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17-03-18
WIRTSCHAFTSPSYCHOLOGIE: Psychodynamik in Unternehmen per Psychoanalyse erfassen und beeinflussen

Wirtschaftspsychologie: Die psychosozialen Dynamiken in Unternehmen werden von hierarchischen Strukturen und sozialen Beziehungen geprägt, die wiederum vom Unbewussten aller Beteiligten beeinflusst werden. Einerseits wirkt das Unterbewusste des Einzelnen auf die Organisation ein - und anderseits die Organisation auf das Unterbewusstsein des Einzelnen. Psychoanalytische Evaluation und Reflexion können daher einen wertvollen Beitrag zum Klima und Erfolg in Unternehmen leisten. Die unabhängige Fachzeitschrift "Wirtschaftspsychologie" behandelt "Pychoanalyse und Psychodynamik" in einer speziellen Ausgabe (4/2017).


 

"Es geht darum, das unbewusste Problem aus dem Verborgenen hervorzuholen und es mit den Betroffenen in Einzelgesprächen oder in der Gruppe sichtbar zu machen. Wichtig ist, jene Konflikte zu erkennen, über die nicht gesprochen wird, die jedoch das unternehmerische Handeln nachhaltig beeinflussen. Das hat mitunter auch erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Gesamtsituation des Unternehmens. Diese zu ändern, beispielsweise durch eine Therapie oder Supervision, wurde bis dato nur selten in Erwägung gezogen.

 

Stellten sich vor wenigen Jahren noch Führungskräfte nur selten einer Therapie - und wenn, dann nur in einer besonders schwierigen Situation oder um ein kurzfristiges Problem zu lösen -, steigt heute die Tendenz, sich Hilfe von außen zu holen. Hilfe anzunehmen, fällt vor allem einflussreichen und erfolgreichen Menschen schwer. Narzisstisch und zwanghaft strukturierte Persönlichkeiten tendieren dazu, Berater, Coaches und Psychotherapeuten genauso zu behandeln wie Menschen in ihrem Umfeld: Zu Beginn der Beziehung wird aufgewertet und gelobt, um im nächsten Schritt massiv abzuwerten und die Beziehung abzubrechen.

Inzwischen erkennen Führungskräfte jedoch zunehmend den Nutzen, ihr eigenes Verhalten im Unternehmen auf seine Psychodynamik sowie seine Reinszenierung hin zu reflektieren. Es kann für Führungskräfte ein Vorteil sein, wenn sie sich auf einen Selbstreflexionsprozess einlassen und ihre psychodynamischen Verhaltensmuster und Wirkungen kennenlernen," schreibt Dr. Monika Spiegel in "Wirtschaftspsyhologie".

 





Thomas Kretschmar, Moritz Senarclens de Grancy (Gastherausgeber): Psychoanalyse und Psychodynamik, Wirtschaftspsychologie IV/2017









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