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27-04-18
Wirtschaftspsychologie: Die Arbeitswelt 2030 ist variabler aber nicht schöner

Wirtschaftspsychologie: Wie sieht die Arbeitswelt im Jahr 2030 aus? Das wollten Masterstudierende der Hochschule Niederrhein wissen und haben dazu 601 Berufstätige befragt. Die Ergebnisse liegen jetzt vor: 2030, das glauben die Befragten, ist alles digital, die Konstante heißt Veränderung, Arbeits- und Privatleben sind nicht mehr zu trennen, nur die Ergebnisse zählen und Selbststeuerung ersetzt Führung. Dabei sind die meisten überzeugt, dass die Unternehmen im Jahr 2030 erfolgreicher sein werden als heute. Ob die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zufriedener sein werden, glaubt hingegen die Mehrzahl der Befragten nicht.


„Führungskräfte, Mitarbeiter und Personaler werden ihre Rollen ändern müssen, um die Arbeitswelt der Zukunft erfolgreich zu gestalten“, sagt Professor Dr. Alexander Cisik, der die Studie leitete. „Sie müssen zu komplementären Partnern werden: Führungskräfte müssen vom Vorgesetzten zum Managing Partner werden, Mitarbeiter vom Arbeitnehmer zum Operating Partner und Personaler vom Administrator zum Creating Partner.“

 

Das hört sich zunächst gut an, ist aber ein zweischneidiges Schwert, wie Alexander Cisik betont: „Profitieren werden künftig vor allem diejenigen, die in der Lage sind, schnell und sicher die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Wer in alten Strukturen beharre, sich lieber führen lasse als selbst Verantwortung zu zeigen, der bekomme dagegen ungleich größere Probleme.

 

Überhaupt ist die Mitarbeiterzufriedenheit für die Autoren der Studie eine offene Frage. Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass sich die Menschen im Jahr 2030 mit ihrer gesamten Lebenssituation nicht wohler fühlen werden als heute. Insbesondere die Arbeitsmotivation werde nicht höher sein. Besonders negativ reagieren die Befragten auf die Hypothese, dass es keine persönlichen Büros mehr gäbe und die Räumlichkeiten in den Unternehmen eher funktionell als chick wären. Auch die Aussicht, dass es künftig mehr Freiberufler und Selbständige als Angestellte geben würde und man seine Arbeit- und Auftraggeber häufiger als heute wechseln wird, gefällt den Befragten mehrheitlich nicht.

 

Was sich die Befragten dagegen wünschen, wäre eine wachsende Bedeutung der qualitativen Aspekte ihrer Arbeitstätigkeit wie zum Beispiel Eigenverantwortung, Selbstverwirklichung oder auch Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Ebenso positiv fänden die Befragten eine Arbeitstätigkeit, die ihren persönlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht – dieser Wunsch rangiert sogar vor Einkommen und Status.

 

Zum Vorgehen: Masterstudierende des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, Schwerpunkt Human Resources Management, entwickelten unter der Leitung von Professor Dr. Alexander Cisik 30 Thesen, die beschrieben, wie sich Arbeitswelt, Unternehmen und Personalmanagement bis zum Jahr 2030 voraussichtlich entwickeln werden. Die Teilnehmer der Umfrage sollen darüber abstimmen, für wie wahrscheinlich sie die Szenarien halten und wie sie diese bewerten. Zwischen dem 19. Februar und dem 5. März 2018 war die Umfrage online. In diesem Zeitraum nahmen 601 Berufstätige aller Funktionen, Generationen, Unternehmensgrößen und Geschlechter daran teil. Das gilt als repräsentative Stichprobe.





https://idw-online.de/de/news693269

 

 

Felix Frei, Verantwortung – Eine Entscheidungsfrage

2017, 216 Seiten, Pabst, ISBN 978-3-95853-332-5









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