PatientInnen mit Angststörungen leiden häufig zusätzlich unter Depression. Wird die Phobie mit einer kognitiven Verhaltenstherapie erfolgreich behandelt, bessert sich die Depression gleichzeitig parallel, fanden Dr. Jutta Joormann und Kollegen (Bochum) in einer Studie mit 179 PatientInnen.
Die Arbeitsgruppe schätzt, dass etwa 20 bis 30 Prozent der Verhaltenstherapien bei phobischen Patienten ohne Erfolg verlaufen (initiale Ablehnung oder späterer Abbruch durch den Patienten, einvernehmliche vorzeitige Beendigung, Rückfall.)
Bei den "erfolglosen" Patienten sahen die Untersucher überhäufig einen relativ niedrigen Leidensdruck und schließen daraus auf eine geringere Behandlungsmotivation. Empfehlung: In diesen Fällen sollten Therapeuten ggfs. "die Anwendung von Methoden zur Beseitigung der Angstsymptomatik zunächst zurückstellen, um die Therapiemotivation zu steigern."
Quellen / Links:
J. Joormann, J. Kosfelder, D. Schulte : Psychologische Angstbehandlung und Depression. Zusammenfassung in: Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin 3/2006, S. 383
J. Breil, J. Joormann, J. Kosfelder, D. Schulte: Was unterscheidet ungünstig verlaufende von erfolgreichen Angsttherapien? Verlaufsanalysen kognitiv-verhaltenstherapeutischer Interventionen bei Angststörungen. Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin 4/2004, S. 480ff
J. Joormann: Selektive Aufmerksamkeit und depressive Vulnerabilität - Die Bedeutung valenzspezifischer Inhibitionsdefizite. 2000, 344 Seiten, ISBN 3-934252-83-4