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Wie Nervenzellen rechnen

Nervenzellen kommunizieren über elektrische Signale - sie senden und empfangen so genannte Aktionspotentiale. Bereits im Jahre 1961 entdeckte der spätere Nobelpreisträger Eric Kandel, dass Neurone im Hippocampus nicht nur Aktionspotentiale, sondern auch sehr viel kleinere elektrische Signale produzieren - so genannte "Spikelets". Diese Spikelets konnten bisher allerdings nur an narkotisierten Tieren gemessen werden und somit blieb ihre Bedeutung beim wachen Tier fast 50 Jahre lang unklar. Die Wissenschaftler Jérôme Epsztein, Albert K. Lee, Edith Chorev und Michael Brecht vom Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und der Humboldt-Universität zu Berlin zeigen nun, dass Spikelets beim räumlichen Gedächtnis und der räumlichen Orientierung eine entscheidende Rolle spielen und Aktionspotentiale auslösen können. Die Ergebnisse werden am 22. Januar in der Zeitschrift Science online veröffentlicht.

Kinder nach Verkehrsunfällen: häufig gemeinsam mit der Mutter posttraumatisch gestört

In Deutschland werden jährlich etwa 35.000 Kinder durch Verkehrsunfälle verletzt. Mehr als 10% der Opfer entwickeln posttraumatische Belastungsstörungen - in der Mehrheit gleichzeitig mit ihren Müttern. In die psychotherapeutischen Behandlung sollte immer die Mutter-Kind-Interaktion einbezogen werden, empfehlen Dr. Miriam Tubetti (Jena) und Kollegen in der aktuellen Ausgabe von "Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin".

Interkulturelle Trainings: oft bewegend, aber nutzlos

Interkulturelle Trainings sind in Mode. Doch für die unterschiedlichen Denk- und Verhaltensmuster werden meist kaum Erklärungen geboten. "Nach dem Motto ´Schön, dass wir darüber gesprochen haben´ wird über zwei Tage erklärt, dass sich Menschen aus verschiedenen Kulturen unterscheiden. Derartige Auseinandersetzungen mit der Thematik helfen in der Praxis nicht wirklich", kritisiert PD Dr. Petia Genkova (Universität Passau) in "Report Psychologie" 1/2010.

Joystick als Emotionsbarometer - Das neue Verfahren EMuJoy zur Messung und Bewertung von Emotionen ist erfolgreich

Mit EMuJoy (Emotion measurement while listenig to Music using a Joystick) ist ein neues Instrumentarium entwickelt worden, das die Emotionen von Probanden erfasst. Ursprünglich für die Auswertung von emotionalen Reaktionen auf Musik entwickelt hat jetzt Dr. Robert Schleicher vom Quality & Usability Lab an der Technischen Universität Berlin das Verfahren auch bei Filmclips erfolgreich angewandt.

Demenz: Bis zu 2,7 Millionen Kranke in Deutschland im Jahr 2050

Das Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels in Rostock prognostiziert eine Zunahme der Demenzerkrankungen in Deutschland von derzeit ca. 1 Million auf 2,2 bis zu 2,7 Millionen im Jahr 2050. Um diesen Trend abzubremsen, müssten breite Bevölkerungsteile ihren Lebensstil umstellen, da Faktoren wie Bewegungsarmut, ungesunde Ernährung, Übergewicht oder Diabetes Demenzen begünstigen.

Personalmanagement: Mittelständische Unternehmen setzen verstärkt auf Headhunter

Bis in die 90er Jahre war die Direktansprache von Führungspersonal, das sog. Headhunting, in Deutschland starken Restriktionen unterworfen. Seit der Aufhebung dieser Einschränkungen ist die Personalberatungsbranche kontinuierlich gewachsen. Die Personalmanager Beate Brechmann, Stephan B. Breitfeld und Helmut Ross heben in einer aktuellen Studie hervor, dass auch mittelständische Unternehmen ihre Führungspositionen zunehmend via Executive Search besetzen.

Erfolgreiche Rehabilitation von schizophrenen Patienten durch integrative Behandlung

Im Vergleich zu psychosomatischen Patienten weisen Psychosepatienten zu Beginn einer Rehabilitation oft eine sehr ungünstige Ausgangslage auf - mit teilweise anhaltender Minussymptomatik und damit einhergehender massiver Beeinträchtigung des sozialen Funktionsniveaus. Aber auch diese Patienten können mit einem speziellen Konzept erfolgreich behandelt und arbeitsfähig entlassen werden.

Frauen und Männer bewältigen den Krebs in ähnlicher Weise

Die Krebsdiagnose stellt einen großen Schnitt im Leben jedes Betroffenen dar. In Interviews mit Leukämiepatienten diagnostizierten Viktoria Heine und Jörg Frommer (Universität Magdeburg), dass sich die Bewältigungsstrategien von Männern und Frauen stark ähneln.

Brainstorming allein bringt es nicht - Wie sich die Kreativität von Gruppen steigern lässt

Face-To-Face-Gruppen sind in ihrem Kreativitätspotential dem Leistungsvermögen sogenannter Nominalgruppen (die aus getrennt arbeitenden Einzelnen gebildet werden) meist unterlegen. Die Sozialpsychologen Peter V. Zysno und Ari Bosse von der RWTH Aachen sind nun der Frage nachgegangen, unter welchen Bedingungen sich der kreative Output von Gruppen tatsächlich steigern lässt. Ergebnis: Effektive Resultate können erst dann erzielt werden, wenn den Gruppenmitgliedern bestimmte Rollen zugewiesen werden, die ihren individuellen Neigungen entsprechen.

Virtuelle Kundenberatung zu hochwertigen, komplexen Angeboten: Versicherungen online verkaufen

Die Verkaufszahlen im Internet steigen kontinuierlich an. Allerdings sind komplexe online-Offerten wenig erfolgreich. Vor allem als besonders beratungsintensiv geltende Produkte wie Versicherungsleistungen werden hauptsächlich noch über traditionelle Vertriebswege zum Kunden gebracht. Der Wirtschaftspsychologe Marcus Koll (Universität Köln) zeigt in einer Studie, wie auch Versicherungen per Internet verkauft werden können.

Verkehrspsychologie: Ältere Kraftfahrer gleichen Leistungsdefizite häufig durch Vorsicht aus

Ältere Kraftfahrer entwickeln häufig - in unterschiedlichem Ausmaß - Defizite und verursachen v.a. an Kreuzungen Zusammenstöße. Anderseits fahren Senioren meist langsamer und vergrößern den Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, reduzieren also entsprechende Unfallrisiken, berichtet Dr. Christhard Gelau (Bergisch Gladbach) in einer Studie.

Schüler als Manager ihrer Hausaufgaben: Selbstreguliertes Lernen in der Grundschule

Ein wesentlicher Teil des Lernens findet nicht in der Schule, sondern zu Hause statt. Während die grundschulpädagogischen Reformen der letzten Jahre sich vornehmlich auf den Unterricht in der Schule konzentrierten, sehen die pädagogischen Psychologen Heidrun Stöger (Universität Regensburg) und Albert Ziegler (Universität Ulm) einen großen Bedarf an praktikabler Strategie für das Lernen nach dem Unterricht.




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