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Nachträglich verhängte Sicherungsverwahrung: nur knapp zehn Fälle pro Jahr

Die nachträglich verfügte Sicherungsverwahrung, seit 2004 gesetzlich etabliert, war zunächst als angebliche Einführung eines "Feindstrafrechts" bei Rechtspsychologen und Juristen extrem umstritten. Doch in der Praxis hat sich das Rechtsmittel inzwischen bewährt, urteilt Professor Dr. Henning Rosenau (Augsburg) in einem Beitrag zur Fachzeitschrift "Forensische Psychiatrie und Psychotherapie".

Explorative Gespräche und Verhaltensbeobachtung: trotz mangelnder akademischer Ausbildung dominierende psychologische Praxis

Praktisch tätige Psychologinnen und Psychologen verbringen etwa ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit Diagnostik. Dies ergab eine Umfrage bei Mitgliedern des BDP (Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen). Dabei hat die klassische Testdiagnostik eine geringere Relevanz; explorative Gespräche und Verhaltensbeobachtung stehen (traditionell) im Vordergrund.

MHH-Forscher untersuchen Folgen von Gewaltspielen am Computer

Junge Männer als Probanden für Studie gesucht

 

Welche Auswirkungen haben gewalthaltige Computerspiele auf die Gefühlswelt und das Sozialverhalten der Konsumenten? Über diese Frage wird immer wieder spekuliert. Klare Aussagen dazu sind bisher jedoch kaum möglich, weil die wissenschaftliche Datenlage bezüglich der Hirnaktivitäten der Spieler zu gering ist. Eine Forschergruppe der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) startet jetzt unter der Leitung von Privatdozent Dr. med. Bert te Wildt von der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychiotherapie eine Studie zu dem Thema. Für die Untersuchung werden freiwillige Probanden gesucht.

Behinderte Frauen oft gynäkologisch unterversorgt

Rollstuhlfahrerinnen sind häufig gynäkologisch unterversorgt. Behinderte können ihre urogenitalen Beschwerden nur eingeschränkt wahrnehmen und benötigen daher eine überdurchschnittlich sorgfältige Vorsorge. Dennoch unterbleibt diese oft ganz oder teilweise, stellte Professorin Dr. Dr. Mechthild Neises (MHH Hannover) in einer Studie fest. Betroffene Patientinnen sehen bei Gynäkologinnen und Gynäkologen durchaus ein "gutwilliges Engagement", doch häufig eine mangelhafte Fachkompetenz.

Sexueller Missbrauch in der Psychotherapie: meist verleugnet und immer gefährlich

Sexueller Missbrauch in der Psychotherapie wird nach wie vor vielfach unterschätzt und geleugnet. In einer Studie räumten weniger als ein Prozent der befragten Psychotherapeuten ein, "sexuelle Bedürfnisse mit der Klientel" auszuleben; doch 55% gaben an, in den letzten fünf Jahren mindestens eine Patientin behandelt zu haben, die zuvor von einem Therapeuten missbraucht worden war. Über das Tabuthema berichtet die Psychologin Angelika Wagner-Link (München) in ihrem neu vorgelegten Taschenbuch "Frauen und Männer - Gender in der Psychotherapie".

NatGesIs: Universität Bielefeld und Bundesamt für Naturschutz bauen neues Informationsportal zu Naturschutz und Gesundheit auf

In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) baut die Universität Bielefeld, Arbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit ein Informationsportal "Naturschutz und Gesundheit" auf, das demnächst online gehen soll. Wie der Dipl.-Geograph Thomas Claßen von der Universität Bielefeld in einem Interview mit der Zeitschrift Umweltpsychologie mitteilte, sollen sowohl Bürgerinnen und Bürger, also die interessierten Laien, als auch das Fachpublikum angesprochen werden, einerseits Naturschutz- & Tourismus-Experten, andererseits Gesundheitsexperten. Daneben soll es eine Kinderseite geben, die an das bereits bestehende Kinderportal des BfN angelehnt sein wird.

Chronische Schmerzen bei Kindern

Kopf- und Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten chronischen Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen. Wenn der Schmerz immer mehr Raum in Alltag und Familienleben einnimmt, sollten Eltern sich Gedanken über eine zusätzliche psychologische Behandlung machen.

William Stern and his Critical Personalism: an introduction by Prof. Dr. James T. Lamiell, Georgetown University (USA)

Although the German philosopher and psychologist William Stern (1871-1938) enjoyed wide renown in the early decades of the 20th century, very few contemporaries have any appreciable familiarity with his works. To the extent that his name is recognized at all, that is usually due to its historical connection with the concept of IQ, and this is all the more unfortunate because Stern's work in that particular domain was something from which he eventually sought to distance himself.

Psychologiestudenten sollten adäquater auf das Berufsleben vorbereitet werden

Zwölf Ansatzpunkte zur Förderung einer praxisbezogenen Psychologie stellt Uwe Peter Kanning von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster in seinem Beitrag zum erst kürzlich erschienenen Buch "Konkrete Psychologie. Die Gestaltungsanalyse der Handlungswelt" (Gerd Jüttemann und Wolfgang Mack, Hrsg) vor. Trotz der hohen Attraktivität des Psychologiestudiums beklagten mehr als 80% der Absolventen einen zu geringen Praxisanteil und fühlten sich nicht adäquat auf das Berufsleben vorbereitet. Daher wurde in jüngster Zeit der Ruf nach mehr Pluralismus in der akademischen Psychologie laut.

Licht- und Schattenseiten der Mitarbeiterbeteiligung: Ergebnisse einer explorativen Studie an der Universität Rostock

Finanzielle Mitarbeiterbeteiligung wird als "Königsweg für die Wirtschaft" angesehen und soll unter anderem Unternehmen helfen, finanzwirtschaftliche und personalwirtschaftliche Ziele zu erreichen. Sie wird insbesondere als Instrument zur Förderung der Motivation und Bindung der Mitarbeiter eingesetzt. Dagegen gilt eine immaterielle Beteiligung (Partizipation) als Erfolgsfaktor bei Veränderungs- und Innovationsprozessen, sie soll die Akzeptanz unternehmerischer Entscheidungen durch die Mitarbeiter fördern sowie Motivation, Arbeitszufriedenheit und Leistung der Mitarbeiter steigern.

Moderne Lügendetektoren schauen ins Gehirn

Die neue Generation von Lügendetektoren misst direkt im Gehirn - dort, wo die Lüge entsteht. Zwar sind die Ergebnisse noch nicht über alle Zweifel erhaben, dennoch wird die Technik bereits angewendet. Dies löst viel Kritik in der Forschergemeinde aus.

Bildungsbarometer legt Schwächen im Verhältnis zwischen Elternhaus und Schule offen

Die Ergebnisse des aktuellen Bildungsbarometers zum Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern legen nahe, dass die Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten verbessert werden muss: Zwar werden in den Treffen zwischen Eltern und Lehrkräften von 46% der Befragten gemeinsame und konkrete Ideen zur Verbesserung der Situation ausgetauscht. Allerdings folgt in 41% der Fälle kein Handeln: Es werden keine konkrete Hinweise für eine Verbesserung vermittelt, weshalb der Austausch ergebnislos verläuft. Dabei kommt der Kooperation zwischen Elternhaus und Schule durchaus eine nachhaltige Wirkung für die Entwicklung und Bildungsbiographie der Kinder und Jugendlichen zu.




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