Unternehmer bilden als Coaching-Klienten eine besondere Spezies. Sie werden im Berufs- und Privatleben mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Probleme wie zeitliche Überlastung, Kundenbeschwerden, Verzettelung in der Unternehmensstrategie, Schwächen in der Angebotsstruktur, hohe Mitarbeiterfluktuation oder abnehmende Liquidität sind oft erkennbar und drängend. Nicht selten spitzt sich die Lage gefährlich zu, warnt Stefan Merath in seinem Beitrag im „Coaching-Magazin“.
Von 100 Unternehmensneugründungen überleben nur etwa 20 die ersten fünf Jahre. Weitere fünf Jahre schaffen von den verbliebenen 20 Firmen nur vier. Vier von 100 – das sind dramatische Zahlen. Hinter den nackten Zahlen stehen Schicksale. Motivierte und engagierte Gründer, die mit versierten Business-, Marketing- und Vertriebskonzepten gestartet sind, um den Markt zu erobern. Sie haben den Traum von einem sinnvollen, nützlichen und attraktiven Unternehmen geträumt und enden bei einer 80-Stunden-Woche und grässlichen Bilanzen.
Einer der Hauptgründe für das Scheitern ist häufig eine mangelnde Rollenklarheit – eine fehlende Vorstellung von den eigentlichen Aufgaben des Unternehmers. Weil sie unzufrieden mit der aktuellen Situation sind oder den Wunsch besitzen, eine eigene Idee zu verwirklichen, beschließen in aller Regel Fachkräfte, ein Unternehmen zu gründen. Ein Unternehmen benötigt aber nicht nur Fachkräfte, sondern auch die beiden anderen Rollen: Manager und Unternehmer. Leider ist der Gründer aber oft noch immer Fachkraft und denkt wie eine solche. Seine Stärken liegen im fachlichen Bereich. In der Konsequenz werden bei den meisten Unternehmen mit einer Unternehmensgröße von fünf bis 30 Mitarbeitern die Rollen des Managers und des Unternehmers daher nur ungenügend erfüllt – und die Probleme fangen an.
Der Unternehmer muss vielfach nicht nur seine Denkweise und Glaubenssätze ändern, sondern nicht selten einen kompletten Berufswechsel vornehmen: Den von der Fachkraft im eigenen Unternehmer hin zum – eigentlichen – Unternehmer, weiß Stefan Merath.
Quellen / Links:
www.coaching-magazin.de