30-01-07 Christliche Kirchen verlieren Akzeptanz, asiatische Religionen und Esoterik nehmen zu
Das Interesse an ostasiatischen Religionen, schamanistischen Praktiken und Esoterik nimmt ständig zu.
"Die christlichen Kirchen gelten den AnhängerInnen der neuen religiösen Bewegungen als Machtorganisationen, die seit den Kreuzzügen immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verstrickt waren", schreibt Professorin Angela More (Darmstadt) in der aktuellen Ausgabe von "Psychologie und Gesellschaftskritik".
"Ein größerer Teil der neuen spirituellen Bewegungen lehnt das christliche Erbe entweder vollständig ab oder nimmt sich daraus bestimmte Elemente, die mit buddhistischen, hinduistischen, indianischen und esoterisch-mystischen Interpretationen verbunden werden."
Betroffene wählen und kombinieren einzelne Elemente nach den jeweiligen persönlichen Bedürfnissen, diagnostiziert More. In diesem Zusammenhang stehen die Schlagworte von "religiöser Konsumhaltung" oder "religiöser Supermarkt-Mentalität".
Gleichzeitig sieht die Psychologin hinter der "neuen Religiosität" dezente Formen der Kritik an Überzeugungen, Werthaltungen und Realitäten westlicher Gesellschaften. Da Ökonomisierung und Leistungsforderungen fortschreiten, wachsen die religiösen Gegenbewegungen auch künftig weiter.