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11-12-17 CSI-Effekt: Zuschauer von Krimi-Serien sind keine besseren Verbrecher „CSI-Effekt“ – so wird das Phänomen bezeichnet, wonach forensische TV-Serien den Zuschauer beeinflussen. Erkenntnisse aus der „Crime Scene Investigation“, also der Tatortermittlung im Film, könnten sich demnach im realen Leben niederschlagen. Im schlimmsten Fall, so die Befürchtungen, lernen potenzielle Verbrecher, wie sie eine Tat am besten vertuschen. Es wurden aber auch Bedenken geäußert, dass Mitglieder von US-Schwurgerichten überhöhte Erwartungen an die Ermittlungsergebnisse haben könnten und in der Folge die Zahl der Freisprüche steigt. Psychologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) um Prof. Dr. Heiko Hecht geben jetzt Entwarnung: Sie zeigen in einer experimentellen Untersuchung, dass zwischen dem Anschauen von forensischen Serien und den Fähigkeiten, ein Verbrechen zu begehen, kein Zusammenhang besteht. Es handelt sich um die erste experimentelle Arbeit, die sich mit der Frage beschäftigt, ob die Zuschauer solcher Serien vielleicht die besseren Verbrecher wären.
„CSI: Crime Scene Investigation“ lautete der Titel einer US-Serie, die ab 2000 im amerikanischen Fernsehen lief und die Tatortermittlung der Kriminalpolizei schilderte. Der Effekt, der von dieser Serie seinen Namen hat, wurde schon bald für jeden Effekt verwendet, den eine beliebte Krimi-Serie auf das Publikum – einschließlich Kriminelle, Polizei und potenzielle Studierende der wissenschaftlichen Forensik – ausübt. „Die Behauptung solcher Zusammenhänge oder Auswirkungen stand dann jahrelang im Raum, ohne dass es irgendwelche Studien dazu gegeben hätte“, erklärt Dr. Andreas Baranowski. Der Wissenschaftler hat mit seinen Kollegen an der JGU vier unterschiedliche Studien durchgeführt, um den Behauptungen nachzugehen und möglichst verlässliche Ergebnisse zu erzielen. CSI-Effekt ist ein MythosInsgesamt zeigte sich, dass zwischen dem Konsum von forensischen Serien und den Fähigkeiten, ein Verbrechen zu begehen, kein Zusammenhang besteht. Allerdings schnitten die Männer im vierten Versuchsteil bei ihrer Aufgabe besser ab als Frauen, jüngere Teilnehmer besser als ältere und höher gebildete besser als weniger gebildete Probanden. Versuchspersonen aus technischen Berufen, vorwiegend Männer, scheinen bei der Verbrechensvertuschung auch gewisse Vorteile zu haben. https://idw-online.de/de/news686112 |