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Interkulturelle Trainings: oft bewegend, aber nutzlos

Interkulturelle Trainings sind in Mode. Doch für die unterschiedlichen Denk- und Verhaltensmuster werden meist kaum Erklärungen geboten. "Nach dem Motto ´Schön, dass wir darüber gesprochen haben´ wird über zwei Tage erklärt, dass sich Menschen aus verschiedenen Kulturen unterscheiden. Derartige Auseinandersetzungen mit der Thematik helfen in der Praxis nicht wirklich", kritisiert PD Dr. Petia Genkova (Universität Passau) in "Report Psychologie" 1/2010.

"Verzaubert von dem Gegenstand der interkulturellen Kommunikation, wonach alle so wunderbar unterschiedlich sind, ist man kurzfristig intensiv bemüht, besonders verständnisvoll und tolerant zu sein", skizziert die deutsch-bulgarische Psychologin das Resultat vieler Trainings.
 
Dem steht gegenüber: "Die Problematik der interkulturellen Kommunikation betrifft nicht nur verschärfte Auseinandersetzungen, gescheiterte Fusionen, Millionenverluste, sondern auch die Geschichte psychisch verletzter Menschen, die in ihrer ethnischen und kulturellen Identität angegriffen, diskriminiert und benachteiligt werden."
 
Die Psychologin warnt: "Wertende Aussagen, die ethnozentrisch konnotiert sind, werden besonders intensiv wahrgenommen. Dieses Problem zu verringern, sollte die handlungsorientierte Perspektive der Psychologie in Bezug auf die interkulturelle Kommunikation sein - nicht nur, um eine effiziente Zusammenarbeit zu ermöglichen, sondern auch um Menschen vor Verletzungen zu schützen ..."
 
"Um die interkulturelle Kommunikation zu begünstigen, müssen die eigenen ethnozentrischen oder/und auch egozentrischen Wahrnehmungs- und Denkmuster überwunden werden," postuliert Genkova.




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