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Mehr Hirn als Wesenszug: Entschlüsselung neuronaler Bahnen der Neugier

Die Faszination für das Unbekannte treibt den Fortschritt an. Dank ihr behaupten sich Lebewesen in einer sich stetig wandelnden Umwelt. Somit prägt Neugier die menschliche Entwicklung wesentlich. Doch was steckt dahinter? Forschende vermuten, dass Neugier weniger eine feste Persönlichkeitseigenschaft ist, sondern ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen. Dr. Petra Mocellin und das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Remy am Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) haben erstmals einen neuronalen Schaltkreis im Gehirn entschlüsselt, der der Neugier zugrunde liegt.

Die Ergebnisse wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Neuron veröffentlicht.

Mentale Gesundheit nach Kriegsausbruch in Ukraine international beeinträchtigt

Der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine führte international zu einem kollektiven Einbruch des Wohlbefindens – unabhängig von individuellen Eigenschaften der Personen. Bei der Erholung von diesem Schock sind hingegen die Persönlichkeitsmerkmale maßgebend. Die Studie unter Leitung von Julian Scharbert und Prof. Dr. Mitja Back wurde in „Nature Communications“ veröffentlicht.

„Aufstieg war gestern“: Karriere in postbürokratischen Organisationen

Wirtschaftspsychologie: Durch den Abbau von Hierarchien, die Auflösung von Abteilungen und die Zurücknahme von Formalisierungen existieren in postbürokratischen Organisationen keine klassischen Aufstiegskarrieren. Die Wirtschaftspsychologinnen Prof. Doreen Appelt, Uta Bronner und Nicole Eulenburg stellen in einer Studie fest, „dass die Aufstiegskarriere in postbürokratischen Organisationen durch das Angebot einer individuellen, ganzheitlichen Weiterentwicklung für Mitarbeitende ersetzt wird. Unternehmen bieten einen Entwicklungsrahmen mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und unterstützenden Funktionen. Die Verantwortung für die Wahrnehmung der Angebote liegt bei den Mitarbeitenden. Die strukturellen Maßnahmen können die intrinsische Motivation der Mitarbeitenden, das organisationale Lernen und die Adaptionsfähigkeit der Organisationen fördern.“

Wie Suchtkranke zur aktiven Therapie motiviert werden können: bitte ohne Konfrontation

Wie lassen sich Suchtkranke motivieren, aktiv an ihrer Therapie teilzunehmen? Die Fachzeitschrift RAUSCH stellt mehrere nicht-konfrontative. erfolgreich evaluierte Verfahren in Einzelbeiträgen vor: spielerische Wissensvermittlung, Gespräche mit Metaphern, Filmtherapie, Bibliotherapie, Geschichten erzählen.

 

Psychogenese der Menschheit: wie das Streben nach Selbstwert und Anerkennung entstand

Die Evolution des prähistorischen und des historischen Menschen wird anhand interdisziplinärer Forschungsergebnisse immer deutlicher; der Blick auf die Psyche des aktuellen Menschen gewinnt damit - teils überraschende - Konturen. Einen Einblick bietet der neu publizierte Aufsatzband "Woher und Wie? Verhalten und Erleben in der Geschichte der Menschheit" - herausgegeben von Uwe Krebs.

Ratgeber mit Ironie: der steinige Weg zur persönlichen Unabhängigkeit

Die Versuchung ist groß und für viele unwiderstehlich: Ich mache mich von einer Partnerin/einem Partner abhängig, um die Beziehung zu festigen und/oder mich der Verantwortung zu entziehen. Gewinne ich dabei - und welchen Preis zahle ich? In einem - überwiegend ironischen - Ratgeber reflektiert der Psychotherapeut Prof. Dr. Rainer Sachse (Bochum) das asymmetrische Beziehungs-Spiel ohne Gewinnchance. Die entschärfte Ironie macht das Buch angenehm les- und akzeptierbar.

Übersehene Helden: Angehörige von Krebspatienten und ihre Herausforderungen

Die Diagnose „Krebs“ ändert für den Patienten von einem Moment auf den anderen sein ganzes Leben. Doch auch seine Angehörigen stehen plötzlich vor enormen emotionalen, physischen und logistischen Herausforderungen. Diese „Helden im Hintergrund“ genauso mit aufzufangen und zu begleiten wie den Patienten, ist dem Universitätsklinikum Regensburg (UKR) ein großes Anliegen. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar möchte das UKR auf die Situation der Angehörigen von Krebspatienten besonders aufmerksam machen.

Gender-Sprache: Ende einer feministischen Hype

Die Grün-Schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg zieht die "Gender-Sprache" aus dem Verkehr und verordnet die strikte Orientierung am "amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung". Ministerpräsident Winfried Kretschmann nimmt dafür die Kritik seiner grünen Parteifreunde mit stoischer Gelassenheit inkauf. Das "Ende der Gender-Sprache", von Professor Dr. Michael Klein (Köln) bereits 2021 vorausgesagt, zeichnet sich immer deutlicher ab.

Innovativer Ansatz für behandlungsresistente Epilepsie

Wissenschaftler*innen der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg haben einen wichtigen Schritt hin zu einer neuen Behandlungsart von Menschen mit mesialer Temporallappenepilepsie (MTLE) erzielt. MTLE ist eine häufige Epilepsieform bei Erwachsenen. Die Studie, die am 17. Januar 2024 im Fachmagazin Brain erschien, zeigt im Tiermodell vielversprechende Ergebnisse einer neuartigen Methode, die als „on-demand niedrigfrequente Stimulation“ (LFS) bezeichnet wird. Die Hirnstimulation war ebenso wirksam wie früher eingesetzte Verfahren, hatte aber deutlich weniger Nebenwirkungen. Die Wissenschaftler*innen wollen nun weiter erforschen, wie das Prinzip auf den Menschen übertragen werden könnte.

Gentrifizierung in Großstädten: Verlust an gefühlter Sicherheit und Vertrautheit

"In deutschen Großstädten sind etwa 15% der Umzüge auf Verdrängungsfaktoren zurückzuführen: angestiegene Wohnkosten oder unzumutbare Wohnbedingungen," berichtet Rebekka Atakan in der Fachzeitschrift "Psychologie & Gesellschaftskritik". Verdrängt werden v.a. Mieter mit niedrigerem Einkommen, wenn Gebäude oder ganze Quartiere aufwändig renoviert werden; die "Gentrifizierung" der Wohnungen führt zur Veränderung der örtlichen Sozialstruktur.




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