Tatort Kneipe: Alkoholbedingte Amnesien oder Schräglagen von Selbsteinschätzungen werden gern memoriert, tradiert oder durch Zudichtungen modifiziert, schreibt Dr. Jan D. Reinhardt in einer sozialpsychologischen Studie. Das ursprüngliche Gefühl "wird distanziert und in eine Anekdote umgedeutet, über die man lachen oder auf die man gar stolz sein mag."
Damit wird "die individuelle Peinlichkeit in einen Individualisierungsgewinn einerseits und in ein Symbol für die Kneipenclique transformiert ..."
"Die Kommunikation wie der Alkohol hinterlassen ihre Spuren: Mit Kurzverweisen, Neologismen und Running Gags, eingespielten Sticheleien usw. wird auf zuvor Erlebtes und Gesagtes gedeutet ..."
Zumindest "Traditionskneipen verweisen mit ihren Vertäfelungen, Holzschnitten, Wappen, altertümlichen Bierhumpen usw. auf eine vermeintliche Kontinuität der Kulturgeschichte und erzeugen im Besucher diffuse Empfindungen eines Eingebettetseins in einen weit hinter die eigene Lebensspanne zurückreichenden Kulturzusammenhang ..."
Quellen / Links:
Jan D. Reinhardt: "Die Kneipe als Generator emotionaler Erinnerungen" in: Karoline Tschuggnall (Hrsg.) "Erinnerung und Emotion" (Psychologie&Gesellschaftskritik, 2/2006)
Brenner, H. Progressives Entspannungstraining [mehr...]
Müller, G. F. (Hrsg.) Selbstverwirklichung im Arbeitsleben [mehr...]
Scholz, S., Werning, A. Schlanke Rezepte für starke Kids [mehr...]
Ziegler, A., Stöger, H. Pädagogisches Kompaktwissen für Eltern von Schulkindern [mehr...]