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03-06-08
Kontroverse um Evaluation von Coaching


In den letzten Jahren flammt immer wieder die Diskussion um Coaching auf. Denn was Coach und Klient hinter verschlossener Tür im Vier-Augen-Gespräch vollziehen, entzieht sich nun einmal stärker der Beurteilung Dritter als beispielsweise ein Training. Während die empirisch-analytische Forschung summative und formative Evaluation unterscheidet, finden andere Bezugswissenschaften einen anderen Zugang zur Evaluation von Coaching. In einer aktuellen Kontroverse im „Coaching-Magazin“ treffen Pädagogik und Soziologie aufeinander.


Der Professor für Allgemeine Pädagogik an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Dr. Harald Geißler, hält den Ansatz der empirisch-analytischen Forschung für die Evaluation von Coaching für nicht geeignet. Bisher sei es nicht gelungen, über statistische Zusammenhänge hinausgehend auch detailliert ausgewiesene Ursächlichkeiten zwischen Zahlen und bestimmten Fakten des Coaching-Prozesses empirisch-analytisch „sauber“ zu ermitteln. Seine Alternative hierzu ist die Handlungsforschung, ein qualitativer Ansatz, der auf Kurt Lewin zurück geht. Im engen Dialog mit den Untersuchten wird der Coaching-Prozess erforscht und so gestaltet, dass er bei den Untersuchten intensiv positive Lernprozesse anregt.

Der Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld, Dr. Stefan Kühl, betrachtet nicht nur den empirisch-analytischen Ansatz, sondern auch das Vorgehen Geißlers skeptisch: Als eine erste zentrale Funktion der Evaluation wird immer wieder das Lernen von Organisationen und ihrer Mitglieder angegeben. Doch die zweite Funktion ist es, Legitimation für Coaching herzustellen. Das Problem besteht darin, dass sich die beiden Funktionen der Evaluation – Lernen und Legitimation – nicht gleichzeitig optimieren lassen. Wer lernen will, muss Fehler zugeben, wer sein Vorgehen legitimieren will, wird genau das vermeiden wollen. Evaluation kommt für Kühl aus diesem Dilemma nicht heraus.



Quellen / Links:

www.coaching-magazin.de









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