20-07-07 Arzt und Patient: Wieviele Faktoren bestimmen das (oft unselige) Verhältnis?
Der Arzt kann die Patientenzufriedenheit oft weniger beeinflussen als bisher angenommen. Hat der Kranke z.B. ein eher volksmedizinisches Vorverständnis oder ist er stark durch sein Leiden beunruhigt, bleibt er häufig auch mit einem engagierten, empathischen Arzt unzufrieden. Diesen Befund ergab eine Studie des Medizinpsychologen PD Dr. Vladimir Hrabal (Ulm).
Wünscht sich der Kranke die Empathie des Arztes und erhält er sie, steigt die Bereitschaft zur Compliance, jedoch nicht zwangsläufig auch die Zufriedenheit.
Anderseits: Kommt der Patient mit negativen Erwartungen oder Angst zum Arzt, wird die Unzufriedenheit wahrscheinlich; doch sie führt nicht unbedingt zur Noncompliance.
Hrabal belegt, "dass es im Verlauf des Krankwerdens von Beginn an bedeutsame Zusammenhänge zwischen Laientheorien, Krankheitsverhalten und Arzt-Patienten-Beziehung gibt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die emotionale Stabilität des Kranken, seine Voreinstellungen in Bezug auf die optimale Behandlungsart und die Erwartungen an ... die Arzt-Patienten-Beziehung."
Hrabal lässt seine Forschungsarbeiten in ein komplexes Modell einmünden, das in vier typische Verlaufsschemata aufgeteilt wird. Diese Teilmodelle beschreibt der Autor als Patiententypen. Sie dienen dem Arzt als nützliche Hinweise für ein besseres Verständnis im Umgang mit seinen Patienten.