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Zusammenhang zwischen narzisstischer Persönlichkeit und Rechtspopulismus aufgedeckt

In vielen Ländern Westeuropas, darunter auch Deutschland, haben rechtsradikale populistische Parteien in den letzten Jahren großen Zulauf bekommen. Eine neue Studie zeigt, dass dies nicht nur aktuellen Entwicklungen wie der sogenannten Flüchtlingskrise zuzuschreiben ist, sondern dass ein Teil der Wählerschaft aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur stärker zu rechtspopulistischen Strömungen neigt. So können psychologische Komponenten eine entscheidende Rolle für politische Einstellung und die Wahlentscheidung spielen. „Wir haben festgestellt, dass eine bestimmte Ausprägung des Narzissmus, die mit Fremdabwertung einhergeht, eher zur Unterstützung von rechtsradikalen Parteien führt“, sagt Dr. Carl Berning, Institut für Politikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Gemeinsam mit Dr. Sabrina Mayer von der Universität Duisburg-Essen und Dr. David Johann von der Universität Zürich hat Berning die Folgen von Narzissmus untersucht.

Ursache der Alzheimerschen Erkrankung liegt in der Hirnevolution

Seit vielen Jahrzehnten forschen Wissenschaftler der Universität Leipzig an Ursachen, Diagnose- und Therapieformen der Alzheimerschen Erkrankung. Nun konnte ein Team um Prof. Dr. Thomas Arendt vom Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung in Genom- und Transkriptom-Analysen zeigen, dass die bei Alzheimer in ihrer Aktivierung veränderten Gene in der jüngeren stammesgeschichtlichen Vergangenheit evolutionsbiologischen Anpassungen unterworfen waren. Damit ist Alzheimer eine human-spezifische Erkrankung, die sich nur sehr begrenzt in Tierversuchen nachbilden lässt. Diese Ergebnisse haben die Forscher aktuell in der Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry“ veröffentlicht.

Gesünder und glücklicher dank Facebook-Verzicht

Zwei Wochen lang 20 Minuten weniger Zeit pro Tag auf Facebook: Zu diesem Experiment lud ein Team der Psychologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) 140 Testpersonen ein. Glück für die, die mitgemacht haben: Hinterher bewegten sie sich mehr, rauchten weniger und waren zufriedener. Suchtartige Symptome hinsichtlich der Facebook-Nutzung gingen zurück. Und diese Effekte blieben auch drei Monate nach dem Ende des Experiments erhalten. Über die Ergebnisse berichtet die Gruppe um Dr. Julia Brailovskaia in der Zeitschrift „Computers in Human Behavior“ vom 6. März 2020.

 

Prosoziales Verhalten macht auf Dauer nicht glücklicher

Dass Geben nicht unbedingt seliger denn Nehmen ist, zeigt ein Verhaltensexperiment der Ökonomen Armin Falk (briq & Universität Bonn) und Thomas Graeber (Harvard-Universität). In dem Versuch konnten Teilnehmer Geld gewinnen oder eine potenziell lebensrettende Spende generieren. Während die Spende zunächst glücklicher machte, überwog langfristig der negative Effekt des entgangenen Geldgewinns. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in der US-Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen.

Die stille Generation 60 plus

Ältere Menschen beschweren sich nicht mehr - Gemeinsame Studie von PHWT und der britischen Elite-Universität in Oxford erforscht Gründe

Suchtgefahr: Online-Glücksspiel muss verboten bleiben

Die DAK-Gesundheit und das Deutsche Zentrum für Suchtfragen warnen vor der Novellierung des Glücksspielstaatsvertrages. Die für Mitte 2021 geplante Zulassung von Online-Casinospielen erhöhe die Suchtgefahr für Spieler deutlich, erklären DAK-Vorstandschef Andreas Storm und Suchtexperte Prof. Dr. Rainer Thomasius vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Dies gelte vor allem für Jugendliche unter 18 Jahren, die besonders geschützt werden müssten. Bei ihrer nächsten Sitzung im März wollen die Ministerpräsidenten der Länder die Neuregelung für das kommende Jahr beraten.

Experimente als Fenster zur menschlichen Seele

Internationale „Tagung experimentell arbeitender Psychologen“ vom 21.-25. März an der Universität Jena

 

Eine der wichtigsten Methoden, durch die Psychologinnen und Psychologen Erkenntnisse erlangen, ist das Experiment. Kaum ein Zweig in der Disziplin kommt ohne Paradigmen aus, die helfen, systematisch bestimmte Aspekte des menschlichen Verhaltens und seiner Steuerung durch kognitive, emotionale und motivationale Prozesse zu beleuchten und zu verstehen. Metaphorisch gesprochen sind diese experimentellen Paradigmen daher so etwas wie „Fenster zur menschlichen Seele“. Der Austausch über Forschungsergebnisse und -methoden untereinander ist deshalb ebenso notwendig wie bereichernd. Gelegenheit dazu bietet sich in diesem Jahr in Jena. Vom 21. bis 25. März treffen sich rund 800 Expertinnen und Experten während der internationalen „Tagung experimentell arbeitender Psychologen“ (TeaP) an der Friedrich-Schiller-Universität. Die Konferenz ist die größte ihrer Art im deutschsprachigen Raum und findet nach 2009 bereits zum zweiten Mal in Jena statt. 3 Keynotes, 32 Symposien zu verschiedenen Themen, 373 Vorträge und 206 Poster erwarten das Fachpublikum....

Trauma als Chance: Trotz belastender Entbindung positiv in die nächste Schwangerschaft

Die Geburt eines Kindes ist ein einschneidendes Erlebnis – und nicht immer positiv: Rund vier Prozent der Mütter entwickeln nach der Entbindung Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), leiden also etwa unter sehr negativen Stimmungen oder durchleben die traumatische Situation immer wieder. Solche Probleme können die Entscheidung für ein weiteres Kind verzögern oder gar verhindern. Eine aktuelle Studie nimmt den betroffenen Frauen jedoch eine Sorge: Wenn sie sich für eine erneute Schwangerschaft entscheiden, scheint diese von den negativen Erfahrungen nicht belastet zu sein – die mütterliche Bindung an das Ungeborene erwies sich in der Studie sogar als stärker als bei Frauen, die noch nie posttraumatische Symptome erlebt hatten.

Schaffen Affengehirne das auch mit links?

Linke und rechte Gehirnhälfte sind an verschiedenen Aufgaben beteiligt. Diese funktionelle Lateralisierung und damit verbundene anatomische Gehirnasymmetrie sind beim Menschen gut dokumentiert, bei Menschenaffen aber bisher noch nicht. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun das gleiche Asymmetriemuster bei Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans gefunden. Menschen hatten jedoch die größte Variabilität dieses Musters. Lateralisierte, einzigartig menschliche kognitive Fähigkeiten, wie Sprache, könnten sich folglich durch die evolutionäre Anpassung eines vermutlich ursprünglichen, älteren Asymmetriemusters entwickelt haben.

Selektive Erinnerung fördert die Selbstüberschätzung

Menschen neigen dazu, ihre eigenen Leistungen und Fähigkeiten zu überschätzen, selbst wenn sie durch objektive Informationen eines Besseren belehrt werden. Ein Grund dafür ist, dass positives Feedback länger in Erinnerung bleibt als negative Rückmeldungen. Diesen Zusammenhang hat der Bonner Wirtschaftsprofessor Florian Zimmermann, Forschungsdirektor am briq-Institut für Verhalten und Ungleichheit, in einem umfangreichen Verhaltensexperiment empirisch nachgewiesen. Die Ergebnisse sind jetzt im American Economic Review, einer der angesehensten Fachzeitschriften für Ökonomen, erschienen.

Transpersonale Psychotherapie im Psychomarkt: Spaltung der Persönlichkeit und Konditionierung zur Unterordnung

Psychologie und Gesellschaftskritik: Transpersonale Psychotherapie vor dem Hintergrund einer theosophischen Spiritualität ist ein profitabler Psycho- und Weiterbildungs- Markt. Die Risiken für die psychische Gesundheit Betroffener sind hoch. Ideologiebildungen autoritärer Gesellschaftsstrukturen stehen im Hintergrund. Oft lassen sich auch wissenschaftlich gebildete TherapeutInnen auf das florierende Business ein. Die Psychotherapeutin Karin Daecke hat die Problematik in jahrelanger Forschungsarbeit analysiert und in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Psychologie und Gesellschaftskritik" zusammengefasst.

 

Wirtschaftspsychologie: Wie Manager ihre Denkfreiheit und ihre Optionen vergrößern können

Wirtschaftspsychologie: Verschiedenste äußere Einflüsse begrenzen die Urteilsbildung im Management. Die wirksamste Einschränkung der Denkfreiheit wird alerdings meist ignoriert oder unterschätzt: Sie liegt im Unterbewusstsein des/der Einzelnen oder des Kollektivs. Wie können Führungskräfte ihr Bewusstseinsfenster weit öffnen? Der Wirtschaftspsychologe Dr. Felix Frei (Zürich) bietet in einem Reader fundierte, verständliche und teils heitere Anleitungen: "Denkfreiheit - Führungskräfte und das Bewusstseinsfenster"




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