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27-07-17
Zukunft der Umweltpsychologie: Studien zur nachhaltigen Transformation, solidarischen Lebensqualität und digitalen Umwelt

Umweltpsychologie ist eine junge Subdisziplin der Psychologie - noch relativ klein und fast exotisch, doch mit zunehmender wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz. Die Umweltpsychologie beteiligt sich engagiert und interdisziplinär an der Analyse umweltbezogener Problemfelder. Die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift "Umweltpsychologie" bietet zu ihrem 20jährigen Jubiläum einen Überblick über das Engagement ihres Fachs. Der Rückblick ist allerdings mehr ein Ausblick auf neue Herausforderungen.


Professorin Dr. Ellen Matthies (Universität Magdeburg) stellt einerseits fest: "Im Kontext der sozial-ökologischen Forschung hat sich die Expertise der UmweltpsychologInnen durchgesetzt, und auch die Verankerung in Forschung und Lehre ist heute besser denn je." Anderseits moniert Matthies jedoch: "Psychologische Forschung zur Mitgestaltung und Bewältigung der Nachhaltigkeits-Transformation gibt es bisher nur in Ansätzen. Zwar kennen wir die traditionelle Forschung zur Rolle von Wissen und Umweltbewusstsein für umweltrelevantes Handeln, aber viel zu wenig knüpfen wir bisher an den Diskurs der Transformationsforschung an...
 
Hier müssen wir uns selbstkritisch fragen, ob wir unser Potenzial als psychologische WissenschaftlerInnen bisher hinreichend genutzt haben. Wenn wir den oft bemühten normativen Begriff einer Nachhaltigen Entwicklung ernst nehmen, dann sollten wir nicht die Interaktion mit der Umwelt, sondern die menschliche Lebensqualität in den Mittelpunkt unserer Forschung stellen. Wir sollten durch unsere Forschung Potenziale aufzeigen, wie Menschen ´solidarische Lebensqualität´ entwickeln können, also Lebensqualität und Lebenszufriedenheit in ihren sozialen Netzwerken erreichen und erhalten, ohne durch ihren Lebensstil die Lebensgrundlagen anderer Menschen und nachfolgender Generationen einzuschränken."
 
Professor Dr. Volker Linneweber (Saarbrücken) weist auf einen anderen, neuen Gegenstandsbereich für die Umweltpsychologie hin: die digitalen Umwelten. Künftig "wird es für uns selbstverständlich sein, unsere wissenschaftlichen Themen mit den Daten zu bearbeiten, die uns die digitale Parallelwelt bereitstellt, ohne dass wir sie darum bitten... Humawissenschaften müssen sich mit Potentialen und Bedrohungen durch digitale Parallelwelten befassen und sich zusätzlich fragen, ob und ggfs. wie sie sich selbst durch diese verändern. Unser Fach muss sich fragen, wie es mit dem Kontrollverlust umgeht, der mit der ´inkludierten Digitalisierung´ einhergeht." Für Linneweber liegt in der Themenstellung ein doppelter Reiz: "Die digitale Parallel(um)welt wird sowohl zum Gegenstand als auch zum Instrument."




Umweltpsychologie 1/2017









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