Das zunehmende multimediale Informationsangebot führt kaum zu einer Überforderung oder Verweigerung bei den Rezipienten. "Als Nutzungsmotiv erzielen alle elektronischen Informationsmedien eine hohe Zustimmung bei dem Statement ´weil ich mich informieren möchte´. Beim Statement ´Denkanstöße bekommen´ erzielt das Internet die höchsten Werte." Überforderungen entstehen allerdings häufig "durch schlechte Informationsaufbereitung an den Bedieneroberflächen", berichten Prof. Dr. Guido Kempter und Dr. Philipp von Hellberg (Fachhochschule Vorarlberg, Dornbirn/Österreich, User Centered Technologies Research).
Die Wissenschaftler schreiben in ihrer Aufsatzsammlung "Information nutzbar machen": Sehr oft zeigen "Anwendungen eine ganze Reihe an Verletzungen klassischer Usability Kriterien wie z.B. Konsistenz, Übersichtlichkeit und Steuerbarkeit. Wenn allerdings die Aspekte der Informationsaufbereitung ausreichende Berücksichtigung in Wissensmanagementsystemen finden, können auch kurzfristige Effizienzsteigerungen und Qualitätsverbesserungen nachgewiesen werden. Häufig stellen aber die Unternehmen lediglich die technischen Voraussetzungen, was oft über längere Zeit zu sogenannten Datenfriedhöfen führt. Daraus entsteht schlussendlich wiederum der falsche Eindruck der Informationsüberflutung und der nicht bewältigbaren Informationsmengen."
Dr. Gerhard Nussbaum und Klaus Miesenberger bemängeln "häufige Barrieren" im Netz, z.B. "nicht valider, d.h. nicht der Spezifikation entsprechender Sourcecode." Oder: "fehlende Alternativ-Texte bei Bildern, fehlende oder falsch zugewiesene Beschriftungen von Eingabefeldern, kleine Schriftgrößen, codierte Informationen, fehlende Sprachauszeichnung, gleich lautende Texte bei Verweisen auf verschiedene Adressen ....."
In etwa 50 Einzelbeiträgen berichten Praktiker und Wissenschaftler über Möglichkeiten der Problemlösung.
Quellen / Links:
Guido Kempter, Philipp von Hellberg (Hrsg.): Information nutzbar machen
Pabst, 180 Seiten, ISBN 978-3-89967-319-7