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26-06-07
Dialysepatienten "vergessen" ihre Phosphatbinder-Medikamente und verkürzen ihr Leben


Die "Therapietreue" chronisch Kranker ist häufig noch geringer als angenommen. Rob Horne, Professor für Verhaltensmedizin an der Universität London, stellte in einer Studie fest: Mehr als 40% der Dialysepatienten nehmen ihre Phospatbinder-Medikamente überhaupt nicht oder nur gelegentlich. Ergebnis: Zu wenig Phosphat wird ausgeschieden und zuviel Phosphat im Körper gespeichert - mit schweren Folgen v.a. für den Knochenstoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System. Das Leben wird deutlich verkürzt.


Dialysepatienten "vergessen" ihre Phosphatbinder-Medikamente und verkürzen ihr Leben

Bei terminalem Nierenversagen ist die Dialyse in der Lage, einen Teil der notwendigen Phosphatausscheidung zu übernehmen; einen weiteren Teil müssen Phosphatbinder über den Stuhlgang "entsorgen".

Die geringe Therapietreue sieht Horne v.a. unter drei Aspekten:
- Die bisher üblichen Phosphatbinder-Präparate sind für viele Patienten "lästig"; bis zu 12 Tabletten, oft in unterschiedlichen Kombinationen, müssen täglich genommen werden - zusätzlich zu anderen Medikamenten.
- Viele Patienten zweifeln daran, ob ihnen die Präparate tatsächlich nützen.
- Ähnlich häufig stellt sich die Frage nach schädigenden Nebenwirkungen.

Lösungsmöglichkeiten sieht der Verhaltensmediziner:
- Das britische Pharmaunternehmen Shire hat einen neuen Phosphatbinder (Fosrenol) etabliert, der täglich jeweils nur zu den Mahlzeiten zu nehmen, also weniger "lästig" ist.
- Detaillierte Informationen sollen den Patienten die Möglichkeit geben, möglichst eine eigene Kompetenz zu entwickeln.
- Eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Kommunikation kann das Misstrauen abbauen und zu einer realistischen Einschätzung von Nebenwirkungen beitragen.

Die allgemein akzeptierten NKF/KDOQI-Guidelines schreiben Serumphospatspiegel unterhalb von 1,78 mmol/L (5,5 mg/dL) vor. Doch mehr als die Hälfte der Dialysepatienten erreicht höhere Spiegel. David Milton, Senior Vice Präsident, Shire Renal Business Unit: "Wir müssen die Patienten verstärkt für eine Mitarbeit gewinnen."



Quellen / Links:

Horne R. et al.: Adherence to phosphate binding medication: Insights from a survey using validated questionnaires. Presented at the XLIV ERA-EDTA Congress, Barcelona, Spain, 21-24 June, 2007

 

Rockenbauch K., Decker O., Stöbel-Richter Y. (Hrsg.): Kompetent kommunizieren in Klinik und Praxis. Pabst, Lengerich, 240 Seiten, ISBN-10: 3-89967-330-1









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