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Bewerbungsgespräche: häufig Suggestionen, Verzerrungen, Verwechslungen.

Personaler führen ihre Bewerbergespräche häufig mangelhaft, kritisiert Professor Dr. Karl Westhoff (Technische Universität Dresden). Beispiel: Viele Interviewer wollen ihre Gesprächspartner schnell auf den Punkt kommen lassen und stellen daher Suggestivfragen. Dieses Risiko "wird vielfach unterschätzt, da die Suggestion so subtil sein kann, dass der Fragende sie selbst nicht bemerkt, der Interviewte aber sehr wohl darauf reagiert." In seinem Handbuch "Das Entscheidungsorientierte Gespräch" beschreibt der Diagnostik-Spezialist konkret und en detail die optimale Führung eines professionellen Eignungsinterviews. Der Band wird heute auf der Messe Personal in Köln vorgestellt.

Teamqualität steigern: Organisationspsychologische Messverfahren stehen teilweise gratis zur Verfügung.

Teamleistung und Kommunikation werden häufig beanstandet; bei der Bewertung und Behandlung der Problematik wird jedoch meist mit laienhaften Maßnahmen reagiert, obwohl wissenschaftlich fundierte Diagnoseinstrumente zur Verfügung stehen. In vielen Fällen werden die organisationspsychologischen Tests von ihren Machern kontinuierlich fortentwickelt und stehen den Nutzern unentgeltlich zur Verfügung. Werner Sarges und Kollegen haben die insgesamt 39 interessantesten Tools zusammengestellt: Das Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren, Band II., Organisationspsychologische Instrumente, wird heute während der internationalen Messe Personal in Köln präsentiert.

Testverfahren in der Wirtschaftspsychologie: Geeignete Spitzenmanager erkennen, ungeeignete ausschließen.

Arbeitszeugnisse verlieren immer mehr an Aussagekraft und Verlässlichkeit. Damit steigt die Notwendigkeit, BewerberInnen seriös zu testen. Die Wirtschaftssychologen Prof. Dr. Werner Sarges (Hamburg) und Prof. Dr. Heinrich Wottawa (Bochum) stellen in ihrem "Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren I." die 140 geeigneten Tests detailliert vor. Das Handbuch wird heute während der Messe Personal in Köln vorgestellt.

Wirtschaftspsychologie: Beschäftigte sollen den Zeitbedarf selbst errechnen .

Wie lassen sich Personalbemessung und Zeitbedarf bei Humandienstleistungen adäquat berechnen? Der führende Wirtschaftspsychologe Professor Dr. Winfried Hacker (Dresden) schlägt eine partizipative Planung der Beteiligten vor und rät von der Einschaltung fremder Arbeitswirtschaftler ab. Letzteren sind beispielsweise für die Altenpflege unrealistische Zeitvorgaben zu verdanken: Entsorgen von Ausscheidungen bzw. Inkontinenzartikeln in zwei Minuten, An- und Ablegen von Prothesen in vier Minuten. In seiner Monografie "Arbeitsgegenstand Mensch" analysiert Hacker moderne Humandienstleistungen. Das Buch wird morgen während der Messe Personal in Köln vorgestellt.

Schizophrenie: Chancen der Frühintervention bisher meist ungenutzt.

"Es ist an der Zeit, Primärprävention auf die psychische Gesundheit anzuwenden und ihre Modelle in die psychologische Medizin, vorrangig in die Psychiatrie, zu integrieren," fordert Professor Dr. Wielant Machleidt (Hannover). Er hofft auf eine "neue Generation von Sozialpsychiatern mit neuen Ideen und Querdenker-Qualitäten, die diesen Pioniergeist in die Psychiatrie einbringen."

Kinder, die nicht akzeptiert wurden, verfallen häufig in depressive Persönlichkeitsstörungen.

Die depressive Persönlichkeitsstörung wurde bereits im griechischen Altertum beschrieben - allerdings nicht vollständig als Krankheit gesehen. "Aristoteles fand, dass alle Menschen, die in der Philosophie, Politik, Poesie oder Kunst herausragende Leistungen vollbringen, eine melancholische Persönlichkeit haben." Als Ursache der Störung wird in der aktuellen Psychotherapie-Forschung "ein interpersonaler, bedeutsamer Verlust in einem frühen Alter angenommen", berichten Daniela Victor und Christoph Mundt.

Geldspielautomaten: Öffentliche Hand und Betreiber gewinnen immer mehr.

Geld- und Gewinnspiele bedeuten für Abhängigkeitskranke und ihre Angehörigen den Ruin, für die öffentlichen Kassen in Deutschland jedoch ein zunehmend profitables Geschäft: 1,3 Milliarden Euro Jahreseinnahmen stehen weniger als 300 Millionen Euro Kosten gegenüber, berichten Professor Dr. Dr. Franz Peren und Kollegen (Bonn) in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Rausch".

Forensische Psychiatrie und Psychotherapie: Ausländer sind nicht krimineller als Inländer.

Immer mehr Migranten unterschiedlichster Herkunft werden in der forensischen Psychiatrie und Psychotherapie behandelt. Damit wachsen Komplexität und Risiken in der Stationsarbeit. Erstmals hat eine forensische Klinik (München-Ost) in einem umfassenden Buch konkret offengelegt, wie sie interkulturellen Spannungen begegnet und multikulturelle Integrationsnmöglichkeiten wahrnimmt. Chefarzt Dr. Herbert Steinböck räumt bereits initial ein Missverständnis zur Seite: "Ausländer sind nicht krimineller als Inländer. Migranten sehen sich jedoch einem höheren soziokulturellen Druck ausgesetzt."

SOEP-Studie: Arbeitslosigkeit schmerzt auch wenn viele Menschen in einer Region betroffen sind.

Arbeitslosigkeit schmerzt. Wer seinen Job verliert, leidet mehr als doppelt so stark wie ein Mensch, der seinen Partner verliert - und zwar unabhängig davon, ob viele oder wenige Menschen in der näheren Umgebung arbeitslos sind. Das ist das zentrale Ergebnis einer jetzt in der renommierten Fachzeitschrift European Sociological Review online veröffentlichten Studie auf der Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und des Swiss Household Panel.

Strategien zur Förderung des Unglücks: Haben beruhigt.

Tatkräftig und unermüdlich schmieden Menschen an ihrem Unglück. Wer dazu noch ergänzender Anregungen bedarf, schlage im neusten Ratgeber des Psychotherapeuten Dr. Reinhold Aßfalg nach: "Über das Glück ... Neun Strategien zur Förderung des Unglücks". Beispiel: "Das Prinzip des Sammelns besteht darin, das zu sammeln, was man nicht braucht. Weil wir in Wirklichkeit so vieles nicht brauchen, darf es nicht verwundern, dass es unzählige Dinge gibt, die sich dazu eignen, gesammelt zu werden."




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