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02-02-12
Wirtschaftspsychologie: Kritikgespräche respektvoll und erfolgreich führen

Vorgesetzte und Mitarbeiter neigen häufig dazu, notwendige Kritikgespräche solange aufzuschieben, bis "das Fass überläuft". Dr. Peter Weber, Master Coach in Dortmund, rät zu einer möglichst zeitgerechten Gesprächsführung. Die Erfolgschancen für Kritikgespräche sind optimal, wenn zwischen den Beteiligten trotz aller Differenzen eine Atmosphäre der gegenseitigen Akzeptanz und Achtsamkeit besteht. Weber hat dazu einen klugen Praxisleitfaden für Führungskräfte geschrieben.
Nach der Vorbereitungsphase empfiehlt der Psychologe im Hauptteil annäherungsweise folgende Gliederung: - Der Vorgesetzte erläutert Beobachtungen, Sachverhalte, Kritik
- Der Mitarbeiter erhält Gelegenheit, dazu ausführlich Stellung zu nehmen
- Beide Gesprächspartner stellen fest, wo welche Übereinstimmungen liegen
- Für unterschiedliche Beobachtungen und Wertungen werden möglichst weitere Quellen/Sichtweisen hinzugezogen
- Bleibende Differenzen werden sachlich definiert
- Wie wäre der optimale Zustand? Der Mitarbeiter beschreibt ihn möglichst zuerst. Die Beteiligten versuchen, eine gemeinsame Basis zu finden
- Der Mitarbeiter und im Anschluss der Vorgesetzte bewerten die Situation
- Der Vorgesetzte würdigt die (ggfs. vermuteten) positiven Motive des Mitarbeiters
- Der Mitarbeiter und im Anschluss der Vorgesetzte formulieren aus ihrer jeweiligen Sicht die Konsequenzen
- Der Mitarbeiter fasst die wichtigsten Gesprächsergebnisse zusammen
- Vereinbarungen werden möglichst schriftlich dokumentiert
Da Kritikgespräche auf beiden Seiten Emotionen verarbeiten und auslösen - u.U. in extremem Ausmaß -, erläutert Peter Weber ausführlich, wie der Vorgesetzte die eigenen Empfindungen und die Gefühle des Gegenübers einschätzen und berücksichtigen kann. Werden die Emotionen ignoriert, ist das Gespräch zum Scheitern verurteilt.
Peter Weber: Schwierige Gespräche kompetent bewältigen - Praxisleitfaden für Führungskräfte
Pabst, Lengerich/Berlin, 150 Seiten, ISBN 978-3-89967-273-2
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