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Ausschluss wichtiger Lehrinhalte: Studierende der Psychologie wehren sich

in Zusammenschluss von Studierenden kritisiert, dass psychoanalytisch begründete Verfahren im Studiengang Psychologie kaum bis gar nicht mehr gelehrt werden. In einer Petition an den Deutschen Bundestag fordern die Studierenden nun, dass neben der Verhaltenstherapie auch tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie wieder fachlich qualifiziert in das Studium integriert werden.

Ein Recht auf umfassende Information in ihrem Fachgebiet – das fordert ein Zusammenschluss von Studierenden des Faches Psychologie: die IDPAU e.V. (Interessengemeinschaft Psychoanalyse an Universitäten). „Im Studiengang Psychologie werden Studierende nur über die Verhaltenstherapie umfassend informiert“, betont Ingrid Moeslein-Teising, Fachärztin und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT). „Hingegen fast gar nicht und vor allem nicht fachlich qualifiziert über tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie, obwohl die psychoanalytisch begründeten Verfahren fast 50 Prozent der Patientenversorgung mit Psychotherapie sicherstellen.“ Mit einer Petition an den Deutschen Bundestag fordern die Psychologie-Studierenden der IDPAU e.V. die Abgeordneten des Deutschen Bundestages jetzt auf, diesem Missstand entgegenzuwirken.

Vor allem bei der anstehenden Novellierung des Psychotherapeutengesetzes müsse die Approbationsordnung für Psychologische Psychotherapeuten eine fachkundig angeleitete und praxisorientierte Anschauung aller wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren verpflichtend vorsehen und die Hochschulambulanzen für alle in der Versorgung vertretenen Psychotherapieverfahren ermächtigt werden. Sonst hätten Studierende keine Chance, nach der Ausbildungsreform für die anschließende Weiterbildung eine aus Anschauung und Erfahrung begründete Wahl eines Psychotherapieverfahrens zu treffen.

„Der Missstand in den psychologischen Fachbereichen hat sich in den letzten 20 Jahren drastisch verschärft“, sagt DGPT-Vorsitzende Moeslein-Teising. „59 von 60 Lehrstühlen der klinischen Psychologie und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in den Psychologischen Universitätsinstituten sind mittlerweile von Verhaltenstherapeuten besetzt. Wichtige Lehrinhalte anderer Psychotherapieverfahren werden aus dem Studium ausgegrenzt.“ Letztlich führe dies in der Patientenversorgung dazu, dass den psychisch und psychosomatisch erkrankten Patienten zunehmend die Wahlmöglichkeit hinsichtlich eines passenden Behandlungsansatzes genommen werde.

 

Pressemeldung: https://idw-online.de/de/news706430

 

 


 




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