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Computerspielsucht: neue, erfolgreiche Beratungs- und Therapiemöglichkeiten

Die WHO hat die Computerspielsucht als Krankheit in den ICD-Katalog aufgenommen. Dies bedeutet, dass eine entsprechende spezifische Therapie ab sofort von den Krankenkassen finanziert werden muss. Über die verschiedensten wirksamen Diagnose-, Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten berichten Dr. Kay Uwe Petersen und Kollegen in zwei wissenschaftlich fundierten, jedoch allgemeinverständlich geschriebenen Sachbüchern

Computerspielsucht

In den meisten Fällen interessieren sich die eigentlich betroffenen Kinder und Jugendlichen trotz ihres Leidensdrucks kaum für eine Therapie. Petersen: "Je jünger die Betroffenen, desto wahrscheinlicher sind sie weder krankheitseinsichtig noch veränderungsmotiviert. Der Leidensdruck besteht eher im sozialen Umfeld als bei den Betroffenen selbst." Daher drängen meist Angehörige oder Eltern auf eine Behandlung.

 

Therapeuten unterscheiden v.a. zwei Hauptgruppen:

 

Onlinerollenspieler mit schwerem Krankheitsbild sind meist junge Männer, die beruflich und privat nicht das autonome Erwachsenenleben erreicht haben. Sie sind häufig in Schule, Beruf, Ausbildung, Beziehungen gescheitert und haben sich aus dem realen Leben zurückgezogen. Sie erscheinen ängstlich, depressiv und leicht kränkbar. Ihre soziale Kompetenz ist beeinträchtigt, und die Nähe- Distanz- Regulierung gelingt oft nicht.

 

Onlinespieler mit leichterem Krankheitsbild sind nach wie vor sozial eingebunden. Doch plötzlich dominiert die Entdeckung eines scheinbar unbegrenzten Frei- und Spielraums.

 

Ärzte beobachten bei Computerspielsucht meist Schlafmangel, Dehydrierung, Fehlernährung, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen. Der erste spektakuläre Extremfall von Computerspielsucht wurde 2004 in Südkorea dokumentiert: Ein 24jähriger spielte etwa vier Tage und Nächte in einem Internet-Cafe - fast ohne körperliche Bewegung; der Körper quittierte es mit einem Blutgerinnsel in der Lunge, der Mann brach vor dem Bildschirm zusammen und starb.




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