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Brainstorming allein bringt es nicht - Wie sich die Kreativität von Gruppen steigern lässt

Face-To-Face-Gruppen sind in ihrem Kreativitätspotential dem Leistungsvermögen sogenannter Nominalgruppen (die aus getrennt arbeitenden Einzelnen gebildet werden) meist unterlegen. Die Sozialpsychologen Peter V. Zysno und Ari Bosse von der RWTH Aachen sind nun der Frage nachgegangen, unter welchen Bedingungen sich der kreative Output von Gruppen tatsächlich steigern lässt. Ergebnis: Effektive Resultate können erst dann erzielt werden, wenn den Gruppenmitgliedern bestimmte Rollen zugewiesen werden, die ihren individuellen Neigungen entsprechen.

Als entscheidendes Kriterium stellt sich eine gezielte Rollendifferenzierung innerhalb der Gruppe dar. Das heißt, Gruppenarbeit ist solange ineffektiv, wie die Gruppen einfach bunt durcheinander gewürfelt werden. Wenn solche Gruppen dann zum gemeinsamen Brainstorming aufgerufen werden, hemmt die Gruppendynamik eher die Kreativleistungen der einzelnen Mitglieder.

Bei schöpferischen Menschen treffen Zysno und Bosse zufolge drei Komponenten zusammen, die ihre Kreativität ausmachen: Einfallsreichtum, bereichsspezifisches Wissen und Aufgaben-Motivation. Diese drei Komponenten sind jedoch bei den wenigsten Menschen gleich stark ausgeprägt. In Gruppen müssen daher die einzelnen Gruppenmitglieder ihren individuellen Fähigkeiten  gemäß spezifische Rollenfunktionen übernehmen. Zysno und Bosse unterscheiden dabei grundsätzlich drei Rollenfunktionen: Der Ideator generiert schnell viele Ideen. Der Modulator kann diese Ideenimpulse aufnehmen, weiter ausspinnen und konkretisieren. Der Animator hat selbst eher weniger Ideen, kann aber zwischen den Ideengebern vermitteln und diese motivieren. So setzen alle Mitglieder arbeitsteilig in ihren Funktionen einen wirklich kreativen Gruppenprozess in Gang.




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