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22-02-07
Wege aus dem Konflikt


Die Universität Hamburg startet im April ihr innovatives weiterbildendes Studium zur Ausbildung "Betrieblicher Konfliktberater". Sie sorgen in den Betrieben frühzeitig für eine produktive Lösung von Konflikten.

 

"Eine Welt ohne Konflikte entspricht gar nicht unserem Ideal", sagt Prof. Dr. Alexander Redlich, wissenschaftlicher Leiter des weiterbildenden Studiums "Wege aus dem Konflikt" an der Universität Hamburg. "Ohne Konflikte gibt es keinen Fortschritt. Die Aufgabe unserer betrieblichen Konfliktberater besteht daher darin, die Eskalation von Konflikten zu verhindern". Und: "Ohne Konflikte gibt es keinen Fortschritt", denn "sie liefern uns die nötige Energie für entsprechende Initiativen".


Prof. Dr. Alexander Redlich

Dabei hat die frühzeitige produktive Lösung von Konflikten auch handfeste ökonomische Vorteile: "Der wirtschaftliche Schaden durch die Folgen unausgetragener Konflikte wie unerledigte Arbeiten, gegenseitige Behinderungen, gezielte Fehlinformationen, Zuständigkeits¬gerangel, Verschleppungsstrategien, gegenseitiges Störfeuer, Krankheiten, Fehlzeiten usw. dürfte erheblich sein", betont Redlich.

Im April startet an der Universität Hamburg zum zweiten Mal das zweijährige weiterbildende Studium "Wege aus dem Konflikt". Darin qualifiziert ein Team um Prof. Dr. Alexander Redlich und Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun maximal 18 Teilnehmende zu "Betrieblichen Konfliktberatern". Das Studium - eine innovative Mischung aus Präsenzseminaren, E-Learning-Elementen und einer einjährigen Coaching-Phase - endet mit dem Universitäts-Zertifikat "Organisational Conflict Guide".

Führungslücken geben Konflikte zu viel Raum
Die Etablierung von Konfliktlösungsverfahren ist so wichtig wie nie: Drohender Arbeitsplatzverlust durch Wirtschaftskrisen, Konkurrenz unter Kollegen, Termindruck, hohes Innovationstempo - das Klima in den Betrieben und Behörden hat sich verändert. "Mein Eindruck aus der Beratung von Organisationen ist, dass eine zunehmende 'Flüchtigkeit' von Führungskräften - hohe Mobilität, geringe Erreichbarkeit und Vermeidung von Verantwortung - oft eine Führungslücke produziert, die der Eskalation von Konflikten zu viel Raum gibt", weiß Redlich.

Und deshalb sind für Prof. Dr. Alexander Redlich, der im Jahr 2003 mit dem Fischer-Appelt-Preis für hervorragende Lehre ausgezeichnet wurde, die Etablierung von niedrigschwellig arbeitenden "Betrieblichen Konfliktberatern" neben den traditionellen Konfliktlösungsverfahren (u.a. Betriebs- oder Personalräte) ausgesprochen wichtig: "Traditionelle Konfliktlösungsverfahren sind eine stabile Grundlage für jedes Konfliktlösungssystem, und wir können alle froh sein, dass es sie gibt. Allerdings sind sie als einziger Weg aus dem Konflikt oft zu schwerfällig. Vor allem kommen sie zu spät zur Geltung und gehen dann zu schnell über in ein rechtlich ausgetragenes Verfahren. Daher sollten die traditionellen Verfahren ergänzt werden durch einfachere Zugänge zu kompetenter Konfliktbehandlung."


(Bild: Prof. Dr. Alexander Redlich ist wissenschaftlicher Leiter des weiterbildenden Studiengangs "Wege aus dem Konflikt - Fach- und Führungskräfte als betriebliche Konfliktberater". Quelle: externer Link in neuem Fenster folgtidw-online)



Quellen / Links:

idw-online.de/pages/de/news197170

 

Vollmer, A. (Hrsg.): Kooperatives Handeln zwischen Kontinuität und Brüchen in neuen Tätigkeitssystemen. 2006, 328 S., ISBN: 978-3-89967-331-9. Pabst.

 

Wirtschaftspsychologie, Ausgabe 4/2005: Themenheft „Konfliktprozesse in der betrieblichen Lebenswelt – Theorie, Konzepte und Pragmatik“. Gastherausgeber: Albert Vollmer. Pabst.









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