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01-03-17
Sexualität: Warum Jungen und Mädchen aktiv Pornografie nutzen

Jugendliche beiderlei Geschlechts betrachten und produzieren regelmäßig Pornografie. Neue Medien schaffen neue, zusätzliche Möglichkeiten. Pornografie ist seit Menschengedenken faktisch weder verbietbar, noch ausrottbar, konstatiert Professor Dr. Kurt Starke in seiner Expertise "Pornografie und Jugend, Jugend und Pornografie". Wie groß sind die Risiken? Mit Sicherheit wesentlich geringer als viele professionelle Jugendschützer und Juristen glauben machen wollen.


Welche Motive geben Jugendliche für die Pornonutzung an? In dieser Häufigkeitsreihenfolge:

  • Befriedigung
  • Erregung
  • Lernen und Erfahrung sammeln
  • Neugier und Interesse
  • Spaß, Unterhaltung, Zeitvertreib
  • Gruppenzwang
  • fehlende oder defizitäre Partnerbeziehung
  • Identitätsfindung
  • Tabubruch
  • Sonstige

Meist kommen mehrere Motive gleichzeitig zusammen. "Obgleich Mädchen manches anders formulieren und bestimmte Gründe mehr in den Vordergrund rücken als Jungen, sind sich beide Geschlechter in Bezug auf die Hauptgründe des Pornokonsums einig.
 
Insgesamt sehen Jugendliche pornografische Produkte gleichzeitig kritisch. Sie sind wählerisch und assoziieren mit Pornografie keineswegs nur Positives und Lustvolles, sondern auch Abstoßendes. Sie sind in der Lage, Angebote abzulehnen, und reagieren auf das, was ihnen nicht gefällt oder ungute Gefühle auslöst, abwehrend und auch grimmig."
 
"Wenn Pornografie verdammt wird, dann werden auch jugendliche Motive der Zuwendung zu Pornografie entwertet. Neugier, Erkenntnisdrang, Lernlust, Spaß, Erfahrungssammlung, Bewertungsübung, vor allem aber sexuelle Lust und sexuelle Befriedigung Jugendlicher werden ins sittliche Abseits gestellt. Mit der Abwehr von Jugendsexualität und der sexuellen Selbstbestimmtheit wird auch Jugend insgesamt missachtet und diskriminiert. Die Pornografie ist dann nur der Sack, der geprügelt wird, gemeint ist die sexuelle Selbstbestimmtheit."




Kurt Starke: Pornografie und Jugend - Jugend und Pornografie. Pabst, 196 Seiten, ISBN 978-3-89967-656-3









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