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14-06-17
Psychogenese-Forschung: erweiterte und vertiefte Einblicke in die Psyche des Menschen

Psychologische Forschung engt ihre Interessen meist mit einem anthropozentrischen Fokus und einer vorwiegend experimentellen Methodik ein. Gerd Jüttemann fordert demgegenüber eine transdisziplinäre Wissenschaft, die die Psychogenese der Menschheit zu rekonstruieren versucht und damit Einblicke in die Psyche des heutigen Menschen vertieft.


Uwe Krebs stimmt dem Postulat zu und erläutert: Für das Thema 'Psychogenese der Menschheit' ist die Ökologie über eine lange Zeitstrecke die Leitwissenschaft, da sie möglichst viele bedeutsame Einflussgrößen der psychogenetischen Entwicklung des Menschen geordnet erfasst, in ihren Wechselbeziehungen beschreibt und die Veränderungen auf der Zeitachse aufzeigt.

"Die Psychologie kann hier von zwischenzeitlich angefallenen Fakten und Interpretationen diverser anderer Disziplinen profitieren; diese Fachgebiete reichen von der Humanökologie, der Biologischen Anthropologie über die Vor- und Frühgeschichte, die Ethnologie bis zur Geologie und Klimatologie. Alle haben Befunde aufzuweisen, die für die Psychogenese wichtige Schlüsse erlauben, und manche haben sich auch mit mentalen Aspekten der frühen Menschenformen befasst."

Uwe Krebs hält es für aussichtslos, "zu versuchen, die Psychogenese des Menschen ohne die ökologische Dimension seiner Naturgeschichte zu erforschen. Als ebenso aussichtslos kann aber auch der Versuch gelten, die Psychogenese ausschließlich biologisch klären zu wollen. Ein solches reduktionistisch scheinendes Vorgehen könnte z.B. nicht erklären, warum mindestens seit Beginn der Jungsteinzeit, also vor 10.000 Jahren, eine kulturelle Entwicklung stattfand. Hier sind offenbar menschliche Einflussnahmen, die sich als kulturelle Errungenschaften klassifizieren lassen, die dominanten Variablen zur Erklärung der Entwicklung. Beispiele dafür sind das Entstehen von Speichermedien wie Schrift, der Wandel von Kleingruppen zu Dörfern und Städten, berufliche Differenzierungen, Schulwesen, Stadtstaaten etc.," schreibt Krebs in seinem Beitrag zum Aufsatzband "Psychogenese".

Gerd Jüttemann, aktuell dominierender Promotor der Psychogenese-Forschung, erinnert: "Soweit bekannt, hat erstmalig Wilhelm Wundt eine explizit psychologisch fundierte und auch so gekennzeichnete Entwicklungsgeschichte der Menschheit dargestellt. Seine 'Völkerpsychologie' kann aber nur als ein erster Einstieg betrachtet werden ..."




Gerd Jüttemann (Hrsg.) Psychogenese - Das zentrale Erkenntnisobjekt einer integrativen Humanwissenschaft. Pabst, 288 Seiten. Hardcover ISBN 978-3-95853-211-3. eBook ISBN 978-3-95853-212-0









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