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Sexismus-Diskussion: Warum Ängste und Angststörungen bei Frauen häufiger auftreten als bei Männern

Die aktuelle Sexismus-Diskussion lässt erkennen, dass Männer häufig die Verletzlichkeit vieler Frauen unterschätzen. Allen emanzipatorischen Tendenzen zum Trotz: Der "kleine Unterschied" zwischen den Geschlechtern ist größer als häufig angenommen. Frauen fühlen sich meist an Normen und Regeln gebunden; Männer sind häufig eher versucht, Konventionen zu brechen. Dr. Monika Vogelgesang, Chefärztin der Klinik Münchwies (Saarland), hat in ihrem Lehrbuch "Psychotherapie für Frauen" spezifisch weibliche Tendenzen übersichtlich und anhand von Beispielen dargestellt.

Angstprobleme treten bei Frauen im Vergleich zu Männern mehr als doppelt so häufig auf. Vogelgesang nennt als Hintergrund fünf Komponenten:

  • Im Mittel verfügt die Frau nur über 75% der Muskelkraft des Mannes und einen geringen Testosteronspiegel. Daraus kann ein realistisches Gefühl der körperlichen Unterlegenheit und Bedrohung entstehen.
  • Besonders intensiv erlebt die Frau ihre körperliche Verletzlichkeit in der Zeit der Schwangerschaft oder wenn sie sich nicht in ihrer Beziehung bzw. Familie geborgen fühlt.
  • Frauen sind meist schmerzempfindlicher und achten eher darauf, schmerzliche Situationen zu vermeiden.
  • Eine höhere psychovegetative Labilität kann Angstsymptome auslösen oder verstärken. "Eine hypoton bedingte Kreislaufattacke kann zum Kristallisationspunkt für eine Angstentwicklung werden."
  • Frauen neigen stärker zur Selbstbeobachtung; u.U. deuten sie harmlose psychovegetative Symptome als Zeichen gravierender Erkrankungen; dies kann einen Teufelskreis der Angst auslösen oder aufrechterhalten.

Umstritten ist eine Hypothese der Tiefenpsychologie: "Sie sieht in den Fesseln der Angststörungen auch einen Schutz vor der eigenen Begierde, aus der Enge der weiblichen Existenz auszubrechen und den eventuell Unheil bringenden Verlockungen der Freiheit nachzugehen..."




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