Gibt es einen Zusammenhang zwischen subjektiv empfundener Erregung und kardiovaskulärer Aktiviertheit? Jede Antwort auf diese Frage ist richtig. Die Frage lässt sich nämlich unter zwei verschiedenen Perspektiven verstehen und statistisch beantworten.
Zum einen kann man (aus der Tradition der differentiellen Psychologie heraus) den interindividuellen Zusammenhang betrachten: Sind gefühlsmäßig erregtere Personen auch physiologisch aktivierter? Zum anderen kann man (entsprechend einer eher allgemeinpsychologischen Sichtweise) die intraindividuelle Beziehung analysieren: Geht in denjenigen Situationen, in denen die Menschen emotional besonders erregt sind, auch die Herzfrequenz in die Höhe? Die grobe Antwort lautet unter Perspektive 1 (interindividuell) nein, unter Perspektive 2 (intraindividuell) ja.
Andreas Hinz, Bernhard Hüber und Gert Schreinicke stellen statistische Methoden vor, wie solche Fragen systematisch behandelt werden können. Die vorgestellten Anwendungen reichen von Regulationsbesonderheiten bei Personen mit somatoformen Störungen über die Zuverlässigkeit der Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit von Feuerwehrleuten bis zur Frage, wie viele Blutdruck-Selbstmessungen zur reliablen Erfassung des Blutdrucks erforderlich sind.
Quellen / Links:
Andreas Hinz, Bernhard Hüber, Gert Schreinicke: Psychophysiologische Kovariation und Stabilität: differentialpsychologische, allgemeinpsychologische und klinische Anwendungen
Pabst, 148 Seiten, ISBN 978-3-934252-53-0