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11-07-08
Musiktherapie entspannt Frühchen


Das Summen einer einfachen, ruhigen Melodie kann Frühgeborenen helfen. Bundesweit setzen fünf Kliniken die Musiktherapie bei Frühchen ein, eines davon ist das Evangelische Krankenhaus Bielefeld in Bethel. Auf der dortigen Frühgeborenen-Intensivstation tritt regelmäßig eine meditative Stimmung ein, wenn Musiktherapeutin Friederike Haslbeck den kleinen Patienten durch Singen und Berührungen Emotionen, Geborgenheit und Kontakt vermittelt.


Zehn bis zwanzig Minuten singt die Therapeuten für jedes Frühchen. „Ich singe auf den Atemrhythmus, etwa drei Atemzüge sind ein langgehaltener Ton“, beschreibt sie ihre Arbeit. Nach dem Musikstudium und dem Aufbaustudium zur Musiktherapeutin hat Haslbeck diese Therapieform selbst entwickelt. Die Therapie soll an den Mutterleib erinnern, in dem es ebenfalls sehr rythmisch zugehe: Der permanente Herzschlag, das Rauschen des Blutes und viele Vibrationen und Schwingungen vermitteln dem Kind dort das Gefühl von Nähe.

Um diese Situation für die Frühchen nachzuahmen, legt die Musiktherapeutin die Hände auf die kleinen Körper und singt selbst. Auch Oberärztin Ursula Weller ist überzeugt vom Erfolg der Musiktherapie in der Frühgeborenen-Medizin: „Die Kinder reagieren auf die Musik.“ Weller ist Fachärztin für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin. Sie sieht die Effekte der Therapie auf die Frühgeborenen: „Nach der Therapie atmen sie gleichmäßiger und ruhiger.“

Entspannung sei wichtig für zu früh geborene Kinder, denn diese brauchen ihre Energie für die notwendige Entwicklung. Monika Nöcker-Ribaupierre vom Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ erklärt, dass die Musiktherapie zum Stressabbau eingesetzt wird. Therapeutin Haslbeck bezieht auch die Eltern mit ein und bringt ihnen das Thema Musiktherapie ein Mal im Monat bei einem Elternabend nahe.

Nöcker-Ribaupierre warnt, dass es nicht reiche, ein Kind einfach mit Musik zu beschallen. Viel wichtiger sei der menschliche Kontakt dabei: „Musiktherapie mit leise gesummten Melodien arbeitet an der Beziehung von Mutter und Kind.“ Die Expertin will ein Netzwerk aufbauen, um Musiktherapie in weiteren Krankenhäusern bekannt und erfolgreich zu machen.



Quellen / Links:

www.optikur.de/news/musiktherapie-entspannt-fruehchen-10688.htm

 

Karl Hörmann: Musik in der Heilkunde – Künstlerische Musiktherapie als Angewandte Musikpsychologie

Pabst, 432 Seiten, ISBN 978-3-89967-157-5









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