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27-09-07
Bildung ist Frauen wichtiger als Sex


Familien- und Hausarbeit wird in Deutschland sozial immer noch nur gering geschätzt: Das ist das wichtigste Ergebnis der „Vorwerk-Familienstudie 2007", für die das Allensbach-Institut 1810 repräsentativ ausgewählte Deutsche zu Aspekten des Familienlebens befragte. WELT ONLINE dokumentiert exklusiv die Kernthesen.


Bildung ist Frauen wichtiger als Sex

„Rabenmütter“ sterben aus: Berufstätige Mütter, die ihre Kinder im Alter von zwei Jahren in die Obhut einer Kinderkrippe geben, müssen nicht befürchten, dafür von der Gesellschaft als „Rabenmutter“ gescholten zu werden. 88 Prozent der Deutschen halten diesen Begriff für nicht angebracht. Frauen lehnen diesen Begriff sogar zu 90 Prozent ab.

„Rabenväter“ auf dem Vormarsch: Das Image der Väter in der Gesellschaft ist schlecht. Rund 60 Prozent der Deutschen glauben, ‚sehr viele‘ oder ‚viele‘ Väter überließen die Erziehung allein den Müttern und seien deshalb „Rabenväter“. Außerdem verbringen nur 40 Prozent der Väter die meiste Zeit mit ihren Kindern. Allerdings sind die Männer ehrlich: 67 Prozent geben zu, dass sie den „kleineren Teil“ bei der Erziehung leisten. 65 Prozent der Frauen sehen das genauso. Auf die Frage: „Sind Sie ein moderner Mann?“, antworteten 55 Prozent der Männer mit Ja. Erstaunlich: Nur 28 Prozent dieser modernen Männer geben an, sie erledigten „das meiste“ oder „etwa die Hälfte“ der Familienarbeit.

„Nur-Hausfrauen“ sind selbstbewusster als vor 30 Jahren: Das Selbstbewusstsein der Frauen ist merklich gewachsen. Während 1979 nur 22 Prozent der Frauen angaben, sie seien „sehr selbstbewusst“, sind es heute 37 Prozent. Zwar ist die eigene Erwerbstätigkeit und das damit verbundene Einkommen eine wichtige Quelle für das steigende Selbstbewusstsein (71 Prozent) – trotzdem stellen Frauen, die neben der Familienarbeit zu Hause keiner weiteren Erwerbstätigkeit nachgehen („Nur-Hausfrauen“), die Gruppe mit dem größten Selbstbewusstsein (44 Prozent).

Mangelnde Anerkennung: Noch immer beklagen 79 Prozent der Hausfrauen und Mütter, dass ihre Arbeit nicht genügend gewürdigt wird. Wie wichtig diese Anerkennung für Frauen ist, zeigt, dass sich 43 Prozent der Mütter, die angaben, dass ihr Partner ihre Haus- und Familienarbeit genügend anerkennt, als „sehr selbstbewusst“ bezeichnen. Mangelt es an Anerkennung, sinkt diese Quote um zehn Prozentpunkte auf 33 Prozent. Immerhin 59 Prozent der Frauen, die neben ihrer Tätigkeit als Familienmanagerin keinem weiteren Beruf nachgehen, sagen, die Anerkennung ihrer Leistungen für die Familie sei sehr wichtig für ihr Selbstbewusstsein.

Bildung ist Frauen wichtiger als Sex: Auf die Frage: „Was schätzen Sie an Ihrem Partner besonders?“, antworteten 57 Prozent der Frauen: „Seine gute Bildung“. Die Option, „dass wir eine glückliche sexuelle Beziehung haben“, wählten dagegen nur 44 Prozent der Frauen. Männer legen bei ihren Partnerinnen Wert auf gutes Aussehen (63 Prozent) und eine glückliche sexuelle Beziehung (58 Prozent).

Geld macht Männer attraktiv: Die alte Stammtischweisheit gründet offenbar auf einem wahren Kern. Während nur 21 Prozent der Frauen sagen, sie würden ihren Partner wegen seiner guten Figur schätzen, finden es rund doppelt so viele Frauen (43 Prozent) besonders schätzenswert, dass sie aufgrund seiner beruflichen Leistungen „keine finanziellen Sorgen haben“ beziehungsweise sich „vieles leisten können“.

Männer glauben nicht an Kinderglück: 48 Prozent der Männer unter 45 Jahren vertreten die Auffassung, dass Kinder kein glücklicheres Leben garantieren. Frauen unter 45 stimmen dem zu 36 Prozent zu. Die Folge ist, dass Männer heute in höherem Anteil als Frauen gewollt kinderlos bleiben. 28 Prozent der 30- bis 44-jährigen Männer und 20 Prozent der 30- bis 44-jährigen Frauen wollen weder jetzt Kinder, noch haben sie früher Kinder gewollt.



Quellen / Links:

www.welt.de/politik/article1171098/Bildung_ist_Frauen_wichtiger_als_Sex.html









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