Wenn der Nachwuchs lächelt, passiert im Gehirn der Mutter das Gleiche, als würde sie Drogen zu sich nehmen: Es werden drei Bereiche angesprochen, die ein natürliches Stimmungshoch auslösen. Im Tomographen mussten Mütter Bilder ihrer eigenen und fremder Kinder ansehen, die mal lächelten und mal traurig wirkten.
Der Anblick des lächelnden Babys wirkt auf die Mutter wie eine Droge. Eine Hirnstudie aus Texas zeigt, dass bei Müttern mehrere Belohnungszentren aktiviert werden, wenn sie ihr eigenes Kind sehen. Besonders stark ausgeprägt ist dieser Effekt, wenn das Kind lächelt. Verstärkt durchblutet werden dann vor allem jene Regionen, in denen der Botenstoff Dopamin aktiv ist. Dazu zählen die Substantia nigra, das Striatum und Teile des Stirnlappens, die unter anderem an der Verarbeitung von Gefühlen mitwirken. „Das sind Regionen, die auch in anderen Versuchen aktiviert wurden, bei denen es um Drogensucht ging“, sagt Studienleiter Lane Strathearn vom Baylor College of Medicine in Houston. „Der Anblick des eigenen lächelnden Babys löst möglicherweise ein natürliches Stimmungshoch aus.“ Strathearn hatte 28 Müttern in einem funktionellen Magnetresonanztomographen (fMRT) Bilder ihres eigenen Kindes sowie fremder Babys gezeigt. Je ernster das eigene Kind dreinschaute, desto weniger stark waren die Belohnungszentren aktiviert. Sah die Mutter ein Bild ihres Sprösslings mit trauriger Miene, so reagierten die Hirnareale ähnlich wie beim Anblick eines fremden Babys, wie die Forscher im Magazin „Pediatrics“ schreiben.
Quellen / Links:
www.welt.de/wissenschaft/article2186302/Laechelndes_Baby_wirkt_auf_Mutter_wie_eine_Droge.html