NEWSBÜCHERJOURNALESHOP



 

Sie befinden sich hier: JOURNALE » Musik-, Tanz- und Kunsttherapie » Bisher erschienen » Inhalt lesen

« zurück

Musik-, Tanz- und Kunsttherapie

2018-2

Inhaltsverzeichnis
 

Jenseits von gut und schön – Entwicklung eines quantitativen Ratinginstruments für zweidimensionale bildnerische Arbeiten (RizbA)
Kerstin Schoch

Coaching kreativ
Brigitte Michels

Kunst als Selbstobjekterfahrung – der „Hundertwasser-Bahnhof“?
Georg Franzen

Zeichnen als kunsttherapeutische Maßnahme bei Kindern mit Förderbedarf
Barbara Wichelhaus & Rabea Müller

Team-based add-on music therapy in cancer and haemodialysis patients
Ping He, Wolfgang Mastnak, Lihong Fan & Josef Bäuml

Wie erleben Eltern von Kindern mit schweren erworbenen Hirnschädigungen die Musiktherapie in der neuropädiatrischen Frührehabilitation?
Brigitte Meier-Sprinz & Andreas Sprinz

Bildstrecke Ivan Rabuzin

Musik mit türkischen Kindern mit Verhaltensproblemen. Eine interviewbasierte Studie zum präventiven und therapeutischen Nutzen von Musikunterricht
Ela Cansu Bekgöz & Wolfgang Mastnak

Traumvorstellungen in Bildern vom späten Mittelalter bis zur Aufklärung
Hans-Günther Richter † & Barbara Wichelhaus

Pre- and perinatal music. Integrating community music and music medicine
Wolfgang Mastnak & Lele Kremer


Rezensionen

L. Schmanke
Art therapy and substance abuse. Enabling recovery from alcohol and other drug addiction

Geißler, P. & Rieken, B. (Hrsg.)
Der Körper in der Individualpsychologie.Theorie und Praxis

Khvostova, O. & Willmann, M.
Tanz der Anorexie. Bewegungs- und Tanztherapie bei Magersucht

Karl-Heinz Menzen
Das Symptom als Bild. Neuropathologie der Wahrnehmung von A bis Z

Watermann, K.
Kunsttherapie bei Persönlichkeitsstörungen: Theorie und Praxis

Glückwunsch

Veranstaltungshinweise

 



Jenseits von gut und schön – Entwicklung eines quantitativen Ratinginstruments für zweidimensionale bildnerische Arbeiten (RizbA)
Kerstin Schoch

Zusammenfassung
Eine grundlegende Annahme der Kunsttherapie ist, dass das Gestaltete etwas mit der*dem Gestaltenden zu tun hat. Sie umfasst verschiedenste differentialpsychologische sowie klinische Konstrukte. Quantitativ wurde diese Hypothese jedoch bislang kaum überprüft, da es an entsprechenden empirischen Instrumenten mangelt. An dieser Stelle leistet das Ratinginstrument für zweidimensionale bildnerische Arbeiten (RizbA) einen entscheidenden Beitrag.
Der Test misst das Konstrukt Bildlicher Ausdruck und umfasst Inhalte einer klassischen Bildanalyse, wie Darstellung, Farbe, Form, Raum, Bewegung, Komposition und Ausdruck, die sich zum Gesamtkonstrukt zusammensetzen. Die Testentwicklung erfolgte empirisch gestützt und basiert auf kunsttherapeutischen und kunstwissenschaftlichen Theorien sowie bestehenden Instrumenten zur  Bildanalyse. Zur empirischen Erprobung wurden bislang zwei Studien durchgeführt. Eine weitere Studie im Test-Retest-Design mit einer repräsentativen Stichprobe ist am Laufen. Als Bildmaterial dienen vorerst zweidimensionale Arbeiten erwachsener Laien, die von Expert*innen unter Verwendung des Ratinginstruments analysiert werden.
Die vorläufige Endversion besteht aus 26 Items. Sie verfügt über eine Diskriminanzfähigkeit zwischen bildnerischen Arbeiten von .897 (T1) bis .766 (T2). Die Inter-Rater-Reliabilität liegt zwischen.525 (T1) und .917 (T2). Die Test-Retest-Reliabilität beträgt .919. Die durchgeführten Hauptkomponentenanalysen lassen auf eine Faktoren-Lösung schließen, die über die Studien hinweg weitestgehend stabil bleibt. Als reliables, objektives Messinstrument eröffnet RizbA neue Perspektiven, sowohl in der Praxis als auch in der Grundlagen- und Anwendungsforschung von Kunsttherapie, Kunstwissenschaft und Psychologie.

Schlüsselwörter: Bildanalyse, Bildende Kunst, Bildlicher Ausdruck, Fragebogen, Kunsttherapie, Methodik, Psychologie,
Quantitative Methoden, Ratinginstrument, Testkonstruktion


Beyond good and beautiful – Development of a quantitative rating instrument for two-dimensional pictorial works (RizbA)

Abstract
A fundamental assumption in art therapy is that the art work is related to the artist and her*his inner representations. This idea involves diverse differential psychological and clinical constructs .Quantitatively this hypothesis has hardly been tested yet, because suitable empirical instruments are rare. This is where the rating instrument for two-dimensional pictorial works  (RizbA) contributes.  
The test measures the construct pictorial expression and includes aspects of a classical picture analysis like representation,color, shape, space, motion, composition and expression, which in combination create the overall construct. Test construction is empirically-based and led by theories of art therapy and art as well as existing instruments of picture analysis. For empirical examination two studies were conducted so far. Another study using a test-retest design and a representative sample is still running. For the present two-dimensional pictorial works created by adult amateurs serve as material and are analyzed by experts using the rating instrument.
The preliminary version includes 26 items. Its ability for differentiation between pictorial works ranges between .897 (T1) and .766 (T2), its inter-rater reliability between .525 (T1) and .917 (T2). Test-retest reliability is .919. Principal component analyses suggest a four-factors solution, which in large part is consistent across studies. As a reliable objective measurement RizbA opens new perspectives in practice as well as in fundamental and applied research in art therapy, art science and psychology.

Keywords: art therapy, fine arts, methodology, pictorial expression, picture analysis, psychology, quantitative methods, questionnaire, rating instrument, test construction


Kerstin Schoch
Diplom-Kunsttherapeutin (FH),
Psychologin (B.Sc.)
Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg
Institut für Kunsttherapie und Forschung
Am Wiestebruch 68
D-28870 Ottersberg
kerstin.schoch@hks-ottersberg.de


kunsthochzwei
Bergmannstraße 31
D-10961 Berlin
kerstinschoch@kunsthochzwei.com
www.kunsthochzwei.com


 



Coaching kreativ
Brigitte Michels

Zusammenfassung
Coaching erfolgt nicht immer geplant, oft gibt es Krisensituationen, die nach Unterstützung schreien. Hier wird an einem Beispiel gezeigt, wie mit Hilfe kreativer Interventionen neue Schritte möglich sind.

Schlüsselwörter: Initialbild, Familienmuster, Entwicklungsreihe, Erlaubnis


Coaching creative

Abstract
The coaching of job related crises faces in many cases actual situationsand conflicts which scream for an instant solution. Methods of art therapy help to install emotional experiences.We will show some patterns how to work out strategies in a short time which will lead to a change. Using pictures helps to break the mould of early acquired cognitive patterns and it will give you a new possibility to change. The working steps will be clarified by an example.

Keywords: initial picture, family pattern, picture line of development, permission


Brigitte Michels
Kunsttherapie – Orientierungsanalyse –
Trauma-Therapie
Stintenbergerstraße 45
D-40822 Mettmann
brigitte.michels@web.de
www.brigitte-michels.de

 



Kunst als Selbstobjekterfahrung – der „Hundertwasser-Bahnhof“
Georg Franzen

Zusammenfassung
Ausgehend von einer Kunstbetrachtung mit einer Patientengruppe werden am Beispiel des „Hundertwasser-Bahnhofs Uelzen“ psychoanalytische und kunsttherapeutische Aspekte der rezeptiven Kunsttherapie dargestellt. Die Begegnung mit dem Kunstwerk wird als eine ästhetischeSelbstobjekterfahrung beschrieben, die sich über das Einfühlen in der Tiefendimension erschließen lässt. Das Kunstwerk wird in diesem Sinne zu einem fördernden Selbstobjekt und tritt mit dem Selbst in Beziehung. Es unterstützt die Entfaltungs- und Entlastungsmöglichkeit des Selbst.
Dieser Zusammenhang zwischen Kunsterfahrung und Kunstwirkung wird unter Berücksichtigung kunstwissenschaftlichen, psychoanalytischer und neuroästhetischer Theorien erläutert.

Schlüsselwörter: Kunstpsychologie, katathymes Bilderleben, rezeptive Kunsttherapie, Neuroästhetik, psychoanalytische Selbstpsychologie, Hundertwasser-Bahnhof


Art as self-object experience – the ‘Hundertwasser station’

Abstract
Based on an art view with a group of patients, psychoanalytic and art therapy aspects of receptive art therapy are presented using the example of the „Hundertwasser station Uelzen“. The encounter with the artwork is described as an aesthetic self-experience which can be opened up by empathizing with the depth dimension. In this sense, the artwork becomes a self-supporting object and enters into relationship with the self. It supports the unfolding and relief possibility of the self.
This connection between the experience of art and the effect of art is explained considering artscientific, psychoanalytic and neuroesthetic theories.

Keywords: art psychology, receptive art therapy, neuroaesthetics, psychoanalytic self-psychology, guided affective imagery, Hundertwasser station


Univ.-Prof. Dr. phil. habil. Georg Franzen
Psychologischer Psychotherapeut
Bahnhofsplatz 9
D-29221 Celle
drgeorgfranzen@gmail.com
www.kunstpsychologie.de


 



Zeichnen als kunsttherapeutische Maßnahme bei Kindern mit Förderbedarf
Barbara Wichelhaus & Rabea Müller

Zusammenfassung
Aus dem breiten Spektrum künstlerischer Verfahren in der Kunsttherapie wird das Zeichnen als eine grundlegende Tätigkeit des menschlichen Ausdrucksverhaltens thematisiert und die damit verbundenen Funktionen für Förderung, Rehabilitation und Therapie bei Heranwachsenden aufgezeigt. Dabei geht es nicht nur um Entlastung oder Entspannung bei graphomotorischen Problemen oder Kompensation bei sensorischen Einschränkungen, sondern auch um Kreativität, Kommunikation, Persönlichkeitsbildung und die Erweiterung von Handlungs- und Denkkonzepten. Diesen Zielsetzungen wird ein breiter Katalog an zeichnerischen Methoden und Maßnahmen zugeordnet, die besonders geeignet sind, um sie in therapeutischen oder pädagogisch-therapeutischen Feldern einzusetzen.

Schlüsselwörter: Zeichnen, Pädagogische Kunsttherapie, Inklusion, Förderbedarf, Regression, Kommunikation, Symbolisierung, Musikgrafik, dialogisches Zeichnen


Drawing as an art-therapeutic method in children with special needs

Abstract
Drawing, as one method out of a broad spectrum of artistic methods in art therapy, is addressed as a fundamental activity of human expression behavior and the associated functions for promotion, rehabilitation and therapy in adolescents are presented. This is not only about relief or relaxation in children suffering from graphomotoric problems and/or compensation for restrictions in sensory abilities, but also about creativity, communication, formation of personality and the expansion of concepts of action and thought. These objectives are associated with a broad range of drawing methods and measures that are particularly suitable for use in therapeutic or pedagogical therapeutic fields.

Keywords: drawing, pedagogical art therapy, inclusion, special needs, regression, communication, symbolization, music graphics, dialogical drawing


Univ.-Prof. em. Dr. Barbara Wichelhaus
Universität zu Köln
Lehrstuhl für Heilpädagogische
Kunsterziehung/Kunsttherapie
Aachener Weg 21
D-41747 Viersen
b.wichelhaus@yahoo.de


Dr. Rabea Müller
Dipl.-Heilpädagogin, Kunsttherapeutin,
Sprachheiltherapeutin
Atelier artig und Akademie artig
(Gründung und Leitung)
Schaafenstraße 5
D-50676 Köln
artig@artig-cologne.de


 



Team-based add-on music therapy in cancer and haemodialysis patients
Ping He, Lihong Fan, Wolfgang Mastnak & Josef Bäuml

Abstract
Particularly focusing on pain syndromes, anxiety, and cognitive issues, numerous Chinese and international studies explore the multiple benefits of music therapy in patients with oncological diseases and various chronic conditions.
Over three years, a team of music therapists, social workers, medical doctors, and nurses of the Tenth People’s Hospital in Shanghai applied music therapy in cancer and haemodialysis patients. The associated research included the control of physiological and psychological parameters and showed significant improvements of the emotional state and of cognitive functions. The research outcome suggests hence music therapy as an add-on-means to optimize comprehensive rehabilitation.

Keywords: Chinese music therapy, add-on-therapy, interdisciplinary team intervention, oncology, haemodialysis, life quality


Musiktherapie als teambasierte Add-on-Therapie bei Krebs- und Dialysepatienten

Zusammenfassung
Zahlreiche chinesische und internationale Studien stellen den multiplen Nutzen von Musiktherapie bei Krebs und verschiedenen chronischen Erkrankungen heraus und unterstreichen Schmerzmodulation, Reduktion von Angst und Verbesserungen der Kognition.
Über drei Jahre widmete sich ein interdisziplinäres Team von Musiktherapeuten, Sozialarbeitern, Ärzten und Pflegepersonal des 10. Krankenhauses des Volkes in Shanghai (Klinikum der Tongji Universität) der Anwendung und Beforschung von Musiktherapie bei Krebs- und Dialysepatienten. Sowohl physiologische als auch psychologische Parameter zeigten signifikante Verbesserungen im emotionalen und kognitiv-funktionalen Bereich, was für Musiktherapie als Addon-Maßnahme zur Optimierung ganzheitlicher Behandlung/Rehabilitation dieser Erkrankungen spricht.

Schlüsselwörter: Chinesische Musiktherapie, Add-on-Therapie, interdisziplinäre Team-Intervention, Onkologie, Dialyse, Lebensqualität


Ping He
Department of Social Work
(Head of music therapy)
Room 506, Block 6
Shanghai Tenth People’s Hospital
No 301, Middle Yanchang Road
Jingan District
Shanghai CN-200072
heping_211@163.com


Prof. Dr. Lihong Fan
Chief official of the
Tenth People’s Hospital of Tongji University
No 301, Middle Yanchang Road
Jingan District
Shanghai CN-200072
fanlih@yahoo.com.cn
(correspondence author)


Prof. Dr. Dr. Dr. Wolfgang Mastnak
(Lehrstuhl), Hochschule für Musik und Theater,
Arcisstraße 12
D-80333 München
wolfgang.mastnak@hmtm.de


Prof. Dr. med. Josef Bäuml
Department of Psychiatry and Psychotherapy
of University Hospital Klinikum rechts der Isar,
Ismaninger Straße 22
D-81675 München
baeuml.josef@tum.de


 



Wie erleben Eltern von Kindern mit schweren erworbenen Hirnschädigungen die Musiktherapie in der neuropädiatrischen Frührehabilitation?
Brigitte Meier-Sprinz & Andreas Sprinz

Zusammenfassung
Das übergeordnete Erkenntnisinteresse dieser qualitativen Studie richtete sich auf die Veränderungspotentiale von stationärer Musiktherapie mit Kindern mit schweren erworbenen Hirnschädigungen. Gegenstand war das subjektive Erleben der stationären Musiktherapie bei den Eltern solcher Kinder im Rückblick. Eingeschlossen waren Familien, deren Kind durch Unfall, Krankheit oder Gewalt eine cerebrale Hämorrhagie bzw. Ischämie und Hypoxie erlitten haben und die an der Musiktherapie in der neuropädiatrischen Rehabilitation teilgenommen hatten. Methodisch kamen leitfadengestützte narrative Interviews im häuslichen Umfeld von vier Familien zum Einsatz, die audiografiert, transkribiert und wissenschaftlich ausgewertet wurden. Die Ergebnisse liegen in Form von dichten Fallbeschreibungen vor, die an dieser Stelle selektiv dargestellt und interpretiert werden. Die Besonderheiten, Chancen und Risiken der Musiktherapie werden in fünf Thesen zusammengefasst. Limitiert sind die Ergebnisse durch das kleine Sample und den Bias, der durch die ausschließlich positiven Erinnerungen der befragten Familien zustande kommt.

Schlüsselwörter: Neuropädiatrische Rehabilitation, erworbene Hirnschädigung, Musiktherapie, Eltern-Kind-Therapie, uneindeutiges Verlust-Trauma, qualitative Untersuchung


Parents of children with acquired severe brain injuries – How do they experience music therapy during early pediatric neurological rehabilitation?

Abstract
This qualitative study is focusing on change processes of in-patient music therapy in children with acquired severe brain injuries. We aimed to evaluate, in retrospect, the subjective experience of in-patient music therapy among the parents of such children. Therefore, we included families whose child suffered from cerebral hemorrhage or ischemia and hypoxia, resp., due to accident, illness, or violence, and who had participated in music therapy during their pediatric neurological rehabilitation. As research methods, we used semi-structured narrative interviews in the domestic environment of four families, which were audiorecorded, transcribed and scientifically evaluated.The results are available in the form of thick descriptions of case studies, which are being selectively presented and interpreted. The special features, opportunities as well as risks of music therapy are summarized in five theses. The results are limited due to the small sample size and the bias, which results from the purely positive memories of the interviewed families.

Keywords: pediatric neurological rehabilitation, acquired brain injury, music therapy, parentchild therapy, ambiguous traumatic loss, qualitative study


Brigitte Meier-Sprinz, M.A.
Philosophisch-Sozialwissenschaftliche
Fakultät/Leopold-Mozart-Zentrum
der Universität Augsburg
Maximilianstraße 59
D-86150 Augsburg
brigitte.meier-sprinz@phil.uni-augsburg.de


Dr. med. Andreas Sprinz
Facharzt KJM, Schwerpunkt Neuropädiatrie
Ltd. Arzt ZiNK – Zentrum für interdisziplinäre
Neuropädiatrie Kempten
Haubensteigweg 19
D-87439 Kempten
a.sprinz@zin-k.de


 



Musik mit türkischen Kindern mit Verhaltensproblemen - Eine interviewbasierte Studie zum präventiven und therapeutischen Nutzen von Musikunterricht
Ela Cansu Bekgöz & Wolfgang Mastnak

Zusammenfassung
Obwohl die Türkei ein Land mit reicher musiktherapeutischer Tradition ist, hat sie heute großen Bedarf an musiktherapeutisch orientierter Förderpraxis für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen, was hier durch einen epidemiologischen Aufriss zu Autismus, genetischen Störungen und Missbrauch unterstrichen wird. Eine qualitative Studie mit Experteninterviews verdeutlicht die Heterogenität der Szene und thematisiert pädagogisch-therapeutische Interdisziplinarität, Kultursensibilität und soziale sowie bildungsspezifische Gleichberechtigung. Universitäten werden als mögliche Kompetenzzentren herausgestellt, dem Bereich Community Music Therapy wird wachsende Bedeutung beigemessen.

Schlüsselwörter: Türkische Musiktherapie, besondere Bedürfnisse, Heilpädagogik, Community Music Therapy, Kultursensibilität, Selbsthilfegruppen


Music with Turkish children with behavioural problems. An interview-based study on the preventive and therapeutic benefits of music education

Abstract
Although Turkey is a land with rich music therapeutic tradition and heritage, today, music-based support facilities for children and adolescents with special needs are lacking. A short epidemiological review about autism, genetic disorders and particularly sexual misuse points out the importance of combined music therapeutic and social educational approaches. The core of the present article refers to a qualitative study with expert interviews that reveals the heterogeneity of the Turkish situation and highlights the necessity of culturally sensitive and socio-ethically balanced approaches. Universities are considered possible future centres of excellence for associated research and education. Community music therapy might play an increasingly important role to improve the status quo.

Keywords: Turkish music therapy, special needs, curative education, community music therapy, cultural sensitivity, self-help groups


Ela Cansu Bekgöz
Masterstudentin
Hochschule für Musik und Theater,
München
pianoforte-ela@hotmail.com.tr


Prof. Dr. Dr. Dr. Wolfgang Mastnak
Hochschule für Musik und Theater
Arcisstraße 12
D-80333 München
wolfgang.mastnak@hmtm.de


 



Traumvorstellungen in Bildern vom späten Mittelalter bis zur Aufklärung
Hans-Günther Richter † & Barbara Wichelhaus

Zusammenfassung
In seinem letzten unvollendeten Werk hat sich H.-G. Richter (gest. 2015) mit Traumdarstellungen in der bildenden Kunst befasst, um diese unter kunsthistorischen, künstlerischen, biographischen und psychotherapeutischen Aspekten zu analysieren und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Kunsttherapie zu leisten. Konzept und Methodik des geplanten Buches sowie die bereits fertigen ersten Kapitel werden von Barbara Wichelhaus in einer ausführlichen Einleitung vorgestellt. Daran anschließend wird das dritte Kapitel, in dem Richter sich mit Albrecht Dürers Träumen und ihren ästhetischen Gestaltungen auseinandergesetzt hat, wiedergegeben. Beeindruckend sind Richters profunde Recherchen, durch die er neben den Ereignissen in Dürers Leben auch das gesellschaftliche Umfeld, Kunst, Kunsttheorie und naturwissenschaftliche Erkenntnisse der damaligen Zeit zur Interpretation von Dürers Traumbildern, den kosmologischen oder mythologischen Hintergründen im Zusammenhang mit seinen Albtraumerfahrungen herangezogen hat.

Schlüsselwörter: Traumbilder in der Kunst, Psychoanalyse, Kognitionspsychologie, Metapherntheorie, Dürers Traumdarstellungen, Alpträume, kosmologische und mythologische Träume


Dream representations in paintings from the late middle ages until the age of enlightenment

Abstract
In his last unfinished work, H.-G. Richter (d. 2015) deals with dream representations in the visual arts, in order to analyse them under art-historical, artistic, biographical and psychotherapeutic aspects and also make an important contribution to art therapy. The concept and methodology of the envisaged book as well as the first chapters which have already been finished, are presented by Barbara Wichelhaus in a detailed introduction. Then the third book chapter, in which Richter looked into Dürer’s dreams and their aesthetic creations, is cited. It is very impressive to see Richter’s profound research allowing him to not only portray the life of Dürer but also the social environment, art, art theory, and scientific knowledge of those times for the interpretation of Dürer’s dream visions, the cosmological or mythological background in connection with his nightmare experiences.

Keywords: dream visions in art, psychoanalysis, cognitive psychology, metaphor theory, Dürer’s dream representations, nightmares, cosmological and mythological dreams


Univ.-Prof. em. Dr. Barbara Wichelhaus
Universität zu Köln
Lehrstuhl für Heilpädagogische
Kunsterziehung/Kunsttherapie
Aachener Weg 21
D-41747 Viersen
b.wichelhaus@yahoo.de


Univ.-Prof. Dr. Hans-Günther Richter †
Lehrstuhl für Heilpädagogische
Kunsterziehung
Universität zu Köln


 



Pre- and perinatal music. Integrating community music and music medicine
Wolfgang Mastnak & Lele Kremer

Abstract
At around 24 weeks, the foetus has developed a viable neural auditory equipment. The child gets acoustically involved in social processes. The foetus’ cortical maturation as well as auditory memory and sound processing allow learning effects and enhance auditory cognition. These conditions suggest to also speak of informal perinatal music education. Depending on the quality of auditory stimulation, the last trimester of pregnancy can be advantageous for the foetal cortical development and foster neuroplasticity. However, the unborn baby is also susceptible to harmful auditory constellations that are likely to trigger unfavourable neuro-cognitive circuitries and interfere with the personal growth in a negative way. Pregnancy and particularly the mother’s awareness of how music can influence the baby’s cognitive development and neural maturation goes hand in hand with community music activities. Ethical issues such as music-based sedation, usage of music as an intelligence booster, and acoustic overload though pregnancy music belts, for instance, have to be discussed.

Keywords: antenatal music classes, perinatal music education, community music, foetal maturation, neuroplasticity


Prä- und perinatale Musik. Integration von Community Music und Musik-Medizin

Zusammenfassung
Um die 24. Schwangerschaftswoche ist das neuronal-auditive System des Fötus weitgehend entwickelt. Das Kind wird damit in akustisch geprägte Sozialprozesse mit einbezogen. Kortikale Reifung sowie auditive Gedächtnisfunktionen ermöglichen Lerneffekte und greifen in den auditiven Kognitionsaufbau ein. Diese Bedingungen erlauben es uns, von informeller prä- und perinataler Musikpädagogik zu sprechen. Abhängig von der Qualität der auditiven Stimulation wird das dritte Schwangerschaftstrimester zu einer Periode mit großem Einfluss auf die Entwicklung der Hirnrinde und die Neuroplastizität. Dabei ist der Fötus auch für potenziell schädigende Hör-Konstellationen empfänglich, die nachteilige neuro-kognitive Prozesse auslösen und mit der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes negativ interagieren können. Die Bewusstheit der Mutter für den Einfluss von Musik auf die kognitive Entwicklung und neuronale Reifung des Kindes zieht oftmals mannigfache musikalischen Aktivitäten nach sich. Ethische Fragen um den Einsatz von Musik zur Sedierung sowie als Intelligenzbooster müssen ebenso diskutiert werden wie eine mögliche auditive Reizüberflutung.

Schlüsselwörter: Prä- und perinatale Musikpädagogik, Community Music, fötale Reifung, Neuroplastizität


Prof. Dr. Dr. Dr. Wolfgang Mastnak
(Lehrstuhl), Hochschule für Musik und Theater
Arcisstraße 12
D-80333 München
wolfgang.mastnak@hmtm.de


Lele Kremer
Doktoratsstudentin
Hochschule für Musik und Theater
München


 



Musik-, Tanz- & Kunsttherapie
28. Jahrgang · 2018 · Heft 2
Pabst, 2018
ISSN 0933-6885
Preis: 46,- €




alttext