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24-05-06
Der Tschernobyl-Schock führte nicht zu einem langfristigen politischen Engagement


Eine alarmistische Reaktion auf politisch verursachte Katastrophen begünstigt kaum ein langfristiges politisches Engagement. Dies ergab eine zwanzigjähige Längsschnitt-Studie, über die Professor Dr. Klaus Boehnke und Dipl.-Psych. Mandy Boehnke (Bremen) in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Umweltpsychologie" berichten.


Tschernobyl-Schock

"Diejenigen, die sich durch die Tschernobyl-Katastrophe in besonderem Maß bestürzt zeigten, steigerten zwar zunächst ihr politisches Interesse und Engagement, doch langfristig gehören sie eher zu denen, die nicht (mehr) in besonderem Maße politisch aktiv sind."
 
Politische Anregungen von Eltern waren meist wenig nachhaltig; "wenn Eltern ihre Kinder in den 1980er Jahren mit auf Demonstrationen der Friedensbewegung genommen haben, so hat dies weder positive, noch negative Auswirkungen auf das Ausmaß politischen Engagements der ' Kinder` im mittleren Erwachsenenalter."
 
Entscheidende psychische Voraussetzung für ein nachhaltiges politisches Interesse finden Boehnke und Boehnke in einer frühen "kognitiven Mobilisierung" (Inglehart). "Jugendliche, die sich früh um den Zustand der Welt Sorgen machen und gut über politische Fragen Bescheid wissen, sind meist 20 Jahre später politisch interessiert und aktiv." 



Quellen / Links:

Klaus Boehnke, Mandy Boehnke "Atomare Katastrophenangst als Motor für politisches Engagement?"

Umweltpsychologie 1/2006, S. 62-85

www.umps.de









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