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23-06-17
Ästhetische Gefühle messbar machen: Neues Instrument schließt methodische Forschungslücke

Wenn Kunstwerke, Texte oder Musikstücke uns begeistern, verärgern oder auch langweilen, spricht die Psychologie von einer ästhetischen Emotion. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff? Allgemein versteht man darunter Gefühlsregungen, die aufkommen, wenn wir Reize nach ihrem ästhetischen Wert hin beurteilen. Empirisch wurde dieses Thema bislang kaum für das gesamte Spektrum ästhetischer Urteile, von den Künsten über Design bis zur Naturschönheit, untersucht – auch, weil ein entsprechendes Instrument fehlte.


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Forscher und Forscherinnen des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt, der Freien Universität Berlin, sowie den Universitäten in Genf und Innsbruck präsentieren jetzt im Wissenschaftsjournal PLOS ONE ein entsprechendes Messinstrument in Form der „Aesthetic Emotions Scale“, kurz „AESTHEMOS“.

Ästhetische Gefühle beschränken sich nicht auf Wohlgefallen und Begeisterung, sondern können als gemischte, bittersüße und auch negative Gefühle erlebt werden. Nicht selten tragen negative Gefühlskomponenten zu einem insgesamt als schön empfundenen Erlebnis bei. Um individuelle Gefühle systematisch in Daten zu überführen, muss Befragten also eine hinreichende Auswahl an Emotionen zur Verfügung stehen. Als hochdifferenzierte Skala fragt AESTHEMOS daher 21 Emotionen ab, darunter das Gefühl der Schönheit, Faszination, Freude, Vitalität, Rührung, Nostalgie, Verwirrung, Ärger und Langeweile.

Die Skala ermöglicht es nicht nur, die Art und Intensität der von einem ästhetischen Objekt ausgelösten Gefühle zu messen. Sie erlaubt auch vergleichend zu untersuchen, welche Gefühle prioritär mit den verschiedenen Kunstarten, mit Mode oder auch mit Naturwahrnehmungen verbunden sind. Weiterhin kann mit ihr untersucht werden, welche Gefühle zu einem positiven oder negativen ästhetischen Urteil beitragen.

Mit AESTHEMOS hat die empirische Forschung ein innovatives Instrument zur Hand – und erhält damit die Chance, sich einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einem universellen Verständnis ästhetischer Gefühle weiter zu bewegen. Die Fragebogenentwicklung wurde u.a. durch einen Advanced Grant des European Research Council gefördert.


Originalpublikation (open access):
Schindler, I., Hosoya, G., Menninghaus, W., Beermann, U., Wagner, V., Eid, M., Scherer, K.R. (2017) Measuring aesthetic emotions: A review of the literature and a new assessment tool. PLOS ONE 12(6): e0178899. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0178899




https://idw-online.de/de/news676943









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