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22-11-17 Soziale Medien: Wenn Freunde zu Objekten werden Warum nutzen Menschen soziale Medien? Um diese Frage zu beantworten, haben Sozialpsychologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) über 500 Facebooknutzer online nach ihrer Persönlichkeitsstruktur und ihrer Nutzung der Plattform befragt. Auf Basis der Ergebnisse haben sie die erste übergreifende Theorie zur Nutzung von sozialen Medien entwickelt. Der Schlüssel liegt demnach in der Selbstregulation: Wir nutzen Facebook so, dass wir uns wohl fühlen und hoffen, unsere Ziele zu erreichen. Das Forscherteam Phillip Ozimek, Fiona Baer und Prof. Dr. Jens Förster berichtet im Journal Heliyon vom 20. November 2017.
Im Online-Fragebogen, den 531 Personen beantworteten, fragten die Forscher zum einen, wie oft und auf welche Weise die Befragten Facebook nutzen: Posten sie Fotos? Kommentieren sie? Wie viele Freunde haben sie und wie betrachten sie diese Freunde? Außerdem ermittelten sie bestimmte Züge der Persönlichkeit, also Werte und Lebensziele der Teilnehmer. Materialismus 2.0„Besonders hat uns dabei interessiert, wie Materialismus mit der Facebooknutzung zusammenhängt“, erklärt Phillip Ozimek. Es zeigte sich, dass Menschen, die ausgeprägte materialistische Züge haben, deren Lebensziel es also ist, Besitz anzuhäufen und zu mehren, Facebook häufiger und intensiver nutzen als andere. Sie objektivieren ihre Facebook-Freunde und haben wesentlich mehr von ihnen als Nutzer, deren Lebensziel weniger von Materialismus geprägt ist. „Auf Facebook findet also eine Art Materialismus 2.0 statt“, so der Psychologe. „Die Plattform macht den Vergleich mit anderen sehr einfach und zieht daher materialistische Menschen besonders an, denen solche Vergleiche wichtig sind. Noch dazu ist Facebook kostenlos. Auch das lieben Materialisten.“ Neutralerer Blick auf soziale MedienDie Forscher hoffen, mit ihrer Theorie einen neutraleren Blick auf die sozialen Medien zu ermöglichen. „Die Plattformen sind nicht gut oder schlecht, sondern nur ein Werkzeug. Die Nutzer machen damit das, was ihren Werten und Zielen im Leben entspricht“, erklärt Ozimek. https://idw-online.de/de/news684970 |