem Patienten über die Antragsstellung im Gutachterverfahren bis zur Therapiebeendigung. Aus der langjährigen Erfahrung des Autors nicht nur als Verhaltenstherapeut, sondern auch als Ausbilder und Supervisor heraus ist es ein Hauptanliegen des Buches, die in diesem Rahmen gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse zusammenzufassen, zu systematisieren und zur Diskussion zu stellen. Es soll Ausbildungskandidaten der VT die ersten Schritte in der psychotherapeutischen Arbeit erleichtern und Studenten der Psychologie und der Medizin einen ersten Einblick in die therapeutische Praxis ermöglichen. Aber auch erfahrene Psychotherapeuten können das Buch zur Reflexion ihrer bisherigen Arbeit nutzen. Weiterhin will der Autor einen Überblick über die Weiterentwicklung in den Grundlagen und die Fortschritte in der Anwendung der Verhaltenstherapie der letzten zehn Jahre geben. Die Kennzeichnung des vorgestellten Ansatzes der VT als biographisch-systemische Verhaltenstherapie (BSVT) soll verdeutlichen, dass aus Sicht des Autors die Lebensgeschichte und die aktuellen Lebenskontexte eines Patienten eine zentrale Rolle in der Therapie spielen.

Da das Buch als ein Werk- und Arbeitsbuch zur Praxisbegleitung gedacht ist, empfiehlt der Autor selbst, es eher nicht in einem Stück zu lesen, sondern nach einer initialen Orientierung über den Ansatz der BSVT durch Lektüre von Kapitel 2 einzelne Kapitel unter speziellen Fragestellungen durchzuarbeiten.


Aufbau und Inhalt

1. Einleitung und Übersicht (S. 15 - 26) In der ausführlichen Einleitung umreißt der Autor den Entstehungshintergrund und basale Grundsätze der BSVT und gibt einen hilfreichen Überblick über den Aufbau des Buches und eine "Gebrauchsanleitung".

2. Grundfragen zur BSVT (S. 27 - 40) Dieses Kapitel umreißt das Konzept der biographisch-systemisch orientierten Verhaltenstherapie im Licht der Psychotherapieforschung und bestimmt das Verhältnis der BSVT zu störungsspezifischen Ansätzen.

3. Biographische Analyse: Wie wir wurden, was wir sind. Lebenserfahrungen und ihre Verarbeitung aus Sicht derBSVT (S. 41 - 80) Dieses Kapitel stellt die Biographische Analyse dar, in der störungsrelevante und die Person prägende Lebenserfahrungen und deren Bewältigung erarbeitet werden. Dies basiert auf einem Bedürfnis-Frustrations-Modell mit der Betonung von Bindung, Emotionen und Grundannahmen sowie der Ausformung von Bewältigungsstrategien. Da das Kapitel ein Kernstück der BSVT begründet dient es dem Leser zur intensiven Einarbeitung in das Konzept.

4. Beziehung (S. 81 - 104) Dieses Kapitel beschreibt die therapeutische Beziehung als Eckpfeiler jeder gelingenden Therapie. Strategien zur Analyse und Modifikation von Beziehungsproblemen werden vorgestellt.

5. Motivation (S. 105 - 118) Dieses Kapitel verdeutlicht, dass die Motivation zur Therapie und zur Veränderung nicht selbstverständlich beim Patienten vorausgesetzt werden können. Strategien zur Überwindung von Motivationsblockaden werden dargestellt.

6. Das individuelle Störungsmodell (S. 119 - 148) Dieses Kapitel ist der Erstellung eines individualisierten Störungsmodells als Basis der Therapieplanung gewidmet. Hierbei werden Entstehungs- Erstauftritts- und aufrechterhaltende Bedingungen der Störung unterschieden. Hilfreiche Begriffe und Heuristiken werden vorgestellt und anhand von Fallbeispielen illustriert.

7. Therapieziele (S. 149 - 164) In diesem Kapitel werden übergeordnete und generelle Ziele jeder VT definiert. Es wird untersucht, wie spezifische Therapieziele aus dem Störungsmodell abgeleitet werden können. Es wird gezeigt, wie die Ziele des Patienten und die Ziele des Patienten integriert werden können.

8. Therapieplanung: Der Weg zu den Zielen (S. 165 - 198) Dieses Kapitel zeigt, wie der Therapieplan als Wegweiser zu den Zielen konzipiert werden kann. Entscheidungshilfen für die Therapieplanung im Spannungsfeld von störungsspezifischer Symptomtherapie und Systemtherapie werden diskutiert. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Therapiephasen im Therapieplan wird aufgezeigt, welche konkrete Methode wie präsentiert wird und welcher generelle Interaktionsstil für welchen Patienten geeignet ist. Außerdem werden Verlaufs- und Erfolgskontrolle sowie Therapiebeendigung und Rückfallprophylaxe berücksichtigt. In einem ergänzenden Unterkapitel von Dr. med. Eckhard Roedinger, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Neurologie und Psychiatrie, werden die Wirkungsweisen der Psychopharmaka einführend beschrieben.

9. Erstkontakt, probatorische Sitzungen und Antragsfahrplan (S. 199 - 238) In diesem Kapitel werden Hinweise für die Gestaltung des ersten Sitzungen gegeben und ein "Antragsfahrplan" für eine effektive und zeitsparende Erstellung des Kostenübernahmeantrags vorgestellt.

10. Therapiedurchführung, ad-hoc-Heuristiken, schwierige Therapiesituationen (S. 239 - 278) Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Problemen der konkreten Therapiedurchführung und gibt Hinweise für den Umgang mit Krisen, Suizidalität und traumatischen Erfahrungen. Weiterhin werden schwierige Therapiesituationen, Probleme des Therapeuten in seiner Rolle und Gründe für Therapiemisserfolge besprochen.

11. Basistechniken (S. 279 - 411) Der umfangreichste Abschnitt gibt Hinweise zu therapeutischen Basistechniken, die im Sinne einer multimodalen VT auf den Ebenen des Verhaltens, der Kognitionen, der Emotionen wie auch der Körperlichkeit ansetzen. Folgende Themen werden berührt: Validierungstechniken, Verbale und nonverbale Kommunikationsmuster, Psychoedukation, Mikroanalysen von Problemverhalten als Therapiewerkzeug, Vertikale Verhaltensanalyse, (Selbst-)Exposition, Aktivitätsaufbau, Soziales Kompetenztraining, Soziale Interaktionsanalyse, Rollenspiele mit interaktionellem, biographischen und internalem Fokus, Problemlösetraining, Kognitive Umstrukturierung, Arbeit mit Grundannahmen, Entspannungstraining, Imaginative Verfahren, Emotionsregulation, Achtsamkeit, Akzeptanzstrategien.

12. Schlusswort (S. 412 - 413)

13. Literatur (S. 414 - 426)

14. Anhang (S. 427 - 452) Der Anhang mit 17 Fragebögen und Arbeitsblätter für Patienten rundet das Buch ab.

15. Stichwortverzeichnis (S. 453 - 481) Ein umfangreiches Stichwortverzeichnis ermöglicht eine rasche Orientierung beim Nachschlagen.


Diskussion

Das Praxisbuch bietet einen fundierten Überblick über den aktuellen Stand der Verhaltenstherapie und den Ansatz der biographisch-systemischen Verhaltenstherapie mit ihrer Kombination von Arbeit am Symptom und Arbeit am Hintergrund im Sinne eines integrativen und zeitgemäßen Psychotherapiekonzeptes. Im ersten eher theoretisch orientierten Teil werden die Grundlagen der BSVT dargestellt wie die Biographische Analyse und allgemeine Therapie-Grundlagen wie Motivation, Beziehung, Störungsmodell, Therapieziele und -planung, wobei immer wieder ein Bezug zur Praxis hergestellt wird. Im zweiten eher anwendungsorientierten Teil werden die einzelnen Schritte der Therapie vom Erstkontakt über Probatorik, Antragsstellung und Therapiedurchführung bis hin zur Therapiebeendigung dargestellt. Die genaue Beschreibung der einzelnen Schritte wird von Fallvignetten und Arbeitsmaterialien ergänzt. Eine sinnvolle Gliederung in die einzelnen Kapitel und Unterteilung innerhalb der Abschnitte macht das Buch übersichtlich. Dazu tragen auch Hervorhebungen, Auflistungen und einige Tabellen sowie ein ausführliches Stichwortverzeichnis bei.

So ist es einerseits für die grundsätzliche Einarbeitung in das Thema der BSVT, andererseits auch für die bedarfsgerechte Durcharbeitung einzelner Aspekte bzw. Kapitel gut geeignet.

Aufgrund der Komplexität des Themas und der hohen inhaltlichen Dichte ist das Buch v.a. für Neulinge sicherlich keine "leichte Kost". Allerdings bietet es auch für erfahrenere Therapeuten immer wieder neue Impulse und kann Ausbildungskandidaten als eine sinnvolle Grundlage zur Ausbildung und Prüfungsvorbereitung dienen.


Zielgruppe und Fazit

Mit diesem Band ist Gerhard Zarbock ein durchaus preiswertes, übersichtliches Buch gelungen, das sein Ziel als Praxisbuch sowohl zur ersten Orientierung für Neueinsteiger auf dem Gebiet der Verhaltenstherapie, zur Prüfungsvorbereitung für Ausbildungskandidaten als auch als Nachschlagewerk und Arbeitsbuch für erfahrenere Therapeuten voll erfüllt.


2008, 484 Seiten, ISBN 978-3-89967-471-2, Preis: 29,- Euro




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