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18-12-07
"Bei Frauen überwiegen Suizidversuche, bei Männern Suizide"


Im Vergleich zum "starken Geschlecht" leiden Frauen wesentlich häufiger an Depressionen, Angsterkrankungen, Panikstörungen, Phobien, Essstörungen und Somatisierungsstörungen. "Bei Männern sind es hingegen häufiger Persönlichkeitsstörungen, antisoziale Störungen und Alkoholismus. Bei Frauen überwiegen Suizidversuche, bei Männern Suizide," berichtet Professorin Dr. Mechthild Neises (Psychosomatische Frauenheilkunde, Medizinische Hochschule Hannover).


In allen Altersstufen werden psychische und psychosomatische Störungen bei Frauen häufiger diagnostiziert und behandelt als bei Männern. Ein Zusammenhang mit dem Erwerbsstatus ist nicht erkennbar. Frauen im mittleren Lebensalter nehmen Psychopharmaka, Beruhigungs- und Schlafmittel bis zu dreimal häufiger ein als Männer - häufig in einer Suchterkrankung. Bei einer Substanzabhängigkeit tendieren die "Herren der Schöpfung" eher zum Alkohol. 

Die Unterschiede sind sicherlich multifaktoriell. Mechthild Neises sieht in der Diskussion: 
- biologische Faktoren
- Interaktion zwischen Persönlichkeitsstruktur und sozialen Faktoren
- geschlechtsspezifische Sozialisationserfahrungen
- Unterschiede im Hilfesuchverhalten
- Geschlechtsstereotypen in der Diagnostik

 



Quellen / Links:

Mechthild Neises, Gerhard Schmid-Ott (Hrsg.): Gender, kulturelle Identität und Psychotherapie. Pabst, 298 Seiten, ISBN 978-3-89967-366-1









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