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14-08-10
Krebs: Religion vermindert nicht die Todesangst

Die Krebsdiagnose löst meist Todesangst aus - fachsprachlich: Mortalitätssalienz. Dr. Martine Hoffmann hat dazu Patienten befragt. In den Antworten überraschte: Zunächst wird eine solche Angst häufig weniger wahrgenommen. Doch später, wenn Behandlungen erfolglos bleiben und Krankheitssymptome zunehmen, kann die Mortalitätssalienz in den Vordergrund treten und die Alltagsbewältigung lähmen. Je ängstlicher und depressiver ein Mensch bereits vor der Erkrankung war, desto ausgeprägter kann seine Todesangst sein.
Nach der "Terror Management Theorie" dient ein hohes Selbstwertgefühl als Schutzfaktor in Krisensituationen. Gilt dies auch im Kontext einer Krebsdiagnose? Martine Hoffmann untersuchte: "Zeigen Personen mit vergleichsweise hohem Selbstwertgefühl eine geringere Mortalitätssalienz? Die varianzanalytischen Befunde verneinen diese Frage." Zwischen beiden Faktoren war in der Studie kein Zusammenhang zu sehen.
Ähnlich überraschte der Befund: "Weder die Suche nach Information, noch die Suche nach Halt in der Religion, noch die Bedrohungsabwehr und die Suche nach sozialer Einbindung waren mit dem erlebten Ausmaß der Mortalitätssalienz assoziiert. Obschon hier strenggenommen nicht von Effekten gesprochen werden kann, trug also keine dieser Bewältigungsformen zu einer Reduktion oder Erhöhung der Mortalitätssalienz bei ..."
Martine Hoffmann: Mortalitätssalienz und Angstbewältigung im Kontext einer Krebserkrankung
Pabst, Lengerich/Berlin, 208 Seiten, ISBN 978-3-89967-508-5
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