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25-05-07
Telenovela: Strikt monogam verläuft der Königsweg persönlichen Glücks

Das ZDF-Nachmittagsprogramm hat mit der Serie "Bianca" ein ursprünglich südamerikanisches TV-Genre nach Deutschland "importiert": Telenovelas. Der Erfolg inspirierte andere Sender, das gleiche Genre zu bedienen, mit "Julia", "Verliebt in Berlin" usw.; etliche weitere Produktionen sind auf dem Weg. Doch der Stoff ist so begrenzt wie das Erfolgsrezept, analysiert die Medienpsychologin Prof. Dr. Angela Schorr (Siegen/Westf.):
"Entscheidend ist das konservative Konzept - romantische Liebe, starke Emotionen, Spannung, dramatische Entwicklung einer persönlichen Beziehung, der innere Monolog der weiblichen Hauptperson, das voraussagbare Happy End."
Die einzelne Telenovela-Folge dauert etwa 30 Minuten in einem linearen Handlungsablauf und endet jeweils mit einem starken Spannungselement. Die Story wird ausschließlich aus der Perspektive der weiblichen Hauptdarstellerin erzählt; nicht die Geschehnisse stehen im Vordergrund, sondern die Gefühle der Frau. "Im Telenovela-Genre sind lediglich romantische Mann-Frau-Beziehungen erfolgreich - und einzige Legitimation einer Paarung". Streng monogam verläuft der "Königsweg des persönlichen Glücks". In der täglichen Folge erlebt die Zuschauerin, wie sich die Beziehung entwickelt; damit entsteht eine Art para-intimes Verhältnis zwischen Filmprotagonistin und Betrachterin. "Das vorhersehbare Happy End stärkt im Publikum das Vertrauen in die Hauptdarstellerin und vermittelt das Empfinden, den Ablauf unter Kontrolle zu haben." Die Bedienung universeller emotionaler Bedürfnisse wird dem Typ Telenovela international ein auskömmliches TV-Leben bescheren, prognostiziert die Medienpsychologin.
Quellen / Links:
Angela Schorr, Stefan Seltmann (Eds.): Changing Media Markets in Europe and Abroad – New Ways of Handling Information and Entertainment Content. 2006, ISBN 978-3-89967-179-7, 528 pages, Pabst.
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