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Stationäre Verhaltenstherapie bei Depression: Lebensqualität nimmt zu, Krankschreibungen nehmen ab

Eine solide verhaltenstherapeutische stationäre Heilbehandlung kann Patienten auch von schwerwiegenden Depressionen nachhaltig befreien, belegt Dr. Matthias Stapel in einer Nachbeobachtungsstudie. Die Therapie hat im Wesentlichen zwei Grundpfeiler: Der Patient erhält alle zugänglichen Informationen über seine Krankheit; und er übt realitätsnahe Fertigkeiten ein.

Stapel verwendet messbare Befunde für seine Studie: Patienten mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen nutzen die Hilfen des Gesundheitssystems intensiver als Patienten mit ausschließlich somatischen Erkrankungen. Die Betroffenen sind überhäufig besorgt, an schweren Erkrankungen zu leiden; ein Schonverhalten, häufigere Arztbesuche und Krankschreibungen sind die Folge.
 
Stapel verglich für eine Gruppe schwer Depressiver die Zahlen der Arbeitsunfähigkeitsfälle je zwei Jahre vor und nach der stationären Verhaltenstherapie und errechnete deutliche Rückgänge:

  • bei Krankheiten des Kreislaufsystems um 54%
  • bei Krankheiten des Nervensystems um 41%
  • bei psychiatrischen Krankheiten um 37 %

Aufgrund anderer Erkrankungen, z.B. wegen Krankheiten der Verdauungsorgane, des Skeletts, der Muskeln u.a. kam es demgegenüber poststationär häufiger zur Arbeitsunfähigkeit. "In dem zweijährigen Zeitraum nach Entlassung aus der Heilbehandlung wurden in der Studiengruppe insgesamt 461 Arbeitsunfähigkeitsfälle registriert. Somit ist - verglichen mit der prästationären zweijährigen Phase eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeitsfälle um 21,8 Prozent bei einer gleichzeitigen Abnahme der durchschnittlichen Dauer der Arbeitsunfähigkeit um 60 Prozent zu verzeichnen."
 
Die Verhaltenstherapie "lohnt sich" also nicht nur therapeutisch, sondern letztlich auch wirtschaftlich.




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